Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft

23.09.3022

Zeit für Träume

 

Wir unterscheiden Tag- und Nachtträume. Für Tagträume haben wir selten Zeit. Wir haben Wünsche, ohne die ein Leben nicht auskommt, aber ein Tagtraum, in den ich mich ergebe, in dem ich mir vorstelle, was wäre, wenn und dies bereits realistisch vor mir sehe, ist doch ganz etwas Anderes. Diese Träume unterliegen meinen Fantasien.

Die Träume der Nacht können wir nicht bestimmen. Manches Mal beschäftigen sie sich mit dem, was uns am Tage zuvor bewegte, ein anderes Mal sind sie total irrelevant und unvorstellbar, wenn wir am Morgen an sie zurückdenken. Dann wieder und das sind die häufigsten unserer Träume, wissen wir zwar, wir haben geträumt, bekommen jedoch keine Erinnerung an das was war mehr aufgebaut. Es gibt aber auch Träume, die uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben, weil sie für uns eine Botschaft enthielten. Das Problem ist dann, hören wir auf diese Botschaft oder tun wir es einfach ab und gehen stur unseren eigenen Weg weiter. Ein jeder hat seine eigenen Erfahrungen mit Träumen

Eins steht jedoch fest, unsere Seele liegt in Gottes Hand. Das Abendgebet gehört mit zu den wichtigsten, im Tageslauf. Viele Mütter beten mit ihren Kindern abends, vor dem Einschlafen. Das Abendgebet fährt unsere Gedanken herunter und lässt uns zur Ruhe kommen. So gehen wir getröstet in die

kommenden Nachtstunden. Mit guten, positiven Gedanken einzuschlafen, erleichtert uns den Übergang von einem hektischen Tag in eine ruhige Nacht. Möge Gottes guter Engel mit seinem Schutz bei uns sein und uns durch die Nacht begleiten. (Christina Telker)

16.09.2022

Brückenschläge

 

Brücken sind gewiss schöne Bauwerke. Aus den unterschiedlichsten Materialien erstellt, von großen Meistern der Architektur erdacht und oftmals sehr künstlerisch gestaltet; ziehen sie immer wieder bewundernde Blicke auf sich. Ob geschmiedet, aus vergangenen Jahrhunderten oder als Viadukt für Bahnlinien.

Brücken haben jedoch nicht nur als Ziel unser Auge zu erfreuen, ihre hauptsächliche Aufgabe ist es, zwei Seiten durch ein tragfähiges Bauwerk miteinander zu verbinden.

Auch im menschlichen Miteinander sind wir immer wieder auf tragfähige Brücken der Verständigung angewiesen. Was aber, wenn eine Brücke nicht hält, wenn sie zu viel (er)tragen musste, so, dass Schrauben und Nieten nicht mehr die Last tragen können und die Brücke zusammenbricht. Ist es dann noch möglich, aus den bleibenden Resten eine neue Brücke aufzubauen?

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, heißt es in der Bibel. Können wir das wirklich immer? Selbst wenn wir zur Versöhnung bereit sind; was ist, wenn unser Gegenüber keine Versöhnung wünscht? Oft ist es nicht einfach mit den Brücken des Lebens. Nicht immer sind sie so tragfähig wie die aus Metall oder Beton. Was ist, wenn wir nicht mehr können, wenn wir allein nicht mehr weiterkommen?

Versuchen wir es doch einmal mit dem Gebet. ‚Herr, hilf mir Brücken bauen‘, singen wir in einem Lied.

Wo wir nicht weiterkommen, können wir das Brückenbauen vertrauensvoll in die Hände Gottes legen und es ihm zutrauen. So manche Brücke wird dann langsam und sacht wieder aufgebaut, um den nächsten Sturm zu bestehen. Manch andere sind dauerhaft zerstört. Mit Gottes Hilfe jedoch werden wir jeden Verlust irgendwann überwinden.

 

 

 

Brücken

 

Brücken sind Wege, die verbinden,

Herzen können einander finden.

Du entscheidest selbst den Weg,

bestimmst, welche Lebensbrücke du gehst.

 

Die wichtigsten Brücken, die es gibt,

sind, wenn einer den anderen liebt.

Wenn Eltern mit Kindern, Hand in Hand,

gemeinsam gehn ein Leben lang.

 

Man sollte bedacht über Brücken gehen,

stets darauf achten, dass sie bestehen.

Ist eine Brücke erst einmal hin,

steht nach Versöhnung selten der Sinn.

 

Drum pflege die Brücke und baue sie aus,

so holst du Frieden dir ins Haus.

Versuch neue Brücken aufzubauen,

so kannst du getrost in die Zukunft schauen.

(Christina Telker)

09.09.2022

Vitamine

 

Zieht der Herbst ins Land, wird uns wieder einmal bewusst, wie wichtig Vitamine für uns sind. Auch wenn uns das ganze Jahr über Früchte und Gemüse aller Art in den Supermärkten zur Verfügung stehen, so lädt uns die Erntezeit doch ganz besonders zum Genießen ein. Birnen, Äpfel und Trauben, lachen uns aus eigener Ernte verlockend an. Da kann man gar nicht anders, als in das schmackhafte Obst hineinbeißen.

Unser Herz braucht jedoch noch andere Vitamine. Da ist die Liebe, die unverzichtbar ist, die Freundschaft, die unser Herz erfreut, das Verständnis miteinander, das für uns lebenswichtig ist. Ebenso der Humor. Eine gesunde Portion Lachen fördert unser seelisches Gleichgewicht. Nicht umsonst sagt ein altes Sprichwort, Lachen ist gesund. Wie trist wäre unser Leben ohne die Eigenschaften, die uns bereits bei der Geburt mitgegeben werden. Ganz automatisch sucht das Kind den Kontakt zur Mutter, die Nähe, die Liebe. Ein Kind, dass ohne Liebe aufwachsen muss, trägt oft ein Lebenslang an den Folgen.

Da ist aber auch noch der Glaube, der ein wichtiges Vitamin für unser Herz ist. Jeder Mensch schafft sich seinen Gott. So weist bereits im Alten Testament das erste Gebot darauf hin, uns nur an den Gott des Himmels und der Erde zu halten. Denn es gibt nur einen. Jeder Mensch braucht etwas, an das er sein Herz hängt. Gut beraten sind wir, wenn das unser himmlischer Vater ist. Vitamine für das Herz sind lebenswichtig, ebenso wie die aus unserem Garten für die Gesundheit.  Sorgen wir dafür, dass unser Körper stets ausreichend damit versorgt ist.

 (Christina Telker)

02.09.2022

Den anderen sehen

 

Solange es uns gut geht, haben wir viele Freunde. Es ist kein Problem sich zum Kaffee oder einem Abendessen zu verabreden. Wie sieht es jedoch aus, wenn es uns einmal schlechter geht und die Gesundheit nicht mehr so mitspielt? Manch einer zieht sich dann von sich aus zurück, weil er auf Mitleid verzichten kann, wie er meint. Ein anderer braucht gerade in diesen Zeiten Menschen, die zu ihm stehen, die sich einmal öfter Zeit nehmen für einen Besuch und sei er zeitlich noch so begrenzt. Selbst ein Kartengruß oder ein Telefonat können aufbauen. Wie sieht es aber aus, wenn wir uns alleingelassen fühlen? Nicht nur die Sorge um die Genesung macht uns dann zu schaffen, sondern ebenso die Einsamkeit. Nicht jeder kann damit umgehen, wenn sich plötzlich die Freunde zurückziehen.

Die Bibel erzählt uns vom barmherzigen Samariter. Liegengelassen und verlassen am Straßenrand, hofft er auf Hilfe. Viele gehen vorüber. Lieber sehen sie weg, als hin. Wenn ich hinsehe, fühle ich mich zur Hilfe verpflichtet. Besser ist es doch, man schaut erst gar nicht hin. Oder, auf die Gegenwart bezogen, besser ist, ich unterlasse einen Krankenbesuch, es könnte ja sein, ich werde vereinnahmt und um Hilfe gebeten. Aber ist das dann noch Freundschaft? Erwartet Jesus nicht von uns, dem anderen die Hand zu reichen, anstatt ihn zu übersehen? Denke wir nur an die Grünen Damen, die sich in Krankenhäusern engagieren. Bis zum letzten Schritt begleiten sie so manchen Kranken und stehen ihm zur Seite, obwohl sie ihn zuvor gar nicht kannten. Gut, dass es Menschen gibt, die bis an ihre eigenen Grenzen gehen, um Hilfe zu leisten. Danke! (Christina Telker)

26.08.2022

Der Garten Eden

 

Gerade befinden wir uns im Zenit des Sommers. Lange Abende, kurze Nächte. Wer einen Garten hat, wird nur selten im Sommer in den Urlaub fahren. Viel gibt es jetzt zu tun, damit das Unkraut nicht die Oberhand gewinnt. Ganz besonders schön ist es aber auch, das momentane Wachstum, in unseren Gärten, zu beobachten. Die Früchte an den Bäumen werden von Tag zu Tag größer, die Erdbeere begrüßen uns mit ihrem leuchtenden Rot bereits, wenn wir den Garten betreten. Die Pfirsiche und Kirschen warten auf die Ernte. Diese Jahreszeit erwartet viel Einsatz des Gärtners, in Pflege, Ernte und Verarbeitung.

Wer zusätzlich an die Umwelt denkt, hat ein Insektenhotel in seinem Garten aufgestellt und erfreut sich an dem regen Treiben seiner Gäste. Was für ein Gefühl der Freude, wenn wir wieder einen besonderen Schmetterling oder eine Libelle beobachten können. Wie stolz sind wir auf unseren schönen Garten und bleiben gerne abends eine Stunde länger im Freien, um ihn so recht zu genießen.

Wie wunderschön mag da erst der Garten Eden sein? Blüten in Hülle und Fülle, reife Früchte aller Art leuchten uns entgegen und warten nur darauf probiert zu werden. Der sprudelnde Bach, plätschert durch die Wiese, die mit ihrer Kräutervielfalt zur Rast einlädt. Tiere aller Art leben friedlich beisammen, ohne sich gegenseitig zu vernichten. Ein Traum? Ja, momentan während unserer Erdenzeit schon. Aber wir wissen, Gott hat uns versprochen, dass in seinem Reiche alles hell und licht sein wird, dass die Freude kein Ende nimmt. Danken wir ihm für all das, was er uns hier auf Erden bereits schenkt und erfreuen wir uns an den Wundern der Natur. Treten wir mit unseren kleinen Möglichkeiten dafür ein, dass sie erhalten bleibt. Wir dürfen uns aber auch darauf freuen, dass uns einst in seinem Reich, eine unvorstellbare Fülle von alldem erwarten wird.

