Dieses wunderschöne Lied von Paul Gerhardt erschien erstmals 1652 in einem Gesangbuch. Lange warteten die Juden auf den Messias, der sie von der Tyrannei befreien sollte. Simeon hatte oft Gott gebeten, er möchte ihm den Retter der Welt zeigen, bevor er sterben müssen, denn Simeon hatte bereits ein hohes Alter erreicht. Wie er, so überlegte auch Paul Gerhardt, wie würde ich Jesus empfangen, wenn er zu mir kommen würde? Wie die Jungfrauen, die ihre Fackeln brennen lassen, bis der Bräutigam kommt? Doch wann kommt dieser Erlöser, das kann keiner von uns Menschen sagen, damals nicht und auch heute nicht, denn Jesus versprach bei seiner Himmelfahrt: "Ich komme wieder!" So stellen wir zu allen Zeiten die Frage, wie soll ich IHN empfangen? Ist mein Heim gut genug, bin ich gut genug, um IHM Willkommen zu heißen?

So denkt Paul Gerhardt weiter darüber nach, soll ich einen roten Teppich / Palmen auslegen? In jedem Falle möchte ich IHM dienen und ihn ehren!

DU, JESUS, hast alles getan, um mir ein Leben in deinem Reich zu ermöglichen. Dafür will ich lobsingen und dich preisen. Als ich ganz unten war, und keine Rettung in Sicht, da kamst du und reichtest mir die Hand. Du hast mich zu dir emporgehoben. Deine Liebe hat dich auf die Erde getrieben, um uns Menschen zu erlösen! Herr, wir danken dir.

 

Möchtet Ihr das Lied hören oder mitsingen, dann könnt Ihr das hier

 

1. Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,
mir kund und wissend sei.

2. Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.

3. Was hast du unterlassen
zu meinem Trost und Freud,
als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen,
da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht.

4. Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.

5. Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen,
so fest umfangen hast.

 

 

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