Herbst des Lebens

 

Voll bunter, schöner Farbenpracht

zeigt sich der Herbst uns Jahr für Jahr,

so ist auch unser Leben,

ganz einfach wunderbar.

 

Bist du erst über sechzig,

meinst du es kommt nichts mehr,

dann sieh des Herbstes Blumen,

das reinste Farbenmeer.

 

Betracht einmal dein Leben,

was es zu bieten hat,

so wirst du plötzlich staunen,

was Gott für dich erdacht.

 

Es gibt so viele Seiten,

bunt wie Herbstfarben sind,

lerne dich wieder freuen,

freuen, wie einst ein Kind.

 

Drum reise in die Ferne,

lerne die Welt zu sehn,

ein gutes Buch zu lesen,

das Leben ist so schön.

 

Jammer nicht ohne Ende,

was du nun nicht mehr kannst,

nimm an, des Herbstes Farben,

dankbar aus Gottes Hand.

Christina Telker

Die Uhr

 

Wir sind auf sie angewiesen;

im Lebensalltag unsrer Zeit.

Die Zeit, sie teilt den Tag in Stunden,

am Morgen ist der Abend weit.

 

Um acht musst du zur Arbeit eilen,

um neun bist du schon voll im Stress,

um zehn auf eine Sitzung eilen,

um zwölf Uhr du zum Mittag hetzt.

 

Der Nachmittag mit seinen Stunden,

er ist genauso aufgeteilt,

du rennst dahin von Stund zu Stunde,

so kommt der Abend angeeilt.

 

Ja, so rinnt die Uhr des Lebens,

rennt Tag für Tag und Jahr für Jahr.

Am Ende fragst du dann vergebens,

ob das der Sinn des Lebens war.

 

Darum genieße jede Stunde,

lass dich nicht treiben von der Zeit,

versuche jeden Tag zu lächeln,

verbanne deine Sorgen weit.

Christina Telker

Ein Lächeln

 

Send ein Lächeln auf die Reise,

lass es zieh auf seine Weise,

über Täler, über Höhn`,

über Meere, über Seen.

 

Lächle an das Kind beim Spiel,

sieh wie heiter es sich fühlt.

Dort der Mann mit seiner Last,

send ein Lächeln, dass er`s schafft.

 

Sieh die Frau mit ihren Leiden,

send ein Lächeln, ihr zu zeigen,

‚Freu dich, du bist nicht allein,

auch dir lacht der Sonnenschein‘.

 

Dort der Mensch mit grimm`ger Miene,

Zorn steigt tief von innen auf.

Send ein Lächeln, so erkennt er,

Hoffnung ist des Lebens Lauf.

 

Wenn du dort, wo man dich braucht,

stets ein Lächeln hältst bereit,

schenkst du manchem wieder Mut

und ein wenig Sonnenschein.

Christina Telker

Die erste deutsche Ärztin

(1715 – 1762)

 

‚Frau Doktor‘, wurde sie genannt

und war im Umkreis weit bekannt,

der König selbst, war einst so gut,

verlieh ihr einen Doktorhut.

 

Frau Leporin, so war ihr Name,

aus Quedlinburg kam diese Dame,

sie zeigte allem Mannsvolk an,

dass auch ne Frau studieren kann.

 

Sie war stets höflich und bescheiden,

drum konnten sie die Menschen leiden.

Ihr Wissen gab sie für die Armen,

denn einer musst sich ja erbarmen.

 

Sie fragte nicht nach Geld und Dank,

wenn einer von den Ärmsten krank.

Sie stellt sich mit den Armen gleich,

ihnen zu helfen war ihr Preis.

 

Sie liebte ihre Kinder sehr,

die Arbeit war oft bitter schwer.

Doch zeigte sie dem ganzen Land,

auch Frauen können allerhand.

 

Sie war die Kämpferin der Stunde,

darum war sie in aller Munde.

Sie half wo Hilfe nötig war,

sie tat dies stetig Jahr um Jahr.

Christina Telker

Beim Zahnarzt

 

Beim Zahnarzt schlägt das Herz uns schnell,

wir möchten lieber fliehen.

„Ob er heut bohrt oder nur schaut,

vielleicht wird er auch ziehen?!“

 

Wenn wir doch wieder draußen wär´n

auch wenn´s nur zehn Minuten.

Der Blutdruck ist am Siedepunkt,

der Angstschweiß wird gleich fließen.

 

Doch geben wir dies niemals zu

wir woll’n uns mutig zeigen

und durch muss du ja sowieso

wenn du gesund willst bleiben.

 

Nun sind wir draußen es ging gut

wir können es kaum fassen!

Das nächste Mal neh´m wir es leicht:

„Nicht unter kriegen lassen!“

 

Die Angst kann uns in keinem Fall

je helfen oder nutzen,

das Einzige, wir wissen es

heißt: Immer kräftig putzen!

