Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft bzw.

Gute Nachricht Bibel, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft

Ein Engel möge dich begleiten

 

Ist Ihnen schon mal ein Engel begegnet? Nein, ich meine nicht diese süßen, kleinen, geflügelten Wesen, die uns durch die Weihnachtszeit begleiteten. Ich meine Engel, die uns hilfreich zur Seite stehen, wenn wir sie dringend benötigen. Gibt es nicht? Gibt es doch, ganz real als Gottes Boten. Wer schon einmal einem Engel begegnete, der weiß, wovon ich rede. Diese Engel sehen aus wie du und ich, stehen uns aber ganz selbstlos zur Seite, dort, wo wir Hilfe und Beistand brauchen. Ja gewiß sie sind selten geworden, aber so zahlreich wie in den Schaufenstern in der Weihnachtszeit waren sie nie. Nein Engel, von Gott gesandte, waren immer und sind immer rar, sonst würden sie uns ja gar nicht mehr auffallen. Sie sind auch nicht für jeden erkennbar, sondern nur in Glauben und Dank anzunehmen. Ich möchte versuchen Ihnen/Euch monatlich eine kleine Geschichte über Engel, ganz im Allgemeinen zu erzählen.

Von Engeln begleitet

 

Glaubst du an Gottes Engel,

an Wesen mit Macht und Kraft?

Er stellte sie dir zur Seite,

stets auf dein Wohl bedacht.

 

Diese Engel begleiten,

dein Leben auf dieser Welt,

sie zeigen dir Gefahren,

ganz still, von Gott bestellt.

 

Sie sind keine Nippes Figuren,

aus Glas oder Porzellan,

die tragen die Botschaft des Herren

und handeln nach seinem Plan.

 

Sie brauchen auch keine Flügel,

sind oft ganz unscheinbar,

es genügt die Botschaft Gottes,

ihnen ganz offenbar.

 

Immer wenn solch ein Engel

in unser Leben tritt,

setzt Gott für uns ein Zeichen,

verleiht seiner Botschaft Gewicht.

(c) Christina Telker

lienie

März

Engel des Vertrauens

Das ist eine schwierige Sache mit dem Vertrauen. In erster Linie möchten wir uns doch auf uns selbst verlassen, bevor wir anderen Vertrauen entgegenbringen. Im Moment ist es wieder sehr schwer mit dem Vertrauen. Uns wird von der Regierung so einiges versprochen. Gerne würden wir es glauben, aber wir sind zu oft enttäuscht worden, so daß es mit dem Vertrauen nicht weit her ist.

Wie ist das jetzt aber mit dem Glauben an unseren Schutzengel. Vertrauen wir ihm eigentlich oder hoffen wir nur, daß er vielleicht zur rechten Zeit an unserer Seite ist? Als Christen wissen wir, daß Engel stets die Boten Gottes sind. In seinem Auftrag handeln sie. So geht es in erster Linie wohl darum Gott zu vertrauen. Können wir das? Wie steht es mit unseren Erfahrungen mit Gott? Viele von uns haben die Erfahrung gemacht, daß wir uns bei Gott unbedingt geborgen fühlen können. Immer wieder zeigt er uns seine Liebe. Möge zur rechten Zeit ein Engel bei uns sein, der uns seine Hand reicht, um uns Vertrauen zu schenken, wo unsere Kraft nicht reicht.

 

Vertrauen

 

Oh Herr, schenk uns Vertrauen,

zu dir und deiner Kraft,

lass uns den Himmel schauen,

wenn zu uns kommt die Nacht.

 

Die Nacht mit ihren Schatten

und Zweifeln um uns her,

wenn wir nur sehen Dunkelheit

und uns das Herz wird schwer.

 

Du hilfst uns immer weiter,

auch wenn wir es nicht sehn,

sind unsre Wege vorbestimmt,

du hilfst uns sie zu gehn.

 

Herr schick uns einen Engel,

wenn wir verzweifelt sind,

dass wir das Licht des Morgens sehn,

wenn neu der Tag beginnt.

© Christina Telker

 

 

lienie 

 

Februar

 

Seht zu, daß ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Matthäus 18, 10

 

Kennen Sie ihren Schutzengel? Diese Frage werden wohl zumindest die meisten, wenn nicht jeder mit NEIN beantworten müssen und doch wissen wir, daß es ihn gibt, daß Gott ihn uns bei unserer Geburt an die Seite gestellt hat. Wenn wir unseren Schutzengel auch nicht persönlich kennen, so ist er doch bei den meisten von uns schon irgendwann in Erscheinung getreten. Ich habe es eilig, durch die Verspätung meiner Bahn werde ich kaum noch den Anschlußzug bekommen. Ich muß jedoch noch eine Straße überqueren. Ich renne, schaue nach Links und Rechts und renne über die Straße, auf einmal quietschen Reifen und fast in Hautkontakt hält ein riesiger Reifen eines Lasters, dessen Räder meine Körpergröße überragen, neben mir. Ich bin gerettet, auch wenn ich den Zug, den ich unbedingt bekommen wollte, nicht mehr erreiche, denn ich befinde mich erst einmal in einem Schockzustand.  Zufall? Es gibt Menschen, die das sagen werden, für mich war es Gottes Fügung und obwohl ich mich auf einer öffentlichen Straße befinden, rufe ich erst einmal laut ein „Danke“ gen Himmel.