 

Mein Traum

 

Weißt du, ich hatte einen Traum,

ich konnte in einen Garten schaun,

die Sonne schien prächtig auf allen Wegen,

es war darin ein gar fröhliches Leben.

 

Die Vögel sangen von früh bis spät,

es grünte und sprießte auf jedem Beet.

An den Bäumen prangte leuchtend das Obst,

nichts kann schöner sein, oh glaubt es bloß.

 

Im Teich, der Fische heiteres Spiel,

dies zu betrachten wurd mir nie zu viel,

Gott Vater selbst durch den Garten ging,

er nannte mich ‚sein geliebtes Kind‘.

 

Als ich am Morgen erwachte dann,

dachte ich noch lange daran.

Doch eins weiß ich und kann mich freun,

eines Tages wird es so sein.

(Christina Telker)

19.08.2022

Genießen wir die Abendstunden

 

Meist bringt uns der Juni die schönste Zeit des Sommers. Die Hitze ist noch nicht auf ihrem Höhepunkt angekommen, die Abende sind lind und laden dazu ein, noch ein Stündchen länger im Garten zu verweilen oder bei einem kühlen Glas Wein zu zweit oder in gemütlicher Runde den Tag ausklingen zu lassen. Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Urlaub. Diese Abende könnten ein kleiner Vorgeschmack sein auf den Urlaub, der noch vor uns liegt. Sind es nicht gerade diese Abendstunden, die uns Kraft geben für den nächsten Tag. Da geht es doch auch sehr gut einmal ohne das geliebte Fernsehen, über dessen Programm wir uns sowieso nur aufregen.

Gönnen wir uns einen Spaziergang durch die Wiesen oder den Wald. Lauschen wir dem Gesang der Vögel, die ihr Abendlied anstimmen oder dem Froschkonzert aus dem nahegelegenen Stadtteich. Beobachten wir den Sonnenuntergang. Nichts wird uns so erholt in die Nacht gehenlassen, wie solch ein Spaziergang am Ende des Tages. Ob nun mit unserem Partner Hand in Hand oder mit einer guten Freundin. Ja, selbst ganz allein, können wir bei einem Abendspaziergang unseren Gedanken nachhängend. Den Stress des Tages hinter uns lassend, entspannt an die schönen Dinge des Lebens denken, wie an das bevorstehende Wochenende zum Beispiel. Das Abschalten fällt uns oft schwer, immer wieder wandern unsere Gedanken zu den Geschehnissen des Tages.

Loslassen können ist etwas, das den meisten von uns schwerfällt. Legen wir uns in die Wiese, genießen den Duft des Grases und schauen einfach nur so in den Himmel. In unserer Kindheit hatten wir keine Probleme damit. Gerne lagen wir auf der Sommerwiese. Versuchen wir es doch einfach noch einmal, wir werden merken wie gut es uns tut. Manchmal ist es einfach die Haltung, der Blickwinkel, den wir verändern sollten, um neu genießen zu können. All diese wunderschöne Natur, die unser himmlischer Vater für uns bereithält. (Christina Telker

 

 

 

Tagesausklang

 

Sieh den kleinen Sonnenkäfer,

wie er schwirrt im Sonnenlicht.

Fang ihn auf mit deinem Finger

sieh, der Kleine fürcht` sich nicht.

 

Grille zirpt ihr Abendliedchen,

hör ihr zu und nimm dir Zeit.

Lasse die Gedanken treiben,

viele, viele Meilen weit.

 

Pfauenauge lässt sich nieder,

träumend dort am Wiesenrain.

Klapp die Flügel still zusammen,

tankt den letzten Sonnenschein

12.08.2022

 

Mein Lebenskompass

 

In der Sommerzeit unternehmen wir viele Wanderungen, oft in unbekanntem Gebiet. Gut ist hier der dran, der einen Kompass besitzt und mit ihm umzugehen weiß. Nicht immer führen uns Wegweiser zu dem Ziel, dass wir uns gesteckt hatten. Kenne ich mich aus, könnte ich jetzt auf meinen Kompass blicken.

Ähnlich ist es mit unserem Leben. Nicht immer führt der Weg gerade. Durch falsche Freunde oder finanzielle Verlockungen können wir leicht einmal vom Wege abkommen und in die Irre gehen. So manches Mal führt dann der Weg an abschüssigen Klippen entlang. Hier einen Kompass zu haben, auf den ich mich unbedingt verlassen kann, wäre eine große Hilfe. Nicht immer wagt man am Rand der Lebensklippe auf das Elternhaus zurückzugreifen. Möchte man doch sein Versagen nicht eingestehen. Wesentlich leichter ist es darüber zu reden, wenn die Sache ausgestanden ist und ich voller Stolz auf dem neuen, rechten Wege gehe.

Einen gibt es, den wir uns stets zum Lebenskompass wählen können. Er führt uns aus jeder Not, zurück auf den befestigten, rechten Weg. Nehmen wir uns die Zeit, um mit Jesus in der Stille zu reden. Bringen wir all unsere Not zu ihm. Leeren wir unseren Kopf von dem unnützen Ballast, der uns den Atem nimmt. Ohne Sorgen können wir neu beginnen zu denken. Alles zu überdenken. So werden wir gangbare Wege finden. Menschen finden, die uns auf diesem neuen Weg begleiten. Sie werden sich nicht immer gleich Freunde nennen, vielleicht werden sie es auch nie, aber sie werden uns Begleitung sein. Richtschnur und Hilfe. Einen Versuch ist es wert. (Christina Telker)

 

5.8.2022

Urlaub im Kloster

 

Seit Jahren plante ich einen Urlaub im Kloster, doch stets kam etwas dazwischen. Jetzt hatte ich gebucht, auch wenn nur für ein Wochenende, so fieberte ich diesen Tagen doch schon lange entgegen. Was versprach ich mir eigentlich von dieser Auszeit der besonderen Art? Meinte ich, in eine Zeitschleuse zu geraten, so, dass ich mich plötzlich im Mittelalter befand? Sicher nicht. Da ich jedoch ein sehr fantasievoller Mensch bin, gaukelten mir meine Gedanken so einiges vor.

Bei der Anreise wurde ich freundlich von einer Schwester begrüßt, die mir mein Zimmer zeigte und mir das Kloster im Groben erklärte, damit ich mich zurechtfände, wie sie meinte. „Die Zeiten für die Mahlzeiten und alle weiteren Termine finden sie am Aushang. Inwieweit sie daran teilnehmen bleibt ihnen überlassen“, endete sie ihre Ausführungen. Auf allen Gängen, durch die ich wandelte, wurde ich freundlich von Entgegenkommenden gegrüßt. So wurde mir sehr schnell klar, dass ich nicht die einzige Urlauberin hier war.

Klein, sauber und schlicht, nur mit dem nötigsten versehen, grüßte mich mein Zimmer. Nichts erinnerte an die Zeit der Entstehung, an das 13. Jahrhundert. Die wenigen Sachen, die ich mitgebracht hatte, waren schnell in dem kleinen Schrank verstaut. Hatte ich mir so die Zelle einer Nonne vorgestellt? Wohl eher nicht. Was fehlte, war der Fernseher, aber ohne den würde ich die wenigen Tage wohl auskommen. Nun erst einmal zum Empfang, um mir den Aushang durchzulesen und die einzelnen Zeiten zu notieren, war es doch mein Ziel, möglichst wenig zu verpassen. Viel war da jedoch nicht zu notieren. Essenszeiten, Gebetszeiten und zwei Vorträge. ‚Das wird ja ein tristes Wochenende‘, gingen meine Gedanken. Die Suppe zum Mittag, wie es sich für einen Samstag gehörte, war schmackhaft, aber recht dünn. Als Getränk stand uns jederzeit Wasser, aus dem hauseigenen Brunnen zur Verfügung.

Zu dem ersten Vortrag ging ich mit wenigen Erwartungen. Doch schon bald wurde ich zu einer interessierten Zuhörerin. Es ging um das Leben im Allgemeinen und ich merkte schnell, wie man mit einer anderen Sichtweise, viel für sich selbst und seine Umwelt tun kann. Die anschließende Diskussionsrunde war lebhaft und aufschlussreich. Eine Frau fiel mir hierbei besonders auf, so sprach ich sie bei einem Spaziergang im Klostergarten an, wobei wir feststellten, dass auch ich, ihr aufgefallen war. War das die Absicht dieser Gesprächsrunde, Gleichgesinnte zusammenzuführen? Bei uns war es jedenfalls gelungen. Der Vortrag am zweiten Tag zielte auf unser Glaubensleben und übertraf den ersten noch an Intensität.

Als ich am Sonntagabend zur Heimreise rüstete, stellte ich fest, dass sich diese wenigen Tage für mich gelohnt hatten. Was mir diese Tage boten, fand ich sonst nicht in einem zweiwöchigen Urlaub. Dankbar und gut gerüstet, nicht nur für die kommende Woche, trat ich meine Heimfahrt an. Wieder einmal durfte ich erfahren, dass da einer ist, der unser Leben führt, auch wenn wir uns manches ganz anders vorstellen.

 (Christina Telker)

 

29.07.2022

 

Die Mitte finden

 

In der Schulzeit arbeiteten wir im Mathematikunterricht viel mit dem Zirkel. Dies regte mich dazu an, mit diesem Gerät, Blumen und andere Muster zu entwerfen, um sie im Anschluss auszumalen. Der Einstich mit dem Zirkel in das Papier bildete stets den Mittelpunkt.

Bei vielen Dingen in unserem Leben, ist es wichtig, die Mitte genau zu berechnen. Bauwerke bekommen nur durch die richtige Berechnung, ihre Statik und ein sicheres Fundament. Alles bekommt eine andere Sicht, wenn wir es von der Mitte her betrachten. Auch für unser alltägliches Leben ist es wichtig, dass wir unseren Mittelpunkt kennen. Ist uns dieser bekannt, können wir ruhiger und ausgeglichener den Alltag meistern.

Wird uns Gott zum Mittelpunkt, so können wir getrost auf ein Gelingen hoffen. Selbst wenn nicht immer alles so läuft, wie wir es gerne hätten, so wissen wir doch, er wird es schon richten, er weiß, was für uns gut ist.