Christina Telker

Auf dem Bahnhof 

Lautes schnaufen, Bremsen quietschen,

Züge fahren; enden hier.

Lautsprecher verkündet wieder,

ne Verspätung; und das mir!

 

Viele Sprachen sich hier finden,

jeder hat ein andres Ziel.

Koffer schleppen, eil‘ges rennen,

oft wird einem das zuviel.

 

Mancher fährt einmal im Jahre,

mancher bringt nur Freunde fort,

die gekommen zu Besuch;

von `nem weit entfernten Ort.

 

Du jedoch musst täglich reisen,

dein Beruf verlangt es so,

du siehst kaum noch aus dem Fenster,

kennst die Landschaft sowieso.

 

Tröste dich, es gibt noch andre,

denen es genauso geht,

nimm ein Buch, versuch zu träumen

bis der Zug am Bahnsteig steht.

Christina Telker

Das Internet

 

Das liebe, gute Internet,

das hat so seine Tücken.

Ganz plötzlich rührt sich gar nichts mehr,

das kann uns mächtig drücken.

 

Man gibt sein ganzes Wissen hin,

und kann doch nichts bewegen,

man brummt und knurrt, dann gibt man auf,

der Fachmann kann’s beheben.

 

Der Schaden kost` manch Euro gar,

das tut uns arg missfallen,

doch ohne Laptop geht es nicht,

ich glaub so geht`s uns allen.

 

Ist dann der Kasten wieder flott,

dann steigt auch uns`re Laune.

Nun sind wir wieder unterwegs,

man höre und man staune.

Christina Telker

Das Wetterhaus

 

Das Leben ist ein Wetterhaus,
nicht immer schaut die Sonne raus,

doch kann ein Lächeln, früh am Morgen,

für Sonnenschein am Tage sorgen.

 

Drum mach kein finsteres Gesicht,

wenn mal ein Regenschauer fließt,

denkt an die Blumen, um dich her,

sie brauchen diesen Regen sehr.

 

Gott teil das Wetter darum ein;

in Regen und in Sonnenschein,

das Mosaik des Lebens,

kann Sonn` und Regen geben

 

Im Wetterhaus, geht’s lustig zu,

es ist mal trüb, mal heiter,

wie auf der Lebensleiter.

© Christina Telker

Der Lehnstuhl

 

Im Lehnstuhl sitzt die Muhme

und sie denkt still zurück.

An die verflossnen Jahre,

an manches kleine Glück.

 

Auf ihrem Schoß das Kätzchen,

es schnurrt und schmeichelt ihr.

Lang lebt sie schon alleine,

gäb´s nicht dies liebe Tier.

 

Die Zwei, sie sind gute Freunde,

so hält sie es hier noch aus.

Kaum kommt einmal ein Enkel,

kurz vorbei zu einem Plausch.

 

Ja, ihr Lehnstuhl steht am Fenster,

an ihr zieht vorbei die Welt.

Sie freut sich an dem bunten Leben,

das sie noch recht jung erhält.

Christina Telker

Der Clown

 

Der Clown, der bringt dein Herz zum klingen,

der Clown will fröhlich mit dir singen.

Du lachst, siehst nur die Welt im Spaß,

den Mensch im Clown, du ganz vergast.

 

Der Clown er lacht den ganzen Tag

der Clown er kennt fast jeden Spaß,

doch legt er seine Maske ab,

auch er so manchen Kummer hat.

 

Der Clown wird niemals traurig sein

er strahlt heiter wie Sonnenschein.

Doch ist die Schminke vom Gesicht

oft traurig unser Clown dann blickt.

 

Er ist ein Mensch wie Jedermann

der auch nicht immer lachen kann.

Vielleicht denkst du auch mal daran

dass auch ein Clown mal weinen kann.

Christina Telker

Entspannung pur

 

Ferne Ziele, ziehen uns mit Macht,

vieles möchten wir erkunden,

doch an Einkehr in die Wunderpracht;

der Natur; wird heut kaum noch gedacht.

 

Bergesgipfel wolln erklommen sein,

Meerestiefen, warten auf Eroberung,

doch die Wolkenwanderung im Blick zu haben,

wie dereinst in Kindertagen,

dafür fehlt uns meist die Zeit.

 

Einfach nur im Gras zu liegen,

lauschen dem, was uns umgibt,

eine Blume stille zu betrachten,

ein Geschenk; das es heut kaum noch gibt.

 

Einmal alle Pläne durchzustreichen,

die Termine zählen heut nicht mehr,

dafür Stille, in uns auszubreiten,

zu empfinden; wie der Wind die Haut berührt.

 

Ein Geschenk, das wir uns machen können,

wertvoller als Gold und Edelstein,

unsrer Seele mal Entspannung gönnen,

auszuruhn; einmal, ich selber sein.

 Christina Telker