Zeitlos
Es gibt Dinge, die der Veränderung unterliegen und gleichzeitig zeitlos sind. Denken wir nur an die Mode, die ständigem Wandel unterliegt und sich doch immer wiederholt. Betrachten wir so manche neue Mode auf dem Laufsteg, so stellen wir fest: „Das gab es doch schon mal, das ist doch aus den ..er Jahren!“ Trotzdem greifen wir gerne zur ‚neuen‘ Mode. Für den einen ist es aus Nostalgie, für den anderen ist diese Art der Kleidung wahrhaft neu, weil er noch jung an Jahren ist.
Gleiches trifft auf die Liebe zu. Bereits seit Beginn der Menschheitsgeschichte gibt es die Liebe. Nur so finden Paare zusammen. Mal für kurze, mal für längere Zeit oder gar für ein Leben. Immer wieder trifft der Pfeil Amors andere Menschen und doch ist die Liebe so alt wie die Welt und doch ewig jung.
Ebenso ist es mit dem Glauben. Jeder Mensch glaubt an irgendetwas. Die alten Germanen glaubten an verschiedene Götter, wie Donar, den Gott des Donners, der für Gewitter oder das Wetter überhaupt zuständig sein sollte. Bereits im Alten Testament lesen wir, dass die Menschen sich Götter schufen, wie das goldene Kalb, um etwas vor Augen zu haben, das sie anbeten konnten. Heute sagt man, das, was dir das Wichtigste ist, das ist dein Gott.
Menschen wollen an etwas glauben, es gibt unzählige Glaubensrichtung. Ja, selbst ohne irgendeiner Religion anzugehören, kann ich an etwas glauben. Ein jeder meint, sein Weg sei der richtige. Da ist es schon sehr schwer, den für uns persönlich, rechten Weg zu finden.
Sehen wir uns den Ursprung der Bibel an und den Weg, den Gott mit seinen Menschen gegangen ist, so können wir auch hier nur feststellen, wie zeitlos der Glaube ist, denn Gott ist und bleibt der gleiche. Dies gilt seit Erschaffung der Erde bis heute und wird auch so bleiben, solange unsere Erde steht. Ja, selbst danach, denn er verspricht uns eine neue Welt, ein himmlisches Jerusalem. Gott ist nicht durch Götzen und anderes zu ersetzen. Gott war, ist und wird sein, für alle Ewigkeit.
Auf leisen Pfoten
Das beliebteste Haustier ist in Deutschland, immer noch die Katze, meint die Statistik. Sicher wird sie recht haben. Ich liebe Hunde und Katzen. Es kommt, genau wie beim Menschen, immer auf den Charakter des jeweiligen Tieres an und wie wir sie erziehen.
Mein erstes Haustier war eine Katze, sie widersprach so allem, was man einer Katze nachsagt. Mutz war eine Mischung aus Hauskatze und Freiläufer. Die Nacht und auch mehrere Stunden des Tages verbrachte sie im Haus, wenn sie ins Freie wollte, gab sie dies durch miauen bekannt und wurde hinausgelassen. Viele werden das von ihrer eigenen Katze kennen. Aber Mutz hatte auch die Uhr im Kopf, ebenso wie mein späterer Hund. Mutz holte mich täglich von der Schule ab. Er wartete dann am Straßenrand, bis er mich kommen sah. Kann es etwas Schöneres für ein Kind geben, so empfangen zu werden? Es würde ein Buch füllen, würde ich von diesen Erlebnissen erzählen.
Ebenso ein Schatz war später unser Chico, ein Tibet Spaniel. Man sagt dieser Rasse einen kleinen Sturkopf nach und doch habe ich nie ein so liebenswertes Tier erlebt wie ihn. Er stellte sich ganz auf seine Menschen ein, ohne dass man ihm dies beigebracht hätte.
Ein Kind, das mit einem Tier aufwachsen darf, erhält damit die beste Möglichkeit soziales Verhalten zu lernen. Nicht überall ist Tierhaltung möglich. Die Wohnung ist zu klein oder man ist aus beruflichen Gründen den ganzen Tag außer Haus. Für den, der die Möglichkeit hat, ist ein Leben mit einem Tier, ganz gleich, ob Hund oder Katze, ein großes Geschenk. Tiergeschichten lesen wir immer wieder gerne, um uns daran zu erfreuen. Als ‚Bruder Tier‘ bezeichnete bereits Franziskus die Tiere. Gott hat Mensch und Tier geschaffen und die Tiere der Obhut des Menschen anvertraut. Jetzt liegt es an uns, was wir aus dieser Schöpfung machen.