Kennen wir unsere Mitte, können wir auch in unserer Familie und Gemeinde voll im Vertrauen auf unseren Herrn wirken. Gestalten wir mit dem Zirkel ein Muster, laufen die Linien von der Mitte her auseinander, um sich am Ende wieder dort zu treffen. Die Mitte gibt uns den nötigen Halt, den wir benötigen, um recht wirken zu können. Gott als Mitte unseres Lebens zu haben, ermöglicht es uns gelassen an unsere Aufgaben zu gehen, ganz im Vertrauen auf ihn. Diese Mitte wirkt wie ein Magnet. Gott lässt uns los, aber er lässt uns nicht fallen. Er schenkt uns die nötige Bewegungsfreiheit, um uns zu entfalten und uns stets neu zu entscheiden. Auf ihn können wir uns uneingeschränkt verlassen.

 

Die Mitte

Das Leben ist ein bunter Kreis,

es hält so viel für uns bereit,

dass wir's kaum fassen können.

Der Mittelpunkt in diesem Kreis;

ist, wie ein jeder von uns weiß,

ein fester Glaubensweg.

 

Der Kreis, er wird zum Labyrinth,

verwirrt oft; wie ein kleines Kind,

such ich den rechten Weg.

Dann kann ich, Herr, auf dich vertraun,

ich kann auf dein Versprechen baun,

dass du mich führen wirst.

 

Du bist die Mitte, Herr, mein Gott,

du führst mich, selbst durch tiefste Not,

mit deinen starken Armen,

denn du hast stets Erbarmen.

(Christina Telker)

22.07.2022

Frisches Wasser

 

Wohl nirgends sonst, ist das Wasser so klar und frisch, wie in einem Bergsee. Mit seinem smaragdblauen Anblick erfreut dieses Bild, ein jedes Auge. Ähnlich können wir es bei einem sprudelnden Wasserfall erleben. Klar, rein und frisch, lädt er ein zu einem kühlen Trunk.

Vor einiger Zeit, war durch das Verlegen neuer Wasserrohre, unser Trinkwasser dermaßen verunreinigt, dass dazu aufgefordert wurde, es nur abgekocht zu genießen. Dies zog sich mehrere Wochen hin, bis das Wasser wieder verwendbar war. Erst in solchen Zeiten lernen wir den Wert des Wassers schätzen. Trinkwasser ist eine kostbare Gabe, die wir viel zu selbstverständlich hinnehmen. Wir sind gewöhnt, dass es in jeder gewünschten Menge aus dem Wasserhahn sprudelt, sobald wir diesen öffnen. Wir denken nicht an die Menschen in anderen Ländern, die kaum klares Wasser kennen für ihren Gebrauch.

‚Ich bin das Wasser des Lebens‘, sagt Jesus zu uns. Wasser ist uns lebenswichtig, das wird uns spätestens dann bewusst, wenn es uns nicht mehr zur Verfügung steht. Ein Mensch kann etwa 60 Tage ohne Nahrung überleben, jedoch nur 4 Tage ohne Flüssigkeit. Wasser ist somit das Wichtigste, das wir zum Leben brauchen. Welch Angebot macht uns da Jesus: „Ich bin das Wasser des Lebens.“ Wer schon einmal Erfahrung mit Jesus in seinem Leben machen konnte, wird dies gerne bestätigen. Seine Nähe, ist für uns Christen ebenso lebenswichtig, wie das tägliche Trinkwasser. Mit Wasser werden wir getauft, als Symbol des neuen Lebens. Wir dürfen jeden Tag neu zu dieser stets sprudelnden Quelle kommen, um davon zu trinken. (Christina Telker)

15.07.2022

Nicht alles ist käuflich

 

Sind wir nicht meist der Meinung, wenn wir nur genügend Geld hätten, dann hätten wir auch keine Sorgen? Zugegeben, mit einem ausreichenden Bankkonto lebt es sich bedeutend leichter. Aber das Wichtigste im Leben ist, Gott sei Dank, nicht käuflich.

In vielen Märchen, verkaufte so manch einer seine Seele an den Teufel, um dafür im Gegenzug reich zu sein oder sein Leben zu verlängern, was dann selten gelang.

Im realen Leben können wir unser Leben nicht um einen Tag, ja nicht um eine Stunde verlängern, durch Geld. Leben ist nicht käuflich und wenn ich noch so viel Geld bieten könnte. Mir kommt dies bei den Todesmeldungen in den Medien oft zu Bewusstsein, wenn ich höre, dass ein Mensch Geld in Hülle und Fülle besaß und doch gehen musste. Gerechtigkeit im Tod? Nicht immer. Und doch ist es gut zu wissen, dass wir diesen letzten Schritt nicht selbst in Händen haben.

Aber nicht nur unser Leben selbst, ist uns von Gott geschenkt und nicht käuflich, nein auch andere Dinge, die unser Leben ausmachen, können wir beim bestem Willen nicht für Geld erwerben. Ich denke dabei nur an die Liebe. Es ist ein tägliches Geschenk, wenn mein Partner zu mir hält, in guten und schlechten Zeiten, dass er nicht nur zu mir hält, sondern mich von Herzen liebt. Liebe ist eine wunderbare göttliche Gabe und das unser gesamtes Leben lang.

Schon das erste Lächeln und die erste Liebe, der Mutter zu ihrem Kind. Später die erste große Liebe, selbst wenn sie irgendwann zerbricht, so zeigt sie uns doch, welche Gefühle die Liebe in uns freisetzen kann. Später dann die Liebe in einer harmonischen Ehe. Wenn in den reiferen Jahren, man gemeinsam Hand in Hand durch die Straßen geht und dankbar ist, dass der andere noch bei einem ist.

Ein weiteres kostenloses Geschenk für unser Leben ist die Gesundheit, die wir oft als viel zu selbstverständlich hinnehmen, so als ob sie uns zustände. Ebenso, wie unsere geistigen Gaben, wie die Möglichkeit, leicht Wissen aufzunehmen. Doch nichts von all diesen Gütern können wir käuflich erwerben, es ist in jedem Fall ein unverdientes Geschenk, das wir nur dankbar annehmen können, Tag für Tag aufs Neue.

 

Geschenk des Lebens

 

Ich dank dir Gott, dass es dich gibt,

dass einer da ist, der mich liebt,

dass einer täglich mit mir geht,

dass einer da ist und mich verstehst.

 

Ich danke Gott, für das Geschenk,

dass man wohl die Gesundheit nennt,

dass ich die Hände falten kann

und meinen Schöpfer loben kann.

 

Ich danke Gott, für alle die,

die einmal klopfen an die Tür,

dass ich mit meiner kleinen Kraft,

auch geben kann, was du mir gabst.

 

Ich danke Gott, auch für das Leben,

dass du auf Erden uns gegeben,

dass du Verfehlung uns vergibst

dass du uns so von Herzen liebst.

(Christina Telker)

07.07.2022

Mein Pilgerweg

 

Heute gehört es schon fast zum Standard, einmal im Leben ein Stück auf dem Jakobsweg gegangen zu sein. Gewiss, laufen ist gesund. Kommt dann noch die Entspannung und innere Einkehr hinzu, haben wir gleich einen doppelten Nutzen von diesem Weg.

Aus den unterschiedlichsten Gründen gibt es jedoch auch Menschen, denen dieses pilgern, unmöglich ist, selbst dann, wenn sie die Strapazen des Weges gerne auf sich nehmen würden. Welche Möglichkeiten haben wir dann?

Wie wäre es, würden wir uns eine tägliche Zeit zur inneren Einkehr schaffen. Eine Zeit, die wir, mit ein wenig Aufwand, ganz für uns selbst nutzen. Hier gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Sei es mediterrane Musik, die uns hilft, zur Ruhe zu kommen oder auch ein paar Yogaübungen. Ein Raum, der völligen Stille, nur mit einer Kerze und einem Andachtsbuch könnte es auch sein. In den Sommermonaten stehen viele Kirchen offen für Besucher. Nehmen wir doch einmal dies Angebot an. Den persönlichen Möglichkeiten und Ideen sind wohl kaum Grenzen gesetzt. Probieren wir es einmal aus, ob im christlichen Sinne oder ganz einfach nur für uns selbst, für unsere innere Ruhe, in der heute so schnelllebigen Zeit. Selbst eine Mittagspause im Büro könnte sich für Minuten der Stille eignen. Wie schön wäre es, wenn wir, ein jeder für sich, seinen eigenen ‚Pilgerweg‘ finden würden. Den Weg, der uns wieder zu uns selbst führt, um uns so, das Leben ein wenig zu erleichtern. Ein schöner Raum der Stille und Besinnung ist die freie Natur. (Christina Telker)

 

1.7.2022

 

Auf der Suche

Kennen sie das auch? Man sucht einen Gegenstand, von dem man meint, genau zu wissen, wo er liegt, doch dann ist er nicht auffindbar. Man sucht verzweifelt, fragt den Partner und die Kinder, ob sie ihn nicht gesehen haben, aber alles umsonst. Es kann sogar passieren, dass Gegenstände nie mehr auftauchen. Nein, mit Spuk hat das ganz bestimmt nichts zu tun, höchstens damit, dass man schon mehrmals im Leben umzog, oder es einem aus der Familie kaputtging und derjenige sich nicht wagte es zu gestehen. Alles kein Problem, solange es sich nicht um wichtige Papiere handelt. Auch dann nicht, wenn alle paar Jahre einmal aufs Neue die Frage auftaucht, wo ist es nur geblieben?

