Februar

Wohl denen, die da wandeln

 

Cornelius Becker schrieb im 17. Jahrhundert einen Liedtext in Anlehnung an den 119. Psalm. Bereits in der ersten Strophe geht es dem Dichter um die wahre und aufrichtige Suche nach Gott. So ähnlich ging es den Jüngern und den Freunden Jesu, nach dessen Auferstehung. Die Frauen begegnen dem Gärtner im Garten Gethsemane, als sie von Jesu Grab kommen. Sie reden mit ihm, fragen ihn, „Weißt du, wo man Jesus hingebracht hat?“ Doch erst, als sie ihren Weg fortsetzen, erkennen sie, dass sie mit Jesus selbst sprachen. Geht es uns nicht auch manches Mal ähnlich. Wir sind auf der Suche nach Gott und merken nicht, dass er uns schon längst seine Hand gereicht hat.

In der zweiten Strophe spricht der Dichter von dem Dank, den wir nicht vergessen sollten. „Dir sein Dank alle Zeit!“, singen wir in diesem Lied. Dies zu verinnerlichen, darum geht es. Nicht nur ein äußerer Dank soll es bleiben, sondern tief aus dem Herzen soll er kommen. Auch den Jüngern geht es so, auf dem Weg nach Emmaus. Sie reden mit dem Fremden, der sich zu ihnen gesellt, doch sie erkennen ihn nicht. Erst später, als sie ihn zum Mahle bitten, und er das Brot bricht, erkennen sie Jesus. So geht es auch uns ab und zu, wir reden im Gebet mit Gott und spüren erst, wenn wir uns von unseren Problemen entfernen, dass Gott ja da war, als unser Begleiter. Nach der Auferstehung ist Jesus nicht mehr greifbar, nicht mehr, der, der er vor der Kreuzigung war. Für die Jünger eine ungewohnte Situation. Jesus tritt unverhofft bei ihnen auf und verschwindet ebenso unverhofft auch wieder. Für sie ist dies eine fremde Situation, die sie erst lernen müssen, zu begreifen. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem sich Jesus von der Erde verabschiedet, Himmelfahrt. Seitdem sind wir im Geiste mit ihm verbunden.

Hier könnt Ihr das Lied hören

 Januar

 

Jesus geh voran auf der Lebensbahn

 

Dieses Lied von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf geht uns wohl allen ins Herz. Ein Lied, das alles aussagt, was uns wichtig ist für unser Leben. Der Dichter bittet in der ersten Strophe darum, dass Jesus uns immer vorangehen möchte, denn wo er vor uns geht, ist uns sein Schutz sicher. Doch der Dichter geht noch weiter, indem er ganz besonders um Schutz in den schweren Stunden unseres Lebens bittet, wenn Stürme uns umbrausen und wir dringend Halt suchen. Weiterhin bittet der Dichter um offene Augen und Ohren, um auch unseren Nächsten und sein Leid nicht zu übersehen. Die Brüder der Herrnhuter Gemeinde hatten es sehr schwer in ihren Anfängen, als sie am 21. August 1732 ihre ersten Missionare in die Welt sandten, um denen die frohe Botschaft von Gottes Liebe zu bringen, die noch nichts von Jesus gehört hatten. Nur mit dem Nötigsten versehen, machten sie sich mutig auf den Weg, in ferne Länder, um die frohe Botschaft zu verkünden. Heute ist eine große Gemeinschaft in Herrnhut tätig, die uns durch die Losungen und die leuchtenden Sterne zur Weihnachtszeit bekannt ist. Seit 290 Jahren gibt es die Losungen der Brüdergemeinde, die heute in über 100 Ländern Verbreitung finden, um auf diesem Wege den Menschen Gottes Wort zu bringen. Es gibt wohl kaum einen christlichen Haushalt, in dem die Losung nicht zur Morgenandacht auf dem Tisch liegt. „Jesus geh voran“, ein Wort, das immer aktuell bleibt und ein Lied, das uns begleitet.

 

Hier könnt Ihr das Lied hören

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