Ich werde ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem der Arzt an diesem Tage viermal zum Hausbesuch da war. Die Aufnahme bekomme ich noch mit, dann wird es dunkel. Als ich am nächsten Tag erwache und mich verwundert umsehe, sagt meine Bettnachbarin „Die Ärzte haben nicht mehr damit gerechnet, daß sie sie durchbekommen.“ Ich liege an vier Schläuchen und es dauert Wochen, bis ich wieder halbwegs genesen bin. „Glück gehabt“, werden wieder einige sagen. Doch für mich war dieses „Glück“ eine Führung Gottes, der mich noch nicht in seinem Reich sehen wollte. Ich danke meinem Schöpfer. Gutmachen kann ich es nie, aber das verlangt Gott auch nicht von uns. Danke mein Schutzengel, daß du deinen Dienst so gut versiehst.

Gott gibt auf uns acht und sendet seinen Engel, ganz gleich wo, wir uns befinden. Unser himmlischer Vater hält seine schützende Hand über uns. (c) Christina Telker

 

Schutzengel

Ein Engel kam vom Himmelszelt,

dich zu beschützen, auf die Welt.

Ist er für dich auch nicht zu sehn,

wird er dir doch zur Seite stehn

 

Als du einst kamst auf diese Welt,

da wurde er dir zugesellt,

und als du tatst den ersten Schritt,

ging er an deiner Seite mit.

 

Am Tage gibt er auf dich Acht

bei Nacht bewacht es deinen Schlaf.

Machst du´s ihm auch nicht immer leicht

er doch in deiner Nähe bleibt.

 

Du bist nun groß und gehst allein,

den Weg zur Schule, das ist fein.

wird`s auch nicht immer einfach sein,

dein Engel lässt dich nicht allein.

 

Drum denke auch einmal daran,

wie du dem Engel helfen kannst,

gib selbst ein wenig auf dich Acht

damit du es ihm leichter machst.

(c) Christina Telker

 

 lienie

Januar

Engel des Verzichts

Gerade haben wir die Zeit der Völlerei, wie Luther sagen würde, hinter uns gebracht. Momentan fällt uns der Verzicht sicher etwas leichter als sonst. Wir sind noch völlig übersättigt, von all den Speisen, die sich unserem Magen anboten, von all den süßen Naschereien, die wir wieder einmal mehr als gut für uns, zu uns nahmen und die wir gerne jetzt einmal liegenlassen. Aber das ist nicht Verzicht, das ist eine Abwehrreaktion unseres Körpers, der sich gegen den Überfluß wehrt.

Gehen wir zurück in die Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Tausende Flüchtlinge sind unterwegs, der Winter naht, sie haben weder Nahrung noch Unterkunft. Sie ziehen wie eins Maria und Josef von Ort zu Ort und von Tür zu Tür, in der Hoffnung, daß ein Einziger, Erbarmen mit ihnen haben möchte. Auch Hanna ist mit ihrer kleinen Tochter unterwegs. Sie weiß nicht wie lange sie es noch durchhalten kann, so entkräftet ist sie. Eine alte Frau sitzt am Fenster ihrer kleinen Lehmhütte. Vor einigen Wochen bekam sie die Nachricht von der Front, daß ihr Mann gefallen sei. Heute hält sie ebensolchen Brief in der Hand, der ihr die Nachricht vom Tode ihres einzigen Sohnes kundtut. „Was soll nur aus mir werden?“, fragt sie sich. Der Mut und die Hoffnung haben sie endgültig verlassen. Da sieht sie von ihrem Platz am Fenster, diese einsame Frau mit dem Kind. Sie kennt diese suchenden Gestalten. Bisher wartete sie auf ihren Sohn, heute weiß sie, sie kann Quartier geben. Sie öffnet das Fenster und ruft die Frau zu sich heran und bittet sie hereinzukommen. Verwundert nimmt die junge Frau an und tritt ein. Die Hütte ist so klein, daß die junge Frau den Kopf einziehen muß und doch ist es ein Obdach.  Die beiden Frauen haben sich viel zu berichten, während das Kind auf der Ofenbank schläft. Nach dem Gespräch wissen beide, sie werden es gemeinsam versuchen.

Verzicht? Ja und nein. Beide Frauen haben etwas geschenkt bekommen. Die eine ist nicht mehr einsam und die andere hat ein Dach über dem Kopf. Und doch auch Verzicht. Die alte Frau gibt einer Fremden Obdach für viele Jahre. Da heißt es zusammenrücken, sich selbst zurücknehmen um ein friedliches Miteinander möglich zu machen. Verzicht auf persönliche Freiheit. Auf den anderen eingehen, miteinander das wenige, was da ist, teilen. Mit Gottes Segen machen beide es möglich. (c) Christina Telker