Heute war Muttis freier Tag. Oh, wie freute sich Katrin schon das ganze Wochenende darauf, als sie mit dem Vater bei den Großeltern war, denn Mutti musste am Wochenende arbeiten. Manchmal hatte Karin mit dem Vater die Mutti auf der Arbeit besucht. Gerne ging Katrin ins Seniorenheim, wenn Mutti Dienst hatte. Heute jedoch war das anders, Mutti hatte frei, was für Katrin bedeutete, sie brauchte nicht in den Kindergarten, sondern durfte, sobald sie wach wurde, noch ein paar Minuten zur Mutti ins Bett, um gemeinsam zu kuscheln. Katrin genoss diese Minuten mit der Mutter. Heute jedoch war es anders, denn Mutti hatte ihr eine Radtour versprochen. Im Herbst würde Katrin in die Schule kommen, so war vereinbart, dass Katrin diese gemeinsame Radtour nutzen wollte, um ihre Technik im Radeln etwas zu verbessern.

So standen beide früh schon auf, packten sich ein paar leckere Dinge fürs Picknick ein. Obst, Gemüse und Butterbrote. Den Tee hatte Mutti bereits am Abend abgekocht, damit er jetzt abgekühlt war. Die Fahrräder wurden bereits vom Vater aus dem Keller geholt, bevor er zur Arbeit aufbrach.

Nun ging es durch die Wiesen, an mehreren Dörfern vorbei. Plötzlich rief Katrin: „Sieh nur Mutti, sieh!“ Voller Freude begann sie zu singen: „Weil ich Jesu Schäflein bin…“ Die Freude der Kleinen wirkte auch auf die Mutter ansteckend und so stimmte sie mit ein. Nun wollte Katrin so nah wie möglich an die Schafe heran. Doch Mutti stoppte den Eifer ihrer Tochter: „Wir fahren jetzt noch ein Stück näher, dann rasten wir und legen eine Frühstückspause ein. So hast du ausreichend Zeit, die Herde zu beobachten. Nach der Pause werden wir noch ein Stück näher an die Herde heranfahren, jedoch nur so dicht, dass wir die Herde und die Hunde nicht beunruhigen.“ Trotz der ersten Enttäuschung war Katrin einverstanden.

Bei der Rast, sprachen beide über Psalm 23 und darüber, wie Jesu, unser Hirte, seine Herde schützt und führt. Katrin bereitete es viel Freude, die Tiere aus der Ferne zu beobachten. Als sie später näher an die Herde heranfuhren, sahen sie, wie der Schäfer ihnen winkte, doch näherzukommen. Sie legten die Räder ins Gras und folgten dem Zeichen des Hirten. Hier bekam Katrin, die Lämmer gezeigt, durfte sie streicheln und auch den älteren Schafen mal richtig in die Wolle fassen, um zu spüren, welch ein Gefühl es ist, echte Schafe zu berühren.

Mit großen Dank und innerem Glücksgefühl fuhren beiden nach Hause. Katrin konnte es kaum erwarten, dem Vater am Abend von ihrem Erlebnis zu berichten und auch die Kinder im Kindergarten staunten nicht schlecht am nächsten Tag über Katrins Bericht. © Christina Telker 

Jesus mein Hirte

 

In deiner Herde fühl ich mich geborgen,

du führst mich lebenslang den rechten Weg,

ja, selbst wenn ich mal falle oder strauchle,

bist du es, der mir stets zur Seite steht.

 

Du führest mich zu frischen Wasserquellen,

du führest mich ja selbst durchs dunkle Tal,

zeigst mir, wo saftige Kräuter wachsen;

für mich steht bereit, ein gutes Mahl.

 

Bei dir find ich Geborgenheit und Liebe,

du schützt mich vor des Feindes List,

du zeigst mir einen Platz zum Ruhen,

ich fühle, dass du immer bei mir bist.

 

Mein Hirt, ich dank dir für deine Führung,

für deine Liebe, die stets zu mir hält,

so kann ich auch am Ende dir vertrauen,

denn du führst mich, zu himmlisch, lichten Auen.

© Christina Telker

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