Aufs Kreuz geschaut
Sind wir in fremden Regionen unterwegs und kommen bei einer Wanderung an eine Wegkreuzung, ist es schwer sich für einen Weg zu entscheiden, wenn diese Kreuzung nicht ausgeschildert ist. Wer sich auskennt und einen Kompass im Gepäck hat, kann sich an diesem orientieren. Schlechter ist derjenige dran, der sich auf gut Glück auf den Weg macht, in der Meinung, das wird schon richtig sein. Schnell kann man sich verlaufen und muss dann die doppelte Wegstrecke zurücklegen.
Vor Jahren lernten wir im Urlaub eine Familie kennen, die uns zu sich in den Garten, zum Kaffee einlud. Ein Handy gab es damals noch nicht. Das Wetter lockte in die Natur und so entschlossen wir uns, diesen vermeintlich kurzen Weg durch den Wald zu gehen. Nach einer Stunde erreichten wir einen Ort, den wir bereits vor gut 40 Minuten erwartet hatten. Glücklich endlich angekommen zu sein, erkundigten wir uns bei dem ersten Dorfbewohner nach der Adresse und erhielten nur einen seltsam, fragenden Blick als Antwort. Nach einem zögern meinte der Angesprochene: „Diese Straße gibt es hier nicht.“ Plötzlich stieg eine Ahnung in uns auf und wir fragten, in welchem Dorf wir uns denn befänden. Die Antwort war niederschmetternd. Wir waren in die entgegengesetzte Richtung gegangen. Nach einem weiteren Umweg erreichten wir am Abend unser Quartier. Unsere Bekannten hatten vergeblich auf uns gewartet.
Anders ist dies bei Gott. Der Blick auf Jesu Kreuz weißt immer in die richtige Richtung, ganz gleich welchen Weg wir zu ihm einschlagen. Verirren können wir uns nicht. Solange unser Blick sich auf das Kreuz richtet, ist es immer der richtige Weg.