Ja, das Suchen hört wohl nicht auf, ganz gleich in welchem Alter. Aber wie halten wir es mit der Suche nach Gott? Geben wir nicht viel zu schnell auf, nach ihm zu suchen? Es heißt doch, Gott lässt sich finden, wenn wir ihn nur wahrhaft suchen. Diese Suche sollte es uns wert sein. Gott drängt sich uns nicht auf. Er wartet darauf, von uns gesucht und gefunden zu werden. Wenn es uns ein beliebiger Gegenstand wert ist, immer wieder nach ihm zu suchen, ohne dass es uns zu viel wird, warum nehmen wir uns dann nicht die Zeit für die Suche nach ihm, unserem himmlischen Vater, der uns das Leben gab und der es erhält. Nehmen wir uns die Zeit und begeben wir uns auf die Suche nach ihm. Lernen wir ihn kennen, indem wir die Bibel aufschlagen und sein Wort lesen oder indem wir Angebote in unserer Gemeinde wahrnehmen, wo wir unter Glaubensbrüdern und Schwestern sind und Fragen stellen können. Diese Suche werden wir bestimmt nicht bereuen. (Christina Telker)

24.06.2022

Freude jeden Tag

 

Als Gerda, heute noch nachträglich, bei mir war, erzählte ich ihr von meinem Geburtstag: „Diesmal war es so ein richtig schöner Tag, an dem die Freude kein Ende nehmen wollte. Es kam so manch unerwarteter Anruf. Ich musste staunen, wie viele Menschen an mich dachten. Als dann noch eine liebe Bekannte persönlich vor der Tür stand, die ich Jahre nicht gesehen hatte, jubelte mein Herz. Wirklich schade, dass so ein Tag nur einmal im Jahr ist. Wenn man sich doch solche Stunden einwecken könnte, leider geht das nicht.“

„Einwecken kannst du schöne Stunden nicht. Aber sie klingen in deinem Herzen nach und die Freude, leuchtet bei deiner Erzählung immer noch in deinen Augen. Wie wäre es, wenn man Freude nicht nur zum Geburtstag, sondern spontan, im ganzen Jahr verschenken würde?“ „Ja, natürlich, gibt es das gesamte Jahr über die eine oder andere Freude. Aber wie meinst du das?“, will ich nun wissen. „Sieh, mal“, erklärt mir Gerda daraufhin, „wenn du ab und zu deine Freunde anrufst, um mit ihnen zu plaudern oder sie im Sommer in deinen Garten einlädst, könnt ihr reden über alte Zeiten, um danach neu gestärkt in die nächsten Tage zu gehen.“ „Das ist eine gute Idee“, bestätige ich. „Was hältst du davon, nächste Woche mal zu mir zu kommen? Wir machen einen Einkaufsbummel und essen bei mir Mittag.“

‚Ein schöner Gedanke und doch muss ich mich erst daran gewöhnen, mein Leben umzustellen. Ob es auf Dauer wirklich so viel Freude bringt? Man könnte es zumindest einmal probieren‘, denke ich, bevor ich antworte.

 

 

Jeden Tag ein wenig Freude

 

Jeden Tag ein wenig Freude,

 ja das wünsch ich dir,

freu dich an dem kleinen Falter,

der grad sitzt vor dir.

 

Freu dich an dem Sonnenstrahl,

 der durchs Fenster lacht,

sieh dir an, der Sterne Pracht,

einer jeden Nacht.

 

Freu dich, wenn der Regen rinnt,

er bringt neues Leben,

ohne diesen kühlen Trank,

würd's keine Blumen geben.

 

Freu dich, an dem Winters Reif,

auf der letzten Rose,

sieh, sie strahlt wie Diamant,

blüht in vollem Glanze.

 

Freu dich, wenn nach guter Nacht,

morgens du erwachst,

bringe Gott ein Dankgebet,

der dich im Schlaf bewacht.

 

So viel Freude, nur für dich,

hält jeder Tag bereit,

setz dein schönstes Lächeln auf,

denn es ist Freudenzeit.

(Christina Telker)

17.6.2022

 

Gut behütet

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Hüten. Zylinder, Sonnenhüte, Filzhüte, Hüte mit und ohne Krempe, Hüte mit diversen Dekorationen. Hüte aus Stroh, aus Samt, aus Cord oder Loden, man könnte diese Aufzählung beliebig fortsetzen. Im Allgemeinen bietet der Hut, ganz gleich, welcher Form, eine Schutzfunktion, selbst, wenn diese oft nur symbolisch ist. Der Hut wandelt sein Aussehen und passt sich der jeweiligen Mode an, kann jedoch auch ganz traditionell sein, wie ein Trachtenhut.

Meinen wir es gut mit einem Menschen, so sagen wir zum Abschied: ‚Bleib gut behütet‘, was so viel wie beschützt bedeutet. Gut behütet zu sein, wünschen Eltern ihren Kindern, wenn sie früh zur Schule gehen oder als Jugendlicher das Elternhaus verlassen.

Wir stellen unsere Ehe unter den Schutz Gottes, in dem wir uns seinen Segen erbitten für den gemeinsamen Lebensweg. Gut behütet, gehen wir gemeinsam unseren Lebensweg.

In früheren Jahrhunderten war man erst wirklich angezogen, wenn man einen Hut trug. Er gehörte einfach zur Kleidung. Selbst ein Kopftuch oder eine Kappe erfüllten diese Funktion. In manchen Glaubensrichtungen, wie beim Judentum, ist der Hut auch von religiöser Bedeutung. Es gehört für Männer beim Gebet dazu, die Kippa zu tragen.

In der Taufe stellen wir uns unter Gottes Schutz. Wir werden ein Leben lang von ihm gut behütet. Wir sind seiner Obhut anvertraut.

Auch wenn wir heute nur noch selten einen Hut tragen, so ist uns doch das Behütet sein wichtig für unser ganzes Leben. © Christina Telker

 

 

10.06.2022

 

Die vier Elemente

‚Himmel, Erde, Luft und Meer‘, beginnt ein Lied, das bei Groß und Klein bekannt ist. Alle vier Elemente loben den Schöpfer und geben ihm die Ehre. Ohne Luft wäre uns kein Leben möglich, sie ermöglicht uns das Atmen und verleiht uns somit Leben. Das gilt für alle Lebewesen, bis hin zur kleinsten Pflanze. Auch das Wasser können wir uns nicht wegdenken aus unserem Leben, denn ohne Wasser würde alles Leben auf der Erde verdorren, ganz gleich, ob die Vegetation, ob Mensch oder Tier. Nichts kann leben ohne Wasser. Halt, da haben wir aber noch etwas vergessen, dass nicht in diesem Lied erwähnt wird, das Feuer. All diese vier Elemente schuf Gott für uns und für das Leben.

Haben wir überhaupt schon einmal über die Vielfältigkeit des Lebens auf der Erde nachgedacht? Immer wieder, auch heute noch, werden neue Tierarten entdeckt auf der Erde, aber auch vor allem in der Tiefe des Wassers.

Wir wissen, dass Feuer und Wasser, ja selbst die Luft, wenn sie sich zum Orkan oder Hurrikan entwickelt, zum Verderben für einzelne Landstriche werden kann. Denken wir nur an den Ausbruch eines Vulkans oder an Hochwasser oder Waldbrände. Wir sind dann verzweifelt, weil wir oft keine Rettung wissen. 

Himmel, Erde, Luft und Meer, ja auch das Feuer sind für uns Geschenke des Himmels, für uns zum Nutzen und für uns zur Freude. Darum hat Gott bei der Schöpfung uns, seinen Menschen, auch den Auftrag gegeben: „Macht euch die Erde untertan.“ All seine Geschenke, die wir zum Leben benötigen, gab er, dazu. Jetzt liegt es an uns, dass wir die Erde gestalten, sie erforschen zum Nutzen von Mensch und Tier und nicht durch unseren Leichtsinn, mehr und mehr zerstören. Danken wir unserem himmlischen Vater für seine Schöpfung und gehen wir verantwortlich damit um. © Christina Telker

03.06.2022

Pfingsten

 

In meiner Kindheit war das Pfingstfest, das Fest des Sommers überhaupt, für mich. Es gab zwar keine Geschenke, aber es war das Fest, das ich seit Wochen herbeisehnte. Am Pfingstsonntag durfte ich das erste Mal Kniestrümpfe tragen. Warum meine Mutter gerade diesen Tag dazu ausersehen hatte, dass jetzt der Sommer beginnt, ist mir unerklärlich, denn oft hatten wir schon Wochen zuvor sommerlich heiße Tage.

Schon der Pfingstmorgen begann mit einem festlich gedeckten Tisch. Auf meinem Frühstücksteller wartete ein Maikäfer aus Schokolade. Diese schöne Tradition führte ich später auch für meine Kinder fort. Ein weiterer Grund, aus dem ich das Pfingstfest liebte, waren die, mit bunten Bändern geschmückten Birken, die an beiden Seiten der Haustür aufgestellt wurden. Ich liebte diese geschmückten, jungen Bäumchen sehr, die man heute nur noch selten sieht.

Als Erwachsener sieht man das Fest aus einem anderen Blickwinkel. Es gibt andere Gründe, die uns am Pfingstfest bewegen. Vor kurzem feierten wir die Himmelfahrt Jesu. Zu Pfingsten sendet er seinen Jüngern den Heiligen Geist. Dies macht ihnen Mut, auch wenn es im ersten Moment für Erschrecken sorgt.  Die Jünger sind bereit für ihren Auftrag: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker!“ An diesen Auftrag hielten sich die Christen aller Jahrtausende bis heute. „Kommt, sagt es allen weiter“, heißt ein Lied, das wir gerne singen. Sagt die frohe Botschaft von Gottes Liebe, von seiner Auferstehung und die Botschaft des Heiligen Geistes weiter, an alle, die euch begegnen. Bleibt nicht still in eurem Kämmerlein. „Ruft es in die Welt hinein!“, setzt sich dieses Lied fort. Kommen wir diesem Auftrag nach? Engagieren wir uns, in unseren Kirchengemeinden! Stehen wir zu unserem Glauben im Alltag, im Beruf. Versuchen wir es doch gleich, heute den Pfingstauftrag zu erfüllen. © Christina Telker

27.05.2022

 

Was mein ihr? Wenn ein Mensch hundert

Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte,

lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen,

geht hin und sucht das verirrte? Und wenn er's findet,

wahrlich ich sage euch, er freut sich darüber mehr als

über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.

So ist's auch nicht der Wille eures himmlischen Vaters,

dass nur eins von euch verloren ginge.

Matthäus 18, 12-14

 

Gott lässt uns nicht, wen er uns einmal als sein Kind angenommen hat, für diesen Menschen ist er da, für ihn sorgt er. Er läuft ihm hinterher und reicht ihm immer wieder die helfende und rettende Hand. Herr, wir danken dir, dass du dich immer wieder um uns bemühst, auch wenn wir uns oft genug verirren und dir weglaufen wollen. Du findest uns, ganz gleich, wo wir uns verbergen. Wir danken dir für deine Ausdauer, mit uns, oft so schwierigen Menschen. Bei dir sind wir geborgen, bei dir können wir unsere Sorgen ablegen und ganz einfach nach Hause kommen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit. Amen (Christina Telker)

20.05.2022

Wer nun mich bekennt vor den Menschen,

den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.

Wer mich aber verleugnet vor den Menschen,

den will auch ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Matthäus 10, 32

 

Jesus will für uns da sein, wann immer wir ihn brauchen. Er gab sich für uns in den Tod, um ihn zu besiegen, damit wir leben. Ist es da zu viel verlangt, wenn er im Gegenzug erwartet, dass wir uns zu ihm bekennen? Das hört sich leicht an, aber denken wir nur einmal an Petrus. Immer war er bei Jesus gewesen, hatte erlebt wie er Kranke heilte und Sünden vergab. Nun aber da er direkt gefragt wird, verleugnet er ihn. Auch wir können im Laufe unseres Lebens mit Spöttern zusammen kommen. In der Schule, im Beruf, im Privatleben. Haben wir dann immer den Mut zu sagen, ich kenne Jesus, oder halten wir uns lieben schweigend zurück. Auch ein schweigen ist eine Verleugnung. Haben wir den Mut zu Jesus zu stehen, so wie auch er zu uns steht? Er kennt unsere Schwachheit und wird uns vergeben, so wie er Petrus vergab. Und doch sollten wir zuvor überlegen, ob unser Schweigen es wert ist, unseren Retter zu verleugnen. © Christina Telker

 

13.05.2022

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit,

so wie es deiner Seele wohlergeht.

