Bratapfelduft

 

Kennst du noch den Duft des Bratapfels? Als Kinder zog es uns im Winter, ganz besonderss wenn der Schnee lag, raus ins Freie. Jede Jahreszeit hielt Verlockungen für uns bereit. In der Natur waren wir zu Hause. Durchgefroren kamen wir dann bei Dämmerung heim und suchten die Wärme des Kachelofens. Wie schön war es die Füße an den Ofen zu halten oder uns auf der Ofenbank niederzulassen. Kaum das wir die Tür öffneten, drang uns der Duft der Bratäpfel, die in der Ofenröhre brutzelten, entgegen. Nun gab es kein Halten mehr. So fein wie heute, mit Vanillesoße, Butter und Zucker im ausgestochenen Apfel, kannten wir unsere Bratäpfel in den 1950er Jahren nicht. Die Äpfel damals waren einfach so wie sie waren, mit Stumpf und Stiel in die Ofenröhre gelegt worden und doch waren es für uns die schönsten Leckereien. Schokolade und Bonbons waren große Seltenheiten, da es Süßes nur auf Zuckermarken gab. So waren für uns Bratäpfel ein besonderer Leckerbissen. „Kinder kommt und ratet, was im Ofen bratet?“, dieses schöne Kinderlied, nahm in solchen Momenten Gestalt an.

Heute gibt es eine Vielzahl von Rezepten. Die Bratäpfel schmecken nach wie vor jeder Generation, aber so lecker wie aus der Ofenröhre schmecken sie aus der heutigen Backröhre oder der Mikrowelle lange nicht. Schade, dass es so gut wie keine Kachelöfen mehr gibt. Diese Öfen bereiteten Mühe und Arbeit, hieß es doch erst die Kohlen einzukellern, später dann im Winter morgens vor der Arbeit den Ofen zu heizen, um abends nachlegen zu können. Und doch war es nie so warm wie heute und doch strömte diese Wärme Gemütlichkeit aus, wie wir sie später nie mehr erlebten. Nichts ging über die Ofenbank. Erinnerungen steigen in uns empor, die uns stets begleiten werden.

Christina Telker

Den Winter annehmen und genießen

 

Nicht ein jeder ist ein Freund des Winters. Manche Menschen schalten abends, kaum dass sie nach Hause kommen die Festbeleuchtung ein. Sie sind froh, wenn diese dunkle Jahreszeit vorüber ist. Ich liebe den Winter! Diese Jahreszeit schenkt uns die Zeit, einmal Dinge zu tun, wozu wir sonst nicht kommen. An erster Stelle steht da für mich mein Bücherschrank. Am liebsten würde ich gleich mehre Bücher gleichzeitig lesen. So hole ich mir dann auch gleich mehrere hervor und begebe mich mit ihnen in die Kuschelecke meiner Couch. Mir genügt dabei jedoch die Stehlampe, so ist es gemütlich und ich kann mich besser in meine Bücher hineinversetzen.

Des Weiteren bietet der Winter eine gute Möglichkeit, sich einmal zu fragen, was man noch nicht ausprobiert hat, an kreativem Gestalten. Kreativität war mir in die Wiege gelegt. In meiner Kindheit stand uns oft kaum Bastelmaterial zur Verfügung. Zum einen gab es kaum etwas zu kaufen, zum anderen war das Leben teuer und die Eltern hatten gerade einmal das Geld, das zum Leben reichte. Es hieß also den eigenen Kopf nach kreativen Gedanken zu durchforschen. Naturmaterial suchten wir uns im nahegelegenen Wald. Die schönsten Geschenkideen entstanden auf diese Art. Heute stellt uns der Markt eine riesige Auswahl an Material zur Verfügung, gleich mit der passenden Anleitung zum Gestalten. Die eigenen Ideen sind kaum noch gefragt. Kreativität jedoch sehr. Wie schön ist es doch, wenn ich im Laufe des Jahres an meinen Vorratsschrank gehen kann, um das eine oder andere Geschenk zu entnehmen. Der Winter ist eine schöne Zeit, wenn wir ihn zu nehmen verstehen.

Versuchen wir es, uns mit ihm anzufreunden, verrinnt er uns viel zu schnell und schon schaut der Frühling um die Ecke. Christina Telker

Ein gesunder Schlaf

 

Die Tage werden kürzer und die Nächte länger, der Körper stellt sich automatisch auf Ruhe ein. Das ist in der Tierwelt so und auch bei uns Menschen. Oft nehmen wir diese Signale nicht wahr oder versuchen uns instinktiv dagegen zu wehren in dem wir von einer Party zur anderen eilen, um ja nicht zur Ruhe zu kommen. Das wäre ja langweilig.

