Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft

27.01.2023

Jesus ist kommen Grund ewiger Freude

Dieses ins Ohr gehende Lied von Johann Ludwig Konrad Allendorf begleitet mich bereits seit meiner Kindheit. Wir sangen es immer wieder einmal bei unseren Abendandachten. Der Text des Liedes lässt die pietistische Gedankenwelt des Dichters erkennen. Er war Liederdichter, Pädagoge und lutherischer Pfarrer. Aus seiner Feder stammen 132 Lieder. Er war Schüler von A. H. Francke in Halle. Diese Zeit wie auch die Erziehung in seinem Elternhaus trugen viel zu seiner späteren Glaubenssicht bei. An sein Studium schloss sich die Stelle eines Hofpredigers in Köthen an. Nach verschiedenen Pfarrstellen, unterrichtet er später am lutherischen Gymnasium in Halle.

Dieses Lied geht uns bereits von der Melodie her ins Ohr. Sein Text ist mutmachend. So stimmt der Dichter uns auf das neue Jahr ein. Ganz gleich, was vor uns liegt, Jesus geht diesen Weg mit uns und wird uns hindurchtragen. Dieses Lied lädt uns mit seiner fröhlichen Melodie ganz einfach dazu ein, die Trübsal draußen zu lassen und wohlgemut nach vorne zu schauen. Der Dichter hatte es im eigenen Leben erfahren, dass wir mit Jesus auf der richtigen Spur sind. Darum trägt dieses Lied eine so fröhliche Melodie, die sogar zum Tanzen anregen könnte. In Halle bei Gustav Hermann Francke wurde ihm klar, dass der Glaube für alle Menschen gleich ist und dass Gott keine Unterschiede macht, zwischen Arm und Reich. Das wollte der Dichter vor allem ausdrücken. Lasst uns Gott danken und fröhlich sein, denn er liebt uns. In seinem Lied lobt der Dichter alles, was wir von Gott als Geschenk annehmen dürfen, wie sein Gnade, seine Vergebung und seine Liebe. Wer sollte da nicht fröhlich sein. Die Trübsal bleibt draußen. Wir dürfen Gottes Liebe weitergeben und das mit fröhlichem Herzen. (Christina Telker)

 

20.01.2023

 

 

Heimatklänge

 

Unter Heimatliebe versteht wohl ein jeder von uns etwas Anderes. Aber wie sieht es ganz persönlich bei mir damit aus? Gewiss, wir leben in einer Multikulti Gesellschaft. Wir erfreuen uns daran, in alle Länder der Erde reisen zu können. Wer Fremdsprachen beherrscht, kommt weiter im Leben. Doch unsere Heimat, unsere Wurzel, sind doch die, die uns tragen, die uns Lebenskraft geben. Hier bekommen wir Werte vermittelt, die wir an spätere Generationen weitergeben können. Konnte ich mir noch vor zwanzig Jahren nicht vorstellen, jemals einen zweiten Ort Heimat zu nennen, so bin ich doch ein zweites Mal heimisch geworden. Vielen von uns wird es so gehen, wenn wir aus den unterschiedlichsten Gründen aus dem Ort unserer Kindheit fortziehen.

Anders ist es hier mit den inneren Werten, die wir im Elternhaus fürs ganze Leben mitbekamen. Dieses innere Heimatgefühl wird uns nie verloren gehen.  Hierzu zählen unsere Sprache, der Glaube, das Zugehörigkeitsgefühl zu einem Land, einer Region. All das liegt in unserem Innersten festverwurzelt. Als Eltern und Großeltern sind wir verpflichtet, es an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben. Auch die Erinnerung an unsere Vorfahren ist hier wichtig. Ihnen die nötige Achtung zukommen zu lassen, ist möglich, in dem wir von ihnen und ihrem Leben erzählen. So hinterlassen wir jüngeren Generationen einen Schatz, der sie im Leben stützt und ermutigt. Denn vor allem geben wir auch unseren Glauben weiter. Von Generation zu Generation. Selbst, wenn dies einmal etwas verloren geht durch berufliche Hektik und andere Freunde, im Alter haben wir Zeit zum Nachdenken und finden meist wieder zu unseren Wurzeln zurück. (Christina Telker)

13.1.2023

Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind,

und verbindet ihre Wunden.

Psalm 147,3

Ist es nicht wunderbar, einen Arzt zur Hand zu haben, der rund um die Uhr für uns ansprechbar ist! So wird dieser 147. Psalm zu einem Loblied auf Gottes Führung und Bewahrung. Der Dichter rühmt Gott aus voller Seele. Er redet davon, wie durchdacht und großartig Gott die Natur erschaffen hat und sie erhält. Er spricht von den Lichtern der Nacht, die zu der Zeit des Psalmdichter ganz anders auf die Menschen seiner Zeit wirkten als heute. Wir kennen keine Dunkelheit mehr, da von immer künstliche Lichter leuchten. Als Stadtmensch, war es für mich in jungen Jahren eine gewaltige Umstellung, als wir auf dem Dorf Urlaub machten. Dort wurde die Straßenbeleuchtung um 24 Uhr abgeschaltet, um, gegen 5 Uhr wieder neu zu erstrahlen. Während meine Familie sich ruhigen Schlafes erfreute, starrte ich in die Dunkelheit. So hatte ich viel Zeit, für Gebete und ein Reden mit Gott. Die ersten Nächte war an Schlaf nur minimal zu denken.