Jesus, unsere Sonne
Kann es denn etwas Schöneres geben, als an einem lauen Sommertag im Gras auf der Wiese zu liegen und in den strahlend blauen Himmel zu schauen? Käfer und Schmetterlinge, kann ich aus dieser Position, viel besser beobachten, da ich mit ihnen auf Augenhöhe bin. Die Kräuter und Gräser der Wiese duften so, dass ich diese einmalige Mischung aus purem Sauerstoff und dem Duft der Wiesen, so, recht in mich aufnehmen kann.
Die Sonne, ist für uns alle ein Lebenselixier. Nach trüben Tagen sinkt unsere Stimmung auf den Nullpunkt, das liegt am Lichtmangel, wie wir wissen. Die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme ist für uns lebensnotwendig. Darum ist für viele Menschen der Sommer die schönste Jahreszeit.
Ebenso geht es uns Christen mit Jesus und seiner Liebe, seiner Zuwendung zu uns. Nicht umsonst war und ist die Kirche der Mittelpunkt einer Stadt. Nicht nur, dass diese Gebäude meist im Stadtzentrum angesiedelt sind, sondern sie sind auch unser Lebensmittelpunkt. Kommen wir in eine fremde Stadt, hält unser Blick zuerst suchend Ausschau nach diesem Gebäude. Hier finden wir Geborgenheit, hier finden wir die Möglichkeit, von der Hast des Alltags auszuruhen. Wir können einen Blick in frühere Jahrhunderte und deren Architektur werfen. Vor allem finden wir hier aber auch Menschen, mit denen wir über alles reden können. Ganz gleich, wo wir uns befinden, ob an der See oder im Gebirge. Menschen, die Jesus als Mittelpunkt ihres Lebens ansehen, haben alle das gleiche Lebensmotto, die gleiche Ausrichtung: stets ihrer Sonne entgegen.
Diese Sonne scheint für uns den ganzen Tag, ja selbst in der Nacht. Ob beim Lesen der Tageslosung am Morgen oder beim Gebet in der Nacht. Wir sind nie alleine. Immer, wenn wir in unseren Gedanken oder im Gebet zu Jesus kommen, ist er für uns da. Er umgibt uns mit seinem Schein. Selbst wenn wir durch ein dunkles Tal wandern müssen, ist er an unserer Seite und hält uns.
Christina Telker
Hand in Hand
Die erste Hand, die ein Neugeborenes zu fassen bekommt, ist die Hand der Mutter. Es greift nach der Hand, greift nach Geborgenheit und beruhigt sich. Auch das Kleinkind hält gerne die Hand der Eltern oder Großeltern. Sich an der Hand halten erzeugt Nähe.
Dann kommt eine Zeit der Jugend und des Erwachsenwerdens, in der wir nach Selbstständigkeit suchen. Jetzt ist uns die Hand eher lästig, als haltgebend. Wir wollen uns lösen, fühlen uns eingeengt. Jeder von uns durchlebt diese Zeit einmal.
Kommt dann die erste Liebe, sind wir stolz darauf, mit IHM oder IHR Hand in Hand durch die Straßen zu gehen. Wir zeigen dadurch, wir gehören zusammen. Nicht immer hält dieses Hand in Hand gemeinsam gehen bis ans Lebensende. Manch einer findet jedoch auch gerade diesen Weg zueinander wieder. Gerade auch im Alter schenkt uns diese innige Verbundenheit, die Geborgenheit wieder, die wir einst bei der Mutter fanden. Die Liebe im Alter, ist ein ganz besonderes Geschenk. Vieles haben wir erlebt und durchlebt. Wir sind dankbar, immer noch zusammen sein zu dürfen, dankbar für jeden Tag.
Auch unser himmlischer Vater reicht uns seine Hand. Auch er möchte uns halten und durch unser Leben begleiten. Es liegt an uns, seine Liebe, seine Geborgenheit und Treue anzunehmen und ihm unsere Hand zu reichen oder sie auszuschlagen. Manchmal gelingt es uns erst nach Jahren, dies Angebot anzunehmen. Es gibt nie ein zu spät. Gottes ausgestreckte Hand ist immer für uns bereit. Christina Telker
Freud und Leid
Nicht immer scheint im Leben die Sonne und nicht immer ist sie uns hold. Auch Regentage und Stürme gehören zum Leben, bei dem einen mehr, beim anderen weniger. Gerecht ist das sicher nicht immer, aus unserer Sicht, aber jeder geht seinen Weg und es gibt ein Wort, das besagt, dass uns Gott immer nur so viel auferlegt, wie wir tragen können. Oftmals meinen wir: ‚Jetzt ist es aber genug. Warum immer ich?‘ Auch ich kenne diese Gedanken. Doch wenn ich dann nicht mehr weiterweiß, dann übergebe ich meine Planung ganz unserem himmlischen Vater. Ganz im Vertrauen auf ihn, lasse ich ihn walten. Er kennt den Weg, den er für jeden einzelnen von uns vorgesehen hat. Oftmals unverständlich für uns, wenn wir nur die Hände ringen können und nicht mehr weiterwissen. Dann aber, gerade im tiefsten Tal, wie Psalm 23 sagt, ist er bei uns und zeigt uns, dass es auch viel Freude im Leben gibt, für einen jeden von uns.
