29. November - 1. Advent
Begeben wir uns doch einmal mit Maria auf den Weg nach Bethlehem. Nehmen wir uns die Zeit und gehen wir diesen Weg von der Verkündigung, durch das Bangen und Hoffen mit ihr. Begleiten wir die junge Frau durch die Schwangerschaft bis hin zur Geburt in einem Stall. Versuchen wir es, uns in ihre Lage zu versetzen, die gewiss nicht einfach war. Für uns ist sie die Heilige Jungfrau, die Mutter Jesus. Damals jedoch, vor über 2000 Jahren, war sie eine junge Frau, wie jede andere in ihrer Umgebung.
Gottesfürchtig und fromm erzogen, verlobt mit einem Tischler, mit dem sie ihr Leben teilen sollte. Keiner fragte sie, ob dies ihr Wunsch war, das war damals nicht üblich. Begleiten wir Maria auf ihrem Weg durch diese Zeit bis hin nach Bethlehem und vergleichen wir ihr Leben mit dem Leben, das wir heute führen. Machen wir uns ein paar Gedanken um diese junge Frau, die nicht gefragt wurde, welchen Mann sie heiraten möchte oder ob sie in so jungen Jahren der Rolle einer Mutter gewachsen ist. Gott selbst hatte sie für diese Mutterrolle ausersehen. Auch heute haben junge Frauen noch längst nicht in allen Ländern die freie Wahl, wenn es um den Ehemann geht. Wir können darüber selbst Entscheiden zu welcher Zeit wir ein Kind bekommen möchten. Alles ist heute planbar.
Ganz gleich, wie wir zu Maria stehen oder über sie denken, wir sollten ihr in jedem Falle mit Hochachtung begegnen und versuchen uns einmal in ihre Lage zu versetzen. Gerade im europäischen Raum, ist solch eine Situation, die Maria erlebte, kaum noch vorstellbar. Doch alles, was sie ertrug, bewältigte sie aus einem großen, festen Glauben an Gott. Dem sie in jeder Situation vertraute. Mit diesem Büchlein möchten wir Maria auf ihrem Weg nach Bethlehem begleiten. Wo es möglich war, habe ich den Gedanken über Maria einen Bibeltext vorangesetzt.
Vier Kerzen auf dem Weg zur Krippe
Die erste Kerze auf dem Weg,
soll für den Frieden brennen,
damit der ganze Erdenball;
kann Gott, als Herrn erkennen.
Die zweite Kerze auf dem Weg,
trägt Liebe in die Welt,
sie reicht die Hand zur Menschlichkeit,
denn es wird höchste Zeit.
Die dritte Kerze auf dem Weg,
strahlt Mut und Hoffnung aus,
sie fordert auf zum Mitgestalten,
nicht länger nur den Mund zu halten.
Die vierte Kerze auf dem Weg,
weißt auf das Kind in Bethlehem,
spricht von den Hirten auf dem Feld
und von dem Stern am Himmelszelt.
Am Heiligabend stehen wir,
dann in dem Stall in Bethlehem,
wir danken Gott für seinen Sohn,
der zu uns kam vom Himmelsthron.
© Christina Telker