Der Schlaf ist ein Thema, das uns lebenslang beschäftigt. Es beginnt bereits im Säuglingsalter. Es gibt Babys, die erst nach mehreren Monaten nachts durchschlafen. Wieder andere haben in späteren Jahren Schlafprobleme und benötigen sogar ein Schlaflabor, das ihnen hilft dem Schlafproblem auf den Grund zu gehen.

Man sagt, ‚wie man sich bettet, so ruht man‘, aber hilft das wirklich einzig und allein, zu einem gesunden Schlaf? Wie ist das eigentlich mit unseren Gedanken, die wir auch nachts nicht abschalten können. Mit unserer Traumwelt befasst sich die Traumforschung. Zu Traumtagebüchern und vielem mehr rät man uns dort. Dem einen hilft eine Tasse Kaffee gut in den Schlaf zu kommen, einen anderen hält gerade der Kaffee über viele Stunden munter.

Bei Kleinkindern sind Schlaflieder, Geschichten und nicht zu vergessen der Sandmann, eine gute Möglichkeit den Schlaf einzuleiten. Mit positiven Gedanken in die Nacht zu gehen beruhigt und gerade das ist es, was wir für einen gesunden Schlaf brauchen.

Jeder Tag bringt Hektik mit sich, der Stress macht uns krank. Manche Tage bringen Ärger, Kummer und Auseinandersetzungen. Gehen wir mit diesen Gedanken in die Nacht, ist ein unruhiger Schlaf das Produkt. Versuchen wir doch einmal einige Zeit vor dem Einschlafen unsere Gedanken auf die Nachtruhe einzustellen. Vielleicht durch unsere Lieblingsmusik oder einen kurzen Spaziergang. Versuchen wir, mit positiven Gedanken den Stress des Tages auszublenden.

Eine gute Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, ist ein Gebet, ein Reden mit Gott. Mich bringt Psalm 23 stets zur Ruhe, ganz gleich in welch aussichtsloser Situation ich mich befinde. Vielen sind Verse dieses Psalms als Taufspruch mit auf den Weg gegeben und begleiten durch das Leben. In Gottes Armen geborgen zu sein, ist das, was Ruhe und Frieden schenkt, für mich und meine Umgebung. Christina Telker

 

Genüsse des Winters

 

So gerne wie wir im Sommer am Grill sitzen, ebenso gerne genießen wir im Winter einen heißen Punsch oder einen schmackhaften Bratapfelkuchen, dessen Duft das ganze Haus erfüllt. Enten- und Gänsebraten gehören ebenso zur Winterzeit, wie Plätzchen und Lebkuchen. So möchten wir uns den Ursprung, der für uns in jede Winterzeit gehörenden Leckereien, etwas näher betrachten. Lebkuchen dürfen wir seit dem 15. Jahrhundert genießen, damals waren sie meist mit Bildmotiven versehen. Lebkuchenhäuser erinnern uns an Hänsel und Gretel, also ein Beweis, dass dieser leckere Genuss ebenfalls einige Jahrhunderte bekannt ist. Vorläufer unseres Glühweines war ein römischer Würzwein, den man bereits in der Antike kannte. Das älteste überlieferte Rezept geht auf das Jahr 1843 zurück. Was unsere Plätzchen anbelangt, so hat jede Familie wohl ihr ganz spezielles Rezept, das seit Generationen überliefert wurde. Lebkuchen wurden in mittelalterlichen Klöstern gebacken und ab dem 18. Jahrhundert bei Kaffeekränzchen gerne angeboten. Wer es deftiger mag, kennt die Gans besonders als Martinsgans, wo sie an den Gedenktag des heiligen Bischofs Martin erinnert. Da früher die Adventszeit jedoch eine Fastenzeit war, wurde die Gans auch am 29. September, zu Michaelis gegessen oder nach Beendigung der Fastenzeit. Die Geschichte des Bratapfels ist wohl nicht nachzuverfolgen, doch wissen wir, dass Süßspeisen ganz allgemein eine große Delikatesse bedeuteten und längst nicht jedem zugänglich waren. Einen Ofen gleich welcher Art gab es jedoch in jedem Haus. So war der Bratapfel selbst in einfacheren Haushalten eine beliebte Leckerei in der Winterzeit.

 Christina Telker