Gerne lese ich Biografien. Hier erfahre ich von Menschen
die ihr Schicksal meisterten, indem sie sich Gott anvertrauten, obwohl es ihnen schlechter ging als mir, das gibt mir neuen Mut.
Vor einer Weile, sah ich im Fernsehen, in einer Sportsendung, einen kurzen Ausschnitt von den Paralympics. Wieviel Lebensmut steckt in diesen Menschen, die selbst schwerste Schicksale hinnehmen und etwas Gutes daraus machen! Ich wünsche uns allen den Mut, nicht aufzugeben, wenn die Wege einmal steinig sind, sondern im Gottvertrauen unseren Weg weiterzugehen. Christina Telker
Freude jeden Tag
Als Gerda, heute noch nachträglich, bei mir war, erzählte ich ihr von meinem Geburtstag: „Diesmal war es so ein richtig schöner Tag, an dem die Freude kein Ende nehmen wollte. Es kam so manch unerwarteter Anruf. Ich musste staunen, wie viele Menschen an mich dachten. Als dann noch eine liebe Bekannte persönlich vor der Tür stand, die ich Jahre nicht gesehen hatte, jubelte mein Herz. Wirklich schade, dass so ein Tag nur einmal im Jahr ist. Wenn man sich doch solche Stunden einwecken könnte, leider geht das nicht.“
„Einwecken kannst du schöne Stunden nicht. Aber sie klingen in deinem Herzen nach und die Freude, leuchtet bei deiner Erzählung immer noch in deinen Augen. Wie wäre es, wenn man Freude nicht nur zum Geburtstag, sondern spontan, im ganzen Jahr verschenken würde?“ „Ja, natürlich, gibt es das gesamte Jahr über die eine oder andere Freude. Aber wie meinst du das?“, will ich nun wissen. „Sieh, mal“, erklärt mir Gerda daraufhin, „wenn du ab und zu deine Freunde anrufst, um mit ihnen zu plaudern, oder sie im Sommer in deinen Garten einlädst, könnt ihr reden über alte Zeiten, um danach neu gestärkt in die nächsten Tage zu gehen.“ „Das ist eine gute Idee“, bestätige ich. „Was hältst du davon, nächste Woche mal zu mir zu kommen? Wir machen einen Einkaufsbummel und essen bei mir Mittag.“
„Ein schöner Gedanke, und doch muss ich mich erst daran gewöhnen, mein Leben umzustellen. Ob es auf Dauer wirklich so viel Freude bringt? Man könnte es zumindest einmal probieren“, denke ich, bevor ich antworte.
Christina Telker
Das rechte Maß
Backen sie ebenso gerne wie ich? Damit ein Gebäck gut gelingt, ist das rechte Maß der Zutaten wichtig. Hält man sich nicht an die vorgeschriebenen Rezeptangaben, kann das Meisterstück schnell misslingen. Ebenso ist es bei einer guten Mahlzeit. Selbstverständlich hat ein jeder von uns seine hauseigenen Rezepte, möglichst noch von der Großmutter oder Mutter überliefert. Diese wecken gleich die Erinnerung an Kinderzeiten in uns.
So, wie es in der Küche wichtig ist, das rechte Maß einzuhalten, ebenso ist es auch im Leben. Wichtig ist dabei, dass wir klare Vorstellungen von dem haben, was wir erreichen möchten. Nicht immer wird alles so gelingen, wie wir es uns wünschten, das ist in der Kochkunst oder im Leben gleich. Nur ist es bei unseren Gerichten nicht ganz so schwerwiegend, wenn wir uns im Maß einmal geirrt haben, als wenn uns auf unserem Lebensweg ein Fehler unterläuft. Dabei denke ich, es wird nur wenige geben, denen es gelingt, ihren Weg von Jugend an, ohne Stolperfallen oder Hindernisse zu bewältigen. Manchmal vergreift man sich im Maß der Zutaten und hat es dann schwer, dies wieder zu richten.
Manchmal sind Lebenswege steinig und schwer. Gut, wenn wir dann Freunde haben, die uns zur Seite stehen.
