Weihnachten, die Zeit der Traditionen

Vier Wochen dürfen wir durch die Adventszeit gehen. Eigentlich beginnt sie ja schon viel früher für uns. Ich meine nicht, dass wir bereits im September Lebkuchen im Supermarkt zur reichen Auswahl bekommen. Nein, ich meine die Adventszeit, die in unsere Herzen einzieht. Die uns und unsere Stimmung verändert. Nicht jeder ist gleich veranlagt in puncto Melancholie. Manch einer wartet sogar bis zum Vorabend des 1. Advent, um es sich daheim gemütlich zu machen. Wir schmücken unsere Wohnung in der Woche vor dem ersten Advent. Wie schön ist es doch, wenn dann Räuchermännchen, Nussknacker, Schwibbögen und Pyramiden unseren Blick auf sich ziehen. Fast wie im Erzgebirge kommt man sich dann vor. Auch unser kleines Engelorchester das nicht fehlen. Werden dann am 1. Advent zum Frühstück die Kerzen am Leuchter angezündet, zieht ein Hauch von Weihnachtsfreude bei uns ein.

 

Die stille Zeit, sie bricht nun an,

drum zünden wir die erste Kerze an.

Es leuchtet ein Licht in die Dunkelheit,

wir halten unsere Herzen bereit.

Wir öffnen sie für die Nächstenliebe,

für Frieden und für das Kind in der Krippe.

Herr, hilf, dass wir uns auf dich besinnen,

dass wir dir folgen. Herr, hilf gelingen!

Der Stress und die Hektik sei außen vor,

für dich allein öffnen wir unser Ohr.

Die erste Kerze, sie möcht uns begleiten,

durch diese Zeit und Freude bereiten.

Sie führt uns den Weg zur Krippe hin,

dort werden wir finden das Jesuskind.

Zum 1. Advent

 

Ich warte. Aber worauf eigentlich? Warte ich darauf, ob vielleicht in dieser Adventszeit ein wenig Zeit zum Hören und besinnen für mich bleibt? Oder warte ich im Stillen schon auf die Geschenke unter dem Christbaum? Warte ich darauf, ob vielleicht einmal für mich eine kleine Überraschung dabei sein wird? Oder warte ich darauf, ob das Fest friedlich verlaufen wird, ohne dass sich Oma Gerda wieder in den Vordergrund stellt und die Regie übernimmt?
Vielleicht warte ich aber wahrhaftig auf Jesus, das Kind in der Krippe, damit dieses göttliche Kind in meinem Herzen einziehen kann. Schenke ich ihm und mir, ein paar besinnliche Momente, um zu mir selbst zu finden und zu ihm? Auf diese Ankunft zu warten, wirkt sich auf mein weiteres Leben aus. Mit Jesus als Freund und Wegbegleiter habe ich den richtigen Partner gefunden. Da hat sich das Warten gelohnt. Gönnen wir uns, in der nun beginnenden Adventszeit, täglich ein paar stille Minuten bei Kerzenschein, allein oder im Kreise der Familie.
Dies kann schon mit den Vorbereitungen auf den Advent beginnen, mit dem Kranz, den ich mir selber flechte, mit dem Lichterbogen, der mich noch an mein Elternhaus erinnert und den ich vom Boden hole, um ihn ans Fenster zu stellen. In den nächsten Wochen möchte ich mich an ihm erfreuen und sein Licht für denjenigen strahlen lassen, der noch nichts von dem Kind in der Krippe gehört hat. Für denjenigen, der einen Lichtschein braucht, damit es in ihm hell wird.
Das Warten kann auch beginnen mit dem Bummel über einen Adventsmarkt und der Suche nach passenden kleinen Aufmerksamkeiten für die Menschen, die mich das ganze Jahr über mit ihrer Gegenwart erfreuten. Ich denke an den Zusteller meiner Pakete oder die Kassiererin an der Kasse, die mich immer so freundlich bedient.
Auch die Weihnachtsbäckerei darf nicht zu kurz kommen, weil ich mir, gerade im Advent Gäste aus der Nachbarschaft eingeladen habe. Wie lange habe ich schon Tante Erna nicht mehr angerufen. Wie wird sie sich freuen über einen Anruf in der Adventszeit!
Eventuell erinnere ich mich auch daran, dass im Schrank, in der Kammer, noch Bastelutensilien liegen, die längst vergessen waren. Gönne ich mir die Zeit und beginne Kleinigkeiten selbst herzustellen. Das kann mir selbst, und dem Beschenkten, Freude bringen.
Diese Vorbereitungen auf das eine Fest des Jahres, die Geburt Jesu, können mir innere Freude und Frieden bringen. Gehen wir mit Maria den Weg nach Bethlehem. Viele Wege führen zur Krippe, doch nur einer durch unser Herz. Lassen wir uns von Maria und ihrem Gottvertrauen anstecken.