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Das besondere Osterei

 

 „Hatschi“, tönte es durch die Wiese beim Morgengrauen. Oh, wer hatte sich denn da solch einen schlimmen Schnupfen geholt? „Hatschi!“ 

„Hallo, Hopps, das bist du ja! Wo hast du dich denn so sehr erkältet?“, erkundigte teilnehmend Frau Amsel, die gerade ihren Morgenflug unternahm und vor Freude ein Lied trällerte. „Danke, der Nachfrage“, antwortete Hopps. „Gestern beim Ostereierfärben, hatten wir so viel zu tun, daß ich sehr schwitzte und weil ich es so eilig hatte ins Hasendorf zu kommen, rutschte ich aus, als ich über einen Bach sprang und fiel hinein. Der kalte Aprilwind verhalf mir dann zu diesem Schnupfen.“ „Dann wünsche ich dir gute Besserung! Heute ist ja euer großer Tag und du hast gewiß viel Arbeit.“ „Oh ja, ich muß noch weit, bis zum Stadtrand, dort warten drei Kinder auf mich. Sieh nur, wie schwer mein Korb ist!“

„Hopps, was hast du denn in deinem Korb? Sag mir mal, warum ihr eure Eier gefärbt habt?“, gluckste vor Lachen die Amsel. Hopps, der den Korb auf einen Handwagen geladen hatte, drehte sich nun um. Er wollte sehen worüber die Amsel so sehr lachte. Immerhin hatte er gestern ohne Ende all die vielen Eier gefärbt. Als er jedoch in seinen Korb sah, schlug er die Pfoten über den langen Ohren zusammen. „Ach, du liebe Zeit, das hat mir noch gefehlt!“, stöhnte er. „Na ja, so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht“, meinte die Amsel nun tröstend. „Aber was soll ich denn mit den Küken anfangen? Die Kinder warten auf Ostereier und nicht auf Küken“, gab Hopps traurig zu bedenken. „Woher weißt du das denn? Vielleicht freuen sie sich sogar über solch ein niedliches, kleines Küken noch viel mehr?“, gab die Amsel zu bedenken. „Meinst du wirklich? Sollte ich die Küken anstatt der Eier verstecken?“ „Natürlich! Ich denke die Kinder freuen sich noch mehr über die Küken, als über die Eier! Aber jetzt muß ich weiter, einen schönen Tag wünsche ich dir noch!“, zwitscherte die Amsel und war bereits im Apfelbaum, wo sie auf ein paar Würmer, unter der losen Rinde, hoffte.

Hopps hatte noch einen weiten Weg zurückzulegen, bis er an seinem Ziel ankam. Die Küken machten es ihm nicht gerade leicht. Ständig versuchten sie zu entkommen und er musste sie wieder einfangen. Oh wie war er froh, als er endlich das kleine Haus am Waldrand erreicht hatte. Vorsichtig packte Hopps seine besondere Fracht aus und versteckte sie hinter einer Hecke.  Ein Ei, das er besonders schön fand, versteckte er zwischen den Blumenbeeten. Dann betrachtete er sein Werk noch einmal und setzte sich hinter den nächsten Baum, um alles zu beobachten und sich ein wenig auszuruhen. Gerade wollten sich die Küken wieder selbständig machen. Sie liefen fröhlich hin und her und Hopps hoffte sehr, daß nun bald ein Kind kommen würde, um sie einzufangen. In diesem Moment öffnete die Tür des Hauses und die Kinder stürmten hinaus. Jeder wollte der erste sein und schon rief die kleine Lotte: „Ich habