Noch hielt der Schnee die Erde gefangen und doch erklang früh am Morgen schon das erste Frühlingslied der Amsel. Sie stimmte den Gesang an und nach und nach fielen die anderen kleinen Sänger mit ein ins Frühkonzert. Was für den Menschen noch nicht zu spüren war, unsere gefiederten Freunde merkten längst, dass der Frühling nicht mehr weit war und sie sollten Recht behalten. Der Schnee schmolz und in den geschützten Lagen der Wälder erblühten die ersten Blumen. Am blauen Himmel erstrahlte die Sonne mit ihrem schönsten Lächeln. Wärmend sandte sie ihre Strahlen zur Erde. Die Wiese zeigte sich in saftigem Grün. So kam ein kleines Wolkenkind auf die Idee, sich die Erde einmal aus der Nähe zu betrachten. „Kommt ihr mit?“, fragte Wölkchen seine Geschwister. „Wie stellst du dir das vor?“, wollten seine Geschwister wissen. „Wenn wir auf einem Sonnenstrahl zur Erde gleiten, verwandeln wir uns in blaue Glitzersternchen:  ‚Was tun wir, wenn die Sonne untergeht?‘, wurde Wölkchen gefragt. „Wir müssen halt aufpassen, dass wir mit dem letzten Sonnenstrahl wieder gen Himmel reisen.“ „Spannend stell ich mir das vor, mal einen Tag auf der Erde“, stimmte ein anderes Wölkchen zu. „Na dann los!“, gab unser Wolkenkind das Kommando. 9 In diesem Moment ließen sich viele kleine Wolkenkinder an einem Sonnenstrahl auf die Erde gleiten und landeten direkt auf einer Wiese. Was gab es hier nicht alles zu sehen! Kleine Marienkäfer, die grade als Frühstück eine Blattlaus verzehrten, Ameisen, die Stöckchen und Blättchen in ihren Bau schleppten und vieles mehr. Es war ja so spannend auf der Wiese. Plötzlich bemerkte eins der Wolkenkinder, dass Mutter Sonne längst untergegangen war. Nun war allen Wolkenkindern klar, dass sie nicht mehr an den Himmel zurückkehren konnten. Aus Furcht vor der Nacht drängten sich alle Wolkensternchen zusammen. Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, fand man überall auf der Wiese kleine blaue Blümchen. man nannte sie Blausternchen. © Christina Telker

Sieh nur

Sieh das feine Blütenmeer,

Blausternchen wohin ich seh,

Strahlend hell, im Sonnenschein,

laden sie zur Rast dich ein.

 

Bringen einen kleinen Gruß,

von des Himmels Weiten,

zeigen uns den Frühling an,

nach langen, kalten Zeiten.

 

Überall blühts rundumher,

erwacht ist neues Leben,

freu dich Mensch und geh hinaus

den Frühling zu erleben.

© Christina Telker

Garten der Poesie 0