Doch zurück zu dem Psalmbeter, der sich ebenfalls die Zeit nimmt, mit Gott zu reden und ihn zu loben. Er denkt dabei nicht nur an die Schöpfung, sondern auch an die Hilfe, die Gott immer wieder seinem Volke Israel zuteilwerden lässt. Immer wieder ruft der Dichter seinen Zuhörern in diesem Lied zu: Lobet den Herrn für seine Treue! Halleluja! „Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen.“ Auch, dass Gott sich um die Nahrung seiner Geschöpfe kümmert, lobt der Dichter. Dass Gottes Wort um die Welt läuft, wie wir im 16. Vers lesen können, ist dem Dichter bei seinem Lobpreis wichtig. Kann es uns bessergehen, als einen solchen Gott an unserer Seite zu wissen. Einen liebenden Vater, der in jeder Lage für uns da ist. Auf den wir bauen und vertrauen können. (Christina Telker)

6. Januar 2023

Alles hat seine Zeit

 

Vor ein paar Tagen haben wir es gerade wieder einmal erfahren, ein altes Jahr ging zu Ende und ein neues öffnete seine Pforten. Alles hat seine Zeit, ein Jahr hat 365 Tage, auch die Monate haben ihre eigene Zeit, mal mehr mal weniger und sie haben sogar ihre eigene Jahreszeit. Wie wunderbar ist doch alles in Gottes Schöpfung eingerichtet. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“, lesen wir im Buch des Predigers Salomo. Unsere Lebenszeit ist uns zugemessen, auch wenn wir dies in manchem Falle viel zu kurz empfinden, doch Gott lässt nicht mit sich handeln. Er ist der Einzige, der über Leben und Sterben, Sommer und Winter seine Hand hält.

Zeit, von der wir eigentlich immer zu wenig haben. Oft war mein Wunsch: „Ach, wenn der Tag doch 48 Stunden hätte!“ Doch wären wir denn damit zufrieden. Würde uns die liebe Zeit nicht selbst dann noch fehlen? In jungen Jahren leben wir manches Mal gedankenlos in den Tag. Es gibt so vieles, was unseren Tag ausfüllt, was wir erleben und genießen möchten, ohne nachzudenken. Befinden wir uns in der Mitte unseres Lebens, sind unsere Tage so ausgefüllt durch Arbeit und Privatleben, dass uns die Zeit förmlich durch die Finger rinnt, wie der feine Küstensand am Meer. Werde wir erst älter und befinden uns bereits im Ruhestand, trauern wir der verlorenen Zeit hinterher. Spätestens jetzt wird uns klar, wie wertvoll Lebenszeit ist, da unsere Stunden gezählt sind. Gerne würden wir manches rückgängig machen, da wir wissen, dass die verflossene Zeit ein für alle Mal vorüber ist und wir die Zeit nicht zurückdrehen können. Alles hat seine Zeit. Nutzen wir darum jeden einzelnen Tag, den Gott uns schenkt und danken wir ihm dafür, dass er so wunderbar seine Hand über uns hält. Geben wir jedem neuen Tag einen Sinn. (Christina Telker)

1.1.2023

 

Neujahr

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 121, 2

Der 121 Psalm ist einer von 73 Psalmen, die den Urheber als König David haben. Er hatte ein enges Verhältnis zu Gott, er achtete ihn über alles und sang immer wieder Loblieder auf Gottes Weisheit und Gnade. David vertraut Gott und findet dafür bei ihm Geborgenheit, Mut und innere Ruhe. Dieser Psalm war als Wallfahrtslied gedacht. Bevor ich mich auf solch eine Reise begebe, ist es gut, mich und mein Leben Gott anzuvertrauen und ihn um Schutz auf dem Weg zu bitten. Wallfahrtsziele liegen meist in den Bergen, darum weist der Psalmbeter speziell darauf hin: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ Schnell kann man auf felsigem Wege einmal ausgleiten und den Halt verlieren. Da ist es gut, wenn ich einen an meiner Seite weiß, dem ich blind vertrauen kann. Für den Psalmbeter ist dies Gott. Zu Zeiten als der Psalm geschrieben wurde, war der Aberglaube noch recht tief verwurzelt bei den Menschen. Jede Glaubensgruppe hatte ihre Götter. Götzen für die verschiedensten Gelegenheiten, wie unter anderem Baal, den Wettergott. Auch diese Altäre waren auf den Bergen errichtet. So verstehen wir vielleicht die Frage des Beters: „Ich hebe meinen Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“, gleich besser. Doch in seinem Herzen ist sich David sicher: „Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Wer auf diesen Gott vertrauen kann, kann sicheren Fußes gehen. Da müssen wir doch unwillkürlich an den 2. Timotheus Brief denken: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Darauf konnte David vertrauen, auch wenn er Jesus noch nicht kannte. Er traute seinem Gott. (Christina Telker)

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