3.Johannes 2 (E)

Da erhält Galus einen Brief von Johannes. Das alleine ist schon mal eine Freude wert, denn wer erhält nicht gerne Post, noch dazu, wenn sie von Freunden ist. Beim Lesen des Briefes kommt eine weitere Freude für Galus hinzu. Er wird gelobt und nicht zu knapp. Ich habe mich sehr gefreut, als Brüder kamen, die für deine Treue zur Wahrheit Zeugnis ablegten und berichteten, wie du in der Wahrheit lebst. (3.Johannes 2, 3) Gemeint ist hier, der Einsatz für den Glauben und für Christus. Da kann man sich wahrhaft freuen, denn wer wird nicht gerne gelobt? Doch dann folgt auch gleich eine Bitte. „Du, hör mal“, meint Johannes. „Auch, wenn du dir alle Mühe gibst, es stimmt etwas nicht. Euer Oberhaupt, Diotrephes, setzt sich nicht so ein für unseren Glauben ein, wie wir es uns gewünscht hätten. Im Gegenteil, er will die Führung selbst übernehmen und uns so langsam ausbooten. Die letzten Briefe, die ich schrieb, erreichten euch nicht, sie kamen zurück zu mir. Darum habe ich heute einen anderen Weg gewählt und diesen Brief direkt an dich gesandt.“ Das hört sich wirklich schlimm an. Doch auch heute noch kommt es vor, dass wir solche Hirten finden. Was kann man tun, was kann in unserem Fall Galus tun? Das ist nicht einfach, noch dazu, wo wohl keinem von uns nach Streit der Sinn steht. Doch es geht weniger darum, wer die Führung behält, sondern es geht allein um Christi Sache, um den wahren Glauben. Das einzige, was da wohl helfen wird, ist ein Gespräch in Nächstenliebe, um Diotrephes zu überzeugen, ohne ihn bloßzustellen. (c) Christina Telker

 

 

6.5.2022

Himmel und Erde werden vergehen,

meine Worte aber werden nicht vergehen.

Von dem Tage aber und der Stunde weiß

niemand, auch die Engel im Himmel nicht.

Markus 13, 31-32

 

Ich erinnere mich noch sehr genau an meine Gedanken, wenn ich diese Schriftstelle in meiner Kindheit hörte. Dann stellte ich mir vor, wie in nächster Zeit die Welt nicht mehr sein würde und wir uns plötzlich alle im Himmel befänden. Wird man erwachsen, lächelt man über so kindliche Gedanken. Und doch wissen wir genau, dass wir in diesem Sinne nichts wissen und ahnungslos wie ein Kind sind, dass wir nur eins wissen und uns darauf verlassen können. Unser Leben und unser Sein liegt einzig allein in Gottes Hand. Das sollte uns Mut zum Leben geben und Vertrauen zu Gott, unserem Vater. Wir können noch soviel herumdeuteln und meinen die Zeichen zu verstehen, dass das Ende der Welt nicht mehr fern ist, in Wirklichkeit, weiß das Gott allein und das ist gut so. Vertrauen wir unserem Schöpfer, dass er es wohl machen wird. © Christina Telker

29.04.2022

Wer mir nachfolgen will,

der verleugne sich selbst

und nehme sein Kreuz auf sich

und folge mir nach.

Markus 8, 34 b

 

Ja, Jesus nachfolgen, das möchten wir schon gerne. Immer an seiner Seite sein und uns nicht verlassen fühlen. Aber ein Kreuz auf uns nehmen? Nein, danach steht uns wohl eher nicht der Sinn. Wir möchten doch ein unbeschwertes, schönes Leben haben. Nun diese Forderung Jesu. Wenn wir aber tief in uns horchen, sehen wir, dass das Leben so manches Kreuz für uns bereitet hatte und noch so manches Schwere auf uns zukommen wird. Denn das Leben ist kein Zuckerschlecken. Jesus will damit sagen, wehrt und sträubt euch nicht, wenn auch harten Zeiten kommen, seid geduldig, haltet an im Gebet, dann wird Gott auch für euch da sein. Herr, wir danken dir, dass wir in jeder Situation zu dir kommen können. Dies gilt auch für unsere heutige Situation. Erst machte Corona vielen Menschen das Leben schwer, jetzt der Krieg in der Ukraine. Keiner von uns weiß, was auf uns ganz persönlich noch zu kommt. Hoffen wir, es möge glimpflich abgehen. Alleine bisher, starben zu viele Menschen und viele sind auf der Flucht. Furchtbar! Sehen wir es realistisch. Sogar ein dritter Weltkrieg kann auf uns zukommen. Doch an Gott und Jesu Liebe zu uns Menschen zu zweifeln, wäre das Verkehrteste, das wir tun könnten. Bleibt stark im Gebet, das lesen wir in der Bibel immer wieder. Halten wir uns daran und an Gottes Liebe. © Christina Telker

22.04.2022

Denn der Menschensohn ist nicht gekommen,

dass er sich dienen lasse,

sondern dass er diene

und sein Leben gäbe als Lösegeld für viele.

Markus 10, 45

 

Können wir dies überhaupt mit unserem Verstand fassen? Ich denke eher nicht. Denn uns so weit aufzugeben, dass wir für andere sterben würden, das übersteigt doch unsere Vorstellungskraft. Jesu Leben war nur auf die Hilfe für die Menschen ausgerichtet. Er wollte ihnen den Glauben zu seinem Vater näher bringen. Als Höhepunkt seines Lebens auf unserer Erde gab er sein Leben am Kreuz für uns. Um unsere Sünden zu tilgen, damit wir das ewige Leben nach dem Tode an seiner Seite haben werden. Herr, wir danken dir für deine grenzenlose Liebe zu uns.

Noch im Mittelalter war das Dienen für andere großgeschrieben. Im Zuge der Reformation entwickelten sich unterschiedliche Richtungen. Denken wir nur an Thomas Müntzer, der den geknechteten Bauern nicht nur die Freiheit im Worte Gottes rüberbringen wollte, sondern ebenso die Freiheit aus der Knechtschaft der weltlichen Obrigkeit gegenüber. Er bezahlte diesen Weg mit seinem Leben. Martin Luther dagegen, wollte nicht an der weltlichen Herrschaft rütteln, da er sie als von Gott gegeben ansah. Unvorstellbar für uns. Jesus wollte keine Unterdrückung der Menschen. Er war ganz Liebe, und wollte auf diesem Wege, die Liebe zu seinem himmlischen Vater rüberbringen. © Christina Telker

 

 

18.04.2022

 

Gedanken zu Ostermontag

 

13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa sechzig Stadien entfernt; dessen Name ist Emmaus. 14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. 15 Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. 16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. Matthäus 13-16

 

Und sie erkannten ihn nicht

 

„Ich hätte dich ja kaum wiedererkannt!“, so begrüßen wir manchmal Bekannte, die wir sehr lange nicht gesehen haben. Wir staunen, wie sehr sie sich verändert haben, in den Jahren. Die Zeit, in der die Jünger Jesus nicht sahen, beträgt „nur“ 3 Tage. Doch diese 3 Tage wiegen mehr als ein ganzes Leben. Tod und Auferstehung liegen in dieser Zeit. Kein Wunder also, dass die Jünger mit Jesus auf dem Weg sind, mit ihm reden und ihn doch nicht erkennen. Sie wundern sich, dass es einen Menschen geben soll, der nichts von der Kreuzigung Jesu weiß. Erst als sie ihn zu sich einladen, um mit ihm gemeinsam, das Abendmahl einzunehmen, wird ihr Blick erhellt, und sie erkennen ihren Meister. Jesus bricht das Brot und spricht die Wort, die er immer sprach. Diese einzigartige Art gab es nur bei Jesus selbst. Das konnte kein anderer sein. Doch so groß die Freude auch ist, in dem Moment, als sie Jesus erkennen, verschwindet er auch wieder. Wie soll das jetzt weitergehen, fragt sich die Runde und ein jeder für sich. Wir wissen, von Himmelfahrt und Pfingsten und doch ist es auch für uns nicht immer einfach zu jederzeit einen Weg zu Jesus zu finden. Vertrauen wir ihm, er wird uns führen und es wohl machen. © Christina Telker

17.04.2022

 

Gedanken zu Ostersonntag

 

Der Herr ist auferstanden

 

Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat. Matthäus 28:5-6

 

Welch ein Erstaunen bei den Frauen, die voller Trauer zu dem Grab kommen, um Jesus, die letzte Ehre anzutun und noch einmal in Stille Abschied zu nehmen. Je näher sie dem Grabe kommen, überlegen sie bei sich, wer rollt uns wohl den schweren Stein vom Eingang des Grabes? Doch welch ein Erstaunen, als sie einen weiß gekleideten Mann beim Stein des Grabes sehen und dann noch das Entsetzen, als sie angesprochen werden: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat. Was soll das? Kann ein Toter auferstehen? Sie wenden sich ab und gehen redend und beratschlagend von dannen. Bis ihnen der Gärtner begegnet, den sie nach Jesus fragen. Jesu Tod und Auferstehung, wird für uns Menschen immer, damals wie heute unbegreifbar sein. Es ist zu hoch für uns und für unseren Verstand, dass ein Anderer für uns in den Tod geht, damit wir das ewige Leben haben. Dazu ist nur Gott selbst fähig. Herr, wir danken dir für deine Auferstehung und deine Liebe zu uns Menschen. © Christina Telker

16.04.2022

Gedanken zu Karsamstag

 

62 Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus 63 und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferweckt. 64 Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. 65 Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. 66 Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.

