Wenn sich jedes Kind auch auf die Ferien freut und ganz besonders auf die langen Sommerferien, so fehlen doch oft die Freunde, die man dann wesentlich seltener sieht. So plante Susi bereits vor den Ferien ein Sommerfest in Omas Garten. Sie konnte es kaum erwarten, bis der Tag endlich da war. Bereits im Urlaub mit den Eltern sprach Susi von nichts Anderem. Mit ihrer Oma bereitete sie diesen Tag besonders vor. Es wurde Kuchen gebacken, wobei Susi aussuchte, was auf der Festtafel stehen sollte. Dann fuhren sie in die Stadt und besorgten kleine Überraschungen. Seifenblasen waren für Susi besonders wichtig. „Wir werden einen Wettbewerb veranstalten, wer die größte Seifenblase zu pusten versteht“, schlägt das Mädchen vor.

Als von dem Kuchen nicht mehr viel übrig ist und einige Gäste schon unruhig auf ihren Stühlen werden, erzählt Susi ihren Freunden, was sie noch alles geplant hat für diesen Nachmittag. Mit freudigem Hallo erhebt sich die Schar. „Als Erstes kommt der Seifenblasenwettbewerb“, bestimmt sie nun. Jedem ihrer Gäste reicht sie ein Röhrchen mit der Seifenlauge. „Nun könnt ihr kurz probieren und dann kommt der Wettbewerb“, fordert Susi ihre Freunde auf. Jeder sucht sich einen Platz im Garten, wo er möglichst ungestört war. Nach wenigen Minuten trafen sich die Kinder wieder bei dem alten Kirschbaum in der Mitte des Gartens. Jeder beobachtet den anderen mit großer Aufmerksamkeit. Schon bald stand fest, keiner hat so große Seifenblasen wie Peter. Als Preis darf er sich aus den kleinen Geschenken, die Susi für ihre Freunde bereithält, etwas aussuchen. „Als Abschluss wollen wir unsere Wünsche auf die Reise schicken“, schlägt die kleine Gastgeberin vor.

Aufgeregt liefen die Stimmen durcheinander, um zu beraten, was wohl der wichtigste Wunsch sei. „Eigentlich sollte jeder seinen Wunsch mit den Seifenblasen in die Lüfte schicken“, lacht Susi, als sie merkt, dass ihre Freunde nicht aufhören zu diskutieren. Nun kehrt Ruhe ein und ein Kind nach dem anderen sendet seinen Wunsch, hoch zum Himmel. Das sind die unterschiedlichsten Wünsche, wie ‚Eine Reise um die Welt‘ oder ‚Endlich wieder ein Winter mit Schnee zum Skifahren‘, jedes Kind hat so seine Träume. Als Evi an die Reihe kommt, sagt sie ganz leise: „Ich wünsche mir einen Schutzengel.“ Plötzlich tritt Ruhe ein. „Meinst du das ernst?“, fragt Bernd als erster. „Ja, ich meine es erst. Genau den wünsche ich mir“, bestätigt Evi. Mutti erzählt mir immer, dass Gott uns bei der Taufe einen Schutzengel sendet, der uns ein Leben lang begleitet. Ich wollte meinem Schutzengel sagen, wie wichtig er mir ist.“ Wieder haben die Kinder ein neues Thema, über das sie nun aufgeregt diskutieren. Mal etwas skeptisch, ein anderes Mal fest überzeugt.

Nach einer Weile tritt Susis Großmutter aus dem Haus und erinnert an das Sackhüpfen. Nun wird das Spiel munter fortgesetzt. Nach dem Abendbrot erhält jedes Kind eine Laterne von Susi zum Abschied. Mit leuchtenden Lampions bringen sich die Kinder gemeinsam nach Hause. Als Letztes gehen Susi und ihre Großmutter nach Hause. „Danke für den schönen Tag“, flüstert Susi vor dem Einschlafen ihrer Oma ins Ohr und umarmt sie. © Christina Telker

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