Wie ist das aber im Glauben? Kann es da überhaupt ein Zuviel geben? Ich denke, eher nicht. Und doch ist auch der Glaubensweg, ein Weg, den ein jeder für sich auf seine Weise geht. Was dem einen in die Wiege gelegt wird, muss der andere erst im Laufe seines Lebens verstehen lernen. In manchem Falle, will der Glaube, wie das ABC, erst einmal entdeckt werden.
Gott ist es ganz gleich, auf welche Weise, ein jeder von uns den Weg zu ihm findet. Wichtig ist ihm, dass wir den Weg zu ihm finden. Wenn dieser Weg, mit einem winzigen Körnlein an Glauben beginnt, so ist es doch der rechte Weg und das rechte Maß. Denken wir da nur an Paulus, der vom Christenverfolger, zum verkündigenden Christen wurde. Solche Menschen gibt es auch heute noch. Christina Telker
Das Morgengebet
Morgens stelle ich mich ans geöffnete Fenster,
es ist wie ein Morgengebet. ‘
Welch ein schöner Gedanke, so den neuen Morgen zu beginnen. In die aufgehende Sonne zu sehen, dem Gesang der Vögel zu lauschen und ganz tief durchzuatmen. Gott für den Schlaf der Nacht zu danken und den kommenden Tag unter seinen Segen zu stellen.
Doch wie oft in der Woche oder im Jahr nehmen wir uns die Zeit hierfür? Meist können wir doch nicht schnell genug aus dem Haus und zur Arbeit kommen. Die Zeit reicht kaum für eine Tasse Kaffee im Sitzen, am Frühstückstisch. Viel besser sieht es auch nicht mit unseren freien Tagen. aus. In Gedanken, sind wir bereits im Badezimmer, bei unseren Tagesplanungen. Und doch ist diese Vorstellung verlockend, ganz gleich, wie das Wetter ist, uns einen Moment des Durchatmens am geöffneten Fenster zu gönnen. Durch diese wenigen Minuten wird mein Tagesplan nicht gleich durcheinandergeraten. Kurz abschalten, mit den Gedanken:
„Danke Vater, für diese Nacht,
für deine Bewahrung!
Diesen beginnenden Tag lege ich in deine Hände.‘
So gestärkt in den neuen Morgen zu gehen, gibt uns Kraft und lässt uns den Tag mit einer anderen Sicht beginnen.
Wie wunderbar ist es doch, immer aufs Neue, einen Tag unseres Lebens geschenkt zu bekommen. Viel zu selbstverständlich nehmen wir es hin, und doch ist jeder neue Tag, ein Geschenk der Liebe unseres himmlischen Vaters. Christina Telker
Darf ich dich zum Tee einladen
Die Jahreszeit mit den längeren Abenden ist im Beginnen. Gerne sitzen wir noch ein wenig im Garten beisammen, wenn der Tag sich neigt, um zu entspannen. Die Gartenlokale füllen sich wieder mit Kundschaft, man sitzt beisammen, redet und hört dem anderen zu. Da kann es schon sein, dass ganz spontan eine Einladung ausgesprochen wird. Immerhin redet es sich doch viel gemütlicher bei einer Tasse Tee, als im Stehen.
Gemeinschaftssinn ist gefragt. Miteinander reden, miteinander feiern. Schneller als gewünscht vergeht die Zeit. Über vieles hat man sich ausgetauscht und miteinander gelacht.
Aber haben wir nicht eins vergessen? Wie war das in unserem letzten Bibelkreis? Hatten wir nicht gemeinsam festgestellt, dass wir Gottes Wort weitersagen wollten, um vielleicht den einen oder anderen Nachbarn für unseren Kreis zu gewinnen? Was hörten wir neulich im Gottesdienst? Es werden ehrenamtliche Mitarbeiter für die Gemeindearbeit gesucht. Wie schnell sind doch diese Aufrufe vergessen. Vielleicht wären gerade diese spontanen gemeinsamen Treffen, unter Freunden, für solch ein Gespräch wie geschaffen. Hatte nicht Jesus gerade seine Jünger und somit auch uns, aufgefordert: ‚Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker‘! Natürlich dürfen wir nicht gleich Erfolge erwarten. Jedoch ist ein einmal ausgesätes Samenkorn, in der Lage, nach langer Zeit noch Früchte zu tragen. Manches Mal, gerade dann, wenn wir es gar nicht mehr erwartet hätten.
Nutzen wir die Gelegenheit, Gottes Einladung, an alle Menschen, in unsere Gespräche einfließen zu lassen. Werden wir zum Sämann und freuen wir uns auf die Ernte. Christina Telker