Matthäus 27, 62-66

 

Einen Toten bewachen

 

Ist das nicht seltsam, einen bereits Verstorbenen zu bewachen? Zeigt es nicht die große Furcht, den die Hohenpriester und Pharisäer vor Jesus hatten. Glaubten sie vielleicht im Stillen, er könnte die Macht besitzen und am dritten Tage auferstehen, so wie sie es immer wieder aus Jesu Mund gehört hatten? Was wäre wenn? Diese Frage stellen wir uns in unserem Leben auch in den verschiedensten Situationen. Was wäre wenn? Doch die Hohenpriester und Pharisäer wollen auf Nummer sichergehen und bitten darum, vor Jesu Grab eine Wache aufzustellen. Es darf nicht passieren, dass Jesus aufersteht! Doch Gott lässt sich nicht in Ketten legen! Er ist stärker als alle Mächte der Erde. Wenn es sein Plan ist, den Tod ein für alle Mal zu besiegen, auch für uns, seine geliebten Kinder, dann führt er ihn auch aus. Es gibt keine Macht, die ihn abhalten könnte. Keine Soldaten, ja, auch keine Armee. Aber das begreifen die Hohenpriester und Pharisäer nicht. Und seine Jünger? Sie haben sich in ihr Kämmerlein zurückgezogen, um zu trauern. Denn wenn sie auch in all den Jahren, die sie mit Jesus unterwegs waren, erfahren konnten, dass Jesus Wunder vollbringt, so fällt es ihnen doch auch schwer, an solch ein Wunder, wie die Auferstehung zu glauben. © Christina Telker

15.04.2022   Karfreitag

 

Gedanken zu Karfreitag

Siehe, das ist dein Sohn! Siehe, das ist deine Mutter!

Johannes 19,26‑27

Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der jünger zu sich.

 

Eltern und Kinder bleiben ein Leben lang verbunden. Selbst dann, wenn einmal etwas vorgefallen ist, was sich nur schwer tragen lässt, so wird es doch in den meisten Fällen Vergebung geben. Wenn Jesus in seiner Sterbestunde seinem liebsten Jünger seine Mutter anvertraut und seiner Mutter sagt, dass sie an seiner Statt ab jetzt Johannes als ihren Sohn ansehen möchte, so ist auch dies ein Akt von Liebe. Liebe zur Mutter, die ihren Sohn in dieser bitteren Stunde hergeben muss und Johannes, der dadurch eine Aufgabe bekommt. In den schwersten Momenten, wenn ein geliebter Mensch stirbt, braucht ein jeder eine Schulter zum Anlehnen. Das weiß Jesus und sorgt in seiner Todesstunde noch vor, indem er diesen beiden geliebten Menschen eine Aufgabe zuteilwerden lässt, einen Auftrag der Liebe. In seltenen Fällen finden wir solche Vorsorgen auch unter uns Menschen. Dass manch einer, dem bewusst ist, dass seine Tage gezählt sind, durch eine schlimme Krankheit z.b. sich Gedanken macht, wie es mit dem hier verbleibenden Partner weitergehen soll. Dazu gehört viel Kraft und ganz viel Liebe. Jesus, wir danken dir, dass du selbst in deiner Todesstunde an uns Menschen denkst. © Christina Telker

 

 

14.04.2022 Gründonnerstag

Der Verrat des Judas3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte. 4 Und er ging hin und redete mit den Hohepriestern und mit den Hauptleuten darüber, wie er ihnen Jesus überantworten könnte. 5 Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben. 6 Und er sagte es zu und suchte eine Gelegenheit, dass er ihn an sie ausliefere ohne Aufsehen. (Lukas 22, 3-6)

Verrat ist immer eine schlimme Sache. Ganz besonders trifft es uns, wenn dieser Verrat von einem Menschen begangen wird, den wir als unseren Freund ansahen. Jesus und seine Zwölf sitzen beisammen beim Abendmahl. Er weiß längst, was ihn in den nächsten Tagen erwartet und möchte seine engsten Vertrauten auf seine Abschieds- und Sterbestunde vorbereiten. In alle entsetzten und verständnislosen Gesichter hineingibt er aber zusätzlich eine bittere Wahrheit bekannt. Einer von euch wird mich verraten. Nun sind einige Jünger sprachlos vor Entsetzen, andere wieder protestieren lauthals: „Aber ich doch nicht!“. Jesus weiß, wer der Verräter ist. Seine Kameraden, die um ihn sitzen, wissen es nicht, ja, sie ahnen es nicht einmal. Manche von ihnen sind auch bitter enttäuscht. „Was denkt unser Meister von uns? Wir würden ihn doch niemals verraten.“ Dieses letzte Abendmahl birgt einen Tropfen Bitternis in sich, den ein jeder für sich verarbeiten muss. Später im Garten Gethsemane, begreifen sie ihre Schwachheit selbst. Denn anstatt mit ihrem Meister seine letzten Stunden wachend und betend zu verbringen, erliegen sie menschlichen Schwächen und schlafen ein. Immer wieder müssen wir erkennen, wie schwach und fehlbar wir Menschen doch sind. © Christina Telker

8.4.2022

Johannes 17, 1-5


Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.


Jesus redet mit seinem Vater. So nennen wir es, wenn wir uns an Gott wenden, im Gebet. Jesus breitet all das aus, vor Gott, seinem Vater, was ihn in diesen Tagen und Stunden bewegt. Es gibt keinen, mit dem er so offen reden kann, wie mit ihm. Miteinander reden, ganz besonders in schweren Stunden, dazu gehört Vertrauen, viel Vertrauen. Wir könnten es auch Abrechnung nennen. Denn Jesus legt seinem Vater all das vor, was er in seinem Erdenleben für ihn getan hat und bitten ihn im Gegenzug, daran zu denken, welch schweren Weg er jetzt vor sich hat und wie sehr er gerade jetzt auf seinen Vater angewiesen ist. Solche Gespräche zwischen Kindern und Eltern, gibt es nur bei absolutem Verstehen, bei uneingeschränktem Vertrauen. Denn hier geht es nicht um irgendein weltliches Problem, hier geht es um Leben und Tod, um das ewige Leben!
Bevor Jesus sich zurückzieht, zu diesem besonderen Gebet, gab er seinen Jüngern zu verstehen, dass er einen schweren Weg vor sich hat und sie bald alleine lassen muss. So recht werden sie es nicht verstanden haben. Waren sie doch seit einigen Jahren immer gemeinsam auf dem Weg. Wieso sollte sich dies jetzt ändern? Darum verstehen sie auch seine Bitte, mit ihm zu wachen in dieser Nacht nicht als so drängend, wie Jesus sie meint. Vielleicht wundern sie sich über seine Enttäuschung, als er sie schlafend vorfindet, als er wieder zu ihnen kommt. Wer hat es nicht schon einmal erlebt, dermaßen erschöpft zu sein, dass ihm die Augen zufielen, auch wenn er es absolut nicht wollte. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach, ein Spruch den wir alle kennen. In dieser Nacht erleben es die Jünger am eigenen Leibe. Natürlich wollten sie mit Jesus wachen, aber immer, wenn er sich entfernt, übermannt sie der Schlaf. Mehrmals verlässt sie Jesu, um mit seinem Vater alleine zu reden, zu ihm zu beten.
Bei diesem engen Gespräch unter vier Augen, wie wir sagen würden, dass Jesus mit Gott führt, bringt er all das vor, was Vater und Sohn verbindet. Er erinnert Gott an diese innige Verbindung, Vater, verherrliche du mich bei dir, mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Es ist eine Ewigkeit her, als an die Welt noch nicht zu denken war, dass Vater und Sohn eins sind. Untrennbar verbunden. Diesen Erdenweg nahm er nur auf sich, weil sein Vater es so wollte und er, Jesus, ein gehorsamer Sohn war. Er sah ein, dass sein Vater immer für seine Schöpfung, für seine Menschen das Bester wollte. Darum kommt Jesus für uns auf die Erde, lebt mit uns, bringt Gottes Botschaft in die Welt und stirbt letztendlich den grausamen Tod am Kreuz, damit wir das ewige Leben, als Gottes Kinder in seinem Reiche erleben dürfen, nach dem Tod. Denn der Tod ist nicht das Letzte, sondern das, was danach kommt, ist Gottes ewiges Reich, das Jesus für uns vorbereitet hat.
Zu diesem Tod am Kreuz gehört ebenfalls das felsenfeste Vertrauen des Sohnes zum Vater. Jesus weiß, weil er seinem Vater vertraut, dass er ihn wiedererwecken wird, am dritten Tage und ihn zu sich in den Himmel holt. Dieses flehende Gebet kann nur auf dieser Vertrauensbasis geführt werden.
Wir sind nur Menschen, mit Schwächen und Fehlern. Darum wird zu unserem Leben, selbst, wenn wir noch so fest an Gott und die Dreifaltigkeit glauben, immer wieder auch ein Zweifeln gehören. Doch letzten Endes können wir Gott und seinem Sohn fest vertrauen, und wissen, der Tod ist nicht das Ende, auch nicht unser Tod. Halten wir fest an unserem Glauben und wenden wir uns mit unseren Sorgen an Gott. Er wird uns hören. (c) Christina Telker

1. 04.2022

 

Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot,

dankte, brach`s und gab`s den Jüngern

und sprach: Nehmet, esset das ist mein Leib.

Und er nahm den Kelch und dankte,

gab ihnen den und sprach:

Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes,

das vergossen wird für viele

zur Vergebung der Sünden.

Matthäus 26, 26-28

 

Diese Worte des letzten Abendmahles Jesus mit seinen Jüngern hören wir bei jedem Abendmahl in der Kirche und doch sind sie immer etwas ganz Besonderes, etwas, das tief in uns dringt. Jesus hat sich aus Liebe für uns, damit wir nicht verloren gehen, ans Kreuz schlagen lassen, ist in den Tod gegangen und qualvoll gestorben, für unsere Missetat. Wir können es nur dankend annehmen und uns seiner Liebe anvertrauen. In der Passionszeit werden wir ganz besonders daran erinnert. Jesus kannte seinen Weg, er war Mensch und ist wie ein Mensch gestorben. Keiner von uns wäre dazu fähig. Nur er, als Gottes Sohn, erlitt diese Qualen, uns zur Erlösung! Herr, wir danken dir für deine grenzenlose Liebe. © Christina Telker

25.03.2022

 

Herr, du bist meine Zuflucht für und für.

Ehe denn die Berge wurden

und ehe die Erde und die Welt geschaffen wurden,

bist du Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Ps.90, 1+2

 

Können wir diesen Ausspruch des Psalmbeters überhaupt mit unserem Verstand fassen? Ich denke eher nicht.  Es ist eine Zeitspanne, die für unseren kleinen Verstand einfach nicht zu ergründen ist. Gestern sah ich im Fernsehen eine Sendung für die Erforschung von Höhlen und Höhlenmalerei. Wie weit entfernt kommen uns die 2000 Jahre vor, die Jesus auf der Erde lebte, wenn wir dann von 13 000 Jahren vor Christus hören, bleibt unser Verstand stehen. Da kommen wir nicht mehr mit und doch gab es damals schon Tiere, genau wie heute, das Pferd, den Bison und andere. Staunen können wir nur bekennen, Herr, wie wunderbar hast du die Welt gemacht!   und wir können ehrfürchtig vor unserem Herrn und Vater stehen und ihm danken. Danken, dass Gott auch heute noch für unsere Erde sorgt, danken, dass er uns das Leben gab und für uns sorgt. Herr, lass uns dich in deiner Größe erkennen und anbeten.

 

Danke

 

Dank für jeden Tag in Frieden,

den du Herr uns schenkst.

Danke, dass du diesen Tag

deinen Schutz geschenkt.

 

Danke für den Sonnenstrahl,

der durchs Fenster scheint.

Danke, dass du es mit uns

stets so gut gemeint.

 

Danke, dass du in der Not

uns zur Seite stehst.

Danke, dass du unsre Wege,

immer mit uns gehst.

(c) Christina Telker

18.03.2021

 

Als ich den Herrn suchte,

antwortete er mir

und rettete mich aus aller meiner Furcht.

Ps.34, 5

 

Wer hat es nicht schon einmal in seinem Leben erlebt von Furcht fast zerfressen zu werden. Furcht kann man aus verschiedenen Gründen haben. Furcht verlassen zu werden, Furcht vor einer bevorstehenden Prüfung, Furcht vor dem ersten Tag an einem neuen Arbeitsplatz, Furcht entlassen zu werden, Furcht vor schlimmer Krankheit. Diese Reihe könnte man beliebig fortsetzen. Momentan ist es die Furcht vor Krieg und Corona, die uns in ihrem Bann halten. Jeder Mensch hat seine eigene Furcht, die er in sich trägt. Hier zeigt uns der Psalmbeter einen Weg, diese Furcht und sei sie noch so schlimm, abzulegen. Sie vor Gott zu tragen im Gebet. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mir Gebete oft in meinem Leben geholfen haben. Wenn wir unserem himmlischen Vater vertrauen, hilft er uns. Der gute Hirte, Jesus, hat uns versprochen, uns nie allein zu lassen. Selbst dann nicht, wenn unser Weg durch tiefe Täler führt. Ich wünsche uns ein festes Vertrauen zu Gott. © Christina Telker

11.03.2022

 

Solang mein Jesus lebt und seine Kraft mich hebt,

muss Furcht und Sorge von mir fliehn, mein Herz in Lieb erglühn.

 

Er ist ein guter Hirt, der treu sein Schäflein führt,

er weidet mich auf grüner Au, tränkt mich mit Himmelstau.

  • Paul Gerhardt (1832-1899)-

 

Welch wunderbares Liedgut hat uns dieser Dichter geschenkt. Seine Lieder begleiten uns durch das ganze Leben und geben Kraft und Zuversicht. Welch ein inniges Verhältnis muss er zu Gott, seinem Vater gehabt haben. Ich bewundere Menschen, die voller Hingabe Gott lieben können. Wie schwer machen wir es uns oftmals selbst, wenn wir uns in unsere Alltagssorgen so hinein verbiestern, dass wir den Ausweg über Gott, unseren himmlischen Vater, gar nicht mehr sehen. Ich wünsche uns, dass der Blick zu ihm immer frei bleibt und nicht von unseren Sorgen und Problemen verschüttet wird. (c) Christina Telker

04.03.2022

 

Gottlob, der Sonntag kommt herbei,

die Woche ist nun wieder neu.

Heut hat mein Gott das Licht gemacht,

mein Heil hat mir das Leben bracht.

Halleluja

 

Das ist der Tag, da Jesu  Christ

Vom Tod für mich erstanden ist

Und schenkt mir die Gerechtigkeit,

Trost, Leben, Heil und Seligkeit.

Halleluja

-Johann Olearius 1611-1684-

 

Sonntag, was bedeutet uns dieser Tag heute noch?  Den meisten gar nichts, anderen einen Tag zum Ausschlafen. In meiner Kindheit, einer kargen Zeit, war der Sonntag für meine Eltern etwas ganz Besonderes. An diesem Tag wurde das Sonntagskleid getragen. Dieses Kleid wurde nur zu Festtagen angezogen. Man machte sich bereit für den Gottesdienst. Wer trägt schon heute noch ein Sonntagskleid? Aber mit diesem Kleid, haben wir auch die Ehre an den Sonntag abgelegt, denke ich. Er ist ein Tag wie alle anderen geworden, was manchen stört, dass nur gerade heute die Geschäfte nicht geöffnet haben. Dass Gott an diesem 7. Tag der Woche sagte: „Heute sollt ihr ruhn." Daran danken wir gar nicht mehr. Dass Jesus für uns an einem Sonntag auferstanden ist, erst recht nicht. Vielleicht sollten wir uns wieder einmal auf den Sonntag und seine Bedeutung für uns Christen besinnen. Eine Stunde für das Wort Gottes freizuhalten, sollte doch für die meisten von uns möglich sein. © Christina Telker

25.02.2022

 

 

Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort,

sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid,

dass ihr den Segen ererbt.
1.Petrus 3,9

 

Das Schwerste für uns Menschen ist wohl, mit unseren Widersachern gut umzugehen. Ja, ihnen zu verzeihen und sie sogar zu lieben. Ist das nicht ein bisschen viel verlangt? Wenn wir aber Jesu Weg ans Kreuz betrachten, dann wissen wir, dass Jesus den Menschen vergab, die ihn quälten, folterten und hinrichteten. Aber sind wir Menschen auch fähig, Schwächen und Fehler der anderen ohne ein Wort lächelnd zu übersehen? Gott wünscht es sich von uns und umsonst sagen wir nicht im „Vaterunser“ ‚vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern‘. Gott hält gerade dies für sehr wichtig im Umgang miteinander. Herr schenke uns die Kraft nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten. © Christina Telker

 

18.02.2022

 

Wer kann merken, wie oft er fehlet?

Verzeih mir die verborgenen Sünden.

Psalm 19, 13

 

Ist es nicht so, dass wir uns eher für fehlerfrei halten möchten? Gut, die groben Verfehlungen geben wir ja noch zu, wir ärgern uns, dass gerade uns so etwas passieren konnte. Aber wie sieht es aus mit den kleinen ‚Sünden‘. Kehren wir sie nicht gerne unter den Teppich? Ja, wir bemerken sie nicht einmal. Wie oft am Tage wandern unsere Gedanken in Richtungen, die nichts Positives ausdrücken. Wir haben uns über einen Menschen geärgert, der gerade auf der Straße an uns vorbeiging. In Gedanken schicken wir ihm ‚alle guten Wünschen‘ hinterher. Wir ärgern uns, wenn wir an der Kasse im Supermarkt stehen. Hat sich doch wieder einer vorgedrängelt und die Kassiererin hat es noch geduldet oder gar nicht bemerkt. ‚Solche Unverschämtheit‘, schimpfen wir vor uns hin und noch manch anderes. Liegen wir am Abend im Bett und denken an den Tag zurück, haben wir diese kleinen Zwischenfälle längst vergessen. ‚Gott sieht alles‘, heißt es in einem Sprichwort. Das ist nicht nur so dahin gesagt, Gott sieht es wirklich. Er hat uns auch längst vergeben, unseren großen und kleinen Verfehlungen. Aber vielleicht sollten wir aufhören, uns für zu selbstherrlich zu halten und immer nur zu denken ‚ich bin der Größte‘. Das wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung, um Gottes Wünschen näherzukommen. © Christina Telker

11.02.2022

 

Ich bin getauft auf deinen Namen,

Gott Vater, Sohn und heil`ger Geist,

ich bin gezählt zu deinem Samen,

zum Volk das dir geheiligt heißt.

Ich bin in Christum eingesenkt,

ich bin mit deinem Geist beschenkt.

Jojann Jakob Nambach (1693-1735)

 

Welch wunderbares Lied, das unsere Täuflinge begleitet! Welch großartiges Versprechen, dass uns Gott gibt an diesem Tag. Wir sind getauft auf seinen Namen. Was kann es größeres geben, als dieses Geschenk. Gott hat mit der Taufe versprochen, auf uns aufzupassen, stets bei uns zu sein. Auch wenn wir es mal für einige Zeit vergessen sollten, Gott vergisst seine Kinder nicht. Wer einmal von ihm angenommen wurde, wird immer sein Kind sein. Darum können wir auch nach jeder Verfehlung, ganz gleich, ob diese groß oder klein war, nach jeder Dürrepause, in der wir Gott für nicht so wichtig in unserem Leben hielten, wieder zu ihm kommen. Er nimmt uns immer mit offenen Armen auf. Dafür danken wir dir, oh Herr, Amen. © Christina Telker

 

04.02.2022

 

Gott ist in uns

 

In jeder Lebensphase sind wir auf der Suche nach Gott. Aber wo können wir ihn finden. Wir gehen in christliche Gemeinden, wir hören Worte von ihm und über ihn, die Worte eines Pfarrers. Haben wir Glück, begegnet uns dort ein Mensch, der uns anspricht und wir können ein nettes Gespräch führen. Es kann jedoch ebenso der Fall sein, wir hören die Worte, die dort gesprochen werden und können nicht viel mit ihnen anfangen. Wir hören aufmerksam zu, können aber den Sinn der Predigt nicht verstehen. Wir verlassen den Gottesdienst, ohne dass auch nur einer von uns Notiz genommen hat und sind innerlich ebenso einsam und leer wie zuvor. Leider finden wir immer wieder, solche Enttäuschungen in unseren Gemeinden.

Wir gehen in die Natur hinaus. Wir bestaunen Gottes Schöpfung, wir bewundern die Schönheit eines Wasserfalles und den Gesang der Vögel, aber gefunden haben wir Gott auch hier nicht. Wieder daheim, gönnen wir uns einen Tee, überdenken all das Erlebte und plötzlich regt sich etwas in uns. Allein, ganz in der Stille, spricht Gott zu uns und wir dürfen erfahren, Gott ist bei uns. Wir sind sein geliebtes Kind! Er war immer in uns, wir konnten ihn nur zuvor nicht wahrnehmen. Danke, Herr, dass du immer wieder Wegen findest uns anzusprechen. © Christina Telker

28.01.2022

 

Zeitlos

 

Es gibt Dinge, die der Veränderung unterliegen und gleichzeitig zeitlos sind. Denken wir nur an die Mode, die ständigem Wandel unterliegt und sich doch immer wiederholt. Betrachten wir so manche neue Mode auf dem Laufsteg, so stellen wir fest: „Das gab es doch schon mal, das ist doch aus den ..er Jahren!“ Trotzdem greifen wir gerne zur ‚neuen‘ Mode. Für den einen ist es aus Nostalgie, für den anderen ist diese Art der Kleidung wahrhaft neu, weil er noch jung an Jahren ist.

Gleiches trifft auf die Liebe zu. Bereits seit Beginn der Menschheitsgeschichte gibt es die Liebe. Nur so finden Paare zusammen. Mal für kurze, mal für längere Zeit oder gar für ein Leben. Immer wieder trifft der Pfeil Amors andere Menschen und doch ist die Liebe so alt wie die Welt und doch ewig jung.

Ebenso ist es mit dem Glauben. Jeder Mensch glaubt an irgendetwas. Die alten Germanen glaubten an verschiedene Götter, wie Donar, den Gott des Donners, der für Gewitter oder das Wetter überhaupt zuständig sein sollte. Bereits im Alten Testament lesen wir, dass die Menschen sich Götter schufen, wie das goldene Kalb, um etwas vor Augen zu haben, das sie anbeten konnten. Heute sagt man, das, was dir das Wichtigste ist, das ist dein Gott.

Menschen wollen an etwas glauben, es gibt unzählige Glaubensrichtung. Ja, selbst ohne irgendeiner Religion anzugehören, kann ich an etwas glauben. Ein jeder meint, sein Weg sei der richtige. Da ist es schon sehr schwer, den für uns persönlich, rechten Weg zu finden.

Sehen wir uns den Ursprung der Bibel an und den Weg, den Gott mit seinen Menschen gegangen ist, so können wir auch hier nur feststellen, wie zeitlos der Glaube ist, denn Gott ist und bleibt der gleiche. Dies gilt seit Erschaffung der Erde bis heute und wird auch so bleiben, solange unsere Erde steht. Ja, selbst danach, denn Gott verspricht uns eine neue Welt, ein himmlisches Jerusalem. Gott ist nicht durch Götzen und anderes zu ersetzen. Gott war,  ist und wird sein, für alle Ewigkeit. (Christina Telker)

 

21.1.2022

Friedenssuche

 

Frieden suchen die meisten Menschen. Zugegeben, es gibt auch die anderen, die immer recht haben wollen, ganz gleich, ob sie dadurch mit ihren Nächsten, ihren Nachbarn oder Arbeitskollegen im Clinch liegen. Das ist im Großen, wie im Kleinen so.

Aber, ist es nicht viel angenehmer friedlich miteinander zu leben? Ist es denn so schlimm, auch einmal nachzugeben und den goldenen Mittelweg zu suchen? Oft tut es uns schon nach kurzem leid, dass wir auf unserem Dickkopf beharrten und nicht immer, ist das Geschehene rückgängig zu machen.

Mir kommt da eine Geschichte in den Sinn, die ich

vor Jahren erlebte. Zwei Kinder stritten sich beim Murmelspiel, um den Sieg. Auch wenn Gerda ganz genau wusste, dass Uschi der Sieg zustand, so beharrte sie doch auf ihrem Sieg, meinte sie doch, ihre Murmel geschickt mit dem Fuß, in einem unbeobachteten Moment, gut platziert zu haben. Dieser Streit verfestigte sich so sehr, dass beide Mädchen nie mehr miteinander sprachen. So sehr sich die Eltern, durch gutes Zureden, auch bemühten, die Freundschaft zu kitten, es war nicht möglich.

Als Gerda nach Jahrzehnten die Todesanzeige ihrer einstigen Freundin in der Zeitung las, kam sie kaum über den Schmerz hinweg, den sie mit ihrem Starrsinn angerichtet hatte.

In unserem Leben gibt es einen, der über uns allen wacht, der sich Frieden wünscht für die Menschheit. Haben wir denn die Weihnachtsbotschaft schon nach so kurzer Zeit vergessen? „Friede sei mit euch“, verkündeten die Engel den Hirten auf den Feldern von Bethlehem. Begeben wir uns auf die Suche. Auf die Suche nach dem Frieden, der doch so wichtig ist für unser Leben. Wichtig für unser Wohlbefinden, für unsere Seele. Schließen wir Frieden mit Gott, dann können wir gar nicht anders, als auch mit unserem Nächsten im Frieden zu leben und vielleicht sogar einmal zurückzustecken, selbst, wenn wir meinen im Recht zu sein. © Christina Telker

Frieden für alle 

Frieden wollen alle Menschen,

alle Menschen auf der Welt,

Leute kommt, geht auf die Straßen,

dass der Frieden länger hält.

 

Immer wieder die Parolen,

„nur der Krieg schafft dies und das“,

dabei wäre es so wichtig,

würden alle Menschen satt.

 

Reiht euch ein ins Meer des Friedens,

schreit es laut in diese Welt,

helft den Frieden zu erhalten,

unter unserm Himmelszelt.

 

Kinder möchten glücklich spielen,

lachen, singen, fröhlich sein,

darum haltet hoch den Frieden,

sagt dem Kriege deutlich „Nein“.

© Christina Telker

 

14.01.2022

Puzzle der Freude

 

Bis jetzt zählt das neue Jahr erst wenige Tage, der rechte Moment, um Rückschau zu halten. Die wichtigsten Ereignisse haben sich bei uns förmlich eingebrannt, wir werden sie auch nach Jahrzehnten nicht vergessen. Aber wie ist es mit den kleinen Momenten des Alltags? Wie wäre es, wenn sie ein Kommissar, wie manchmal in einem Tatort, fragen würde: „Wo waren Sie am 4. Februar letzten Jahres, um 17 Uhr?“ Sicher ginge es ihnen ebenso wie mir, sie müssten die Antwort schuldig bleiben. Und doch gibt es an jedem Tag des Jahres eine kleine Freude, die uns begegnet, selbst dann, wenn wir im groben Rückblick denken, ‚Das kann gar nicht sein!‘

Darum habe ich einen Vorschlag. Im vergangenen Jahr habe ich es probiert. Erstellen wir uns, unser eigenes Puzzle. Das Puzzle der Freude. Fast in jedem Haushalt gibt es ungenutzte, leere Bilderrahmen. Für diesen Rahmen schneiden wir zwei weiße, passende Bögen Zeichenkarton zu. Den einen Bogen legen wir in den Rahmen ein und hängen ihn an die Wand. Zugegeben, das sieht ein wenig kahl aus, aber jedes Puzzle und sei es noch so schön, hat einmal bei null begonnen. Den zweiten Bogen legen wir für uns bereit. Jeden Abend schneiden wir ein kleines Teil von diesem zweiten Bogen ab, bemalen es farbig und schreiben darauf, was wir an diesem Tage positives erlebten. So kleben wir Abend für Abend ein Puzzleteil hinzu. Schon bald beginnt unser Puzzle zu wachsen. Am Ende des Jahres werden wir staunen, wie viel Freude uns das Jahr brachte. Ich wünsche uns allen hierbei gutes Gelingen und viele positive Erlebnisse.

 © Christina Telker

 

07.01.2022

Der Stern von Bethlehem

Ein neues Jahr hat seine Tore für uns geöffnet. Vor wenigen Tagen feierten wir das Christfest. Der Stern, über der Krippe, wies den Hirten den Weg zum Stall. Nun tritt dieser Stern noch einmal in Erscheinung. Die drei Könige aus dem Morgenland sahen diesen besonderen Stern am Himmel. Da sich die Drei mit Sterndeutung befassten, sind sie fest überzeugt, dieser Stern kann nur die Geburt eines Königs anzeigen. Diesen König wollen sie finden, um ihm ihre Verehrung darzubringen. Wir wissen es aus der Bibel, nach langer Suche stehen sie vor dem Stall in Bethlehem und sie zweifeln keinen Moment. Nein, sie wissen es; dass sie den neugeborenen König gefunden haben, auch wenn er jetzt als einer der Ärmsten in der Krippe liegt. Die drei Weisen spüren es, wie zuvor die Hirten; hier ist ein ganz besonderes Kind geboren. So bringen sie diesem Kind ihre Gaben dar. Diesem Ereignis zum Gedenken ziehen alljährlich Kinder durch die Straßen, um den Neujahrssegen in die Häuser zu tragen. In einigen Gegenden ist es üblich, mit den Buchstaben C+M+B, in Verbindung mit der jeweiligen Jahreszahl, den Haussegen über die Eingangstür zu schreiben. Die Dreikönigssänger erhalten im Gegenzug kleine Gaben als Dank.

Diese Sitte half in früheren Jahrhunderten den kleinen Sängern, die oft in Armut lebten, sich ein Zubrot zu verdienen. Heute sammeln die Sternsinger für einen guten Zweck, der alljährlich unter einem besonderen Motto steht.

In einigen Ländern wird am Dreikönigstag, dem 6. Januar, Christi Geburt gefeiert, als Erinnerung an die Gaben, der drei Könige, die zur Krippe kamen, erhalten die Kinder an diesem Tag ihre Geschenke. © Christina Telker

1.1.2022

Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich und seine Treue verkünden

mit meinem Munde für und für. Psalm 89, 2

 

Noch ist unser Herz von dem Ereignis in Bethlehem erfüllt. Für die Menschen vor mehr als 2000 Jahren war es die Sensation! Da ist in einem Stall ein Kind geboren worden, das ihr Leben verändern wird. Lange schon warteten sie auf den ersehnten Messias. Nun ist ganz in ihrer Nähe DAS Kind geboren, auf das sie seit Generationen gewartet haben. Die Engel auf dem Felde waren nicht zu übersehen! Dieser helle Schein reichte bis nach Bethlehem, denn damals waren die Nächte dunkel und die Straßenbeleuchtung war noch nicht erfunden. Und dann dieser Stern! Von überallher sah man ihn leuchten bis in weite Ferne, sodass sogar die drei Sterndeuter sich auf den Weg machten, um dieses Kind zu ehren und ihm ihre Gaben zu bringen. Solch ein Ereignis spricht sich herum. Wer von diesem Licht erfüllt ist, kann gar nicht anders, als sich davon inspirieren zu lassen und Gott zu loben und zu danken! Doch Gottes Güte ist schon zuvor bekannt, denn er schloss seinen Bund bereits mit David. Darum singt er ihm Lob und Preis in diesem Psalm. Bereits damals stand Gottes Heilsplan fest, so weist dieser Psalm des Königs Davids bereits auf Jesus hin. Wir werden Gott nie ergründen, er handelt stets anders, als wir es erwarten. Wie großartig fasst David sein Lob in Worte, obwohl er Gottes Heilsplan noch nicht einmal kannte. Uns ist das Kind in der Krippe gegeben, damit wir selig werden. © Christina Telker

Garten der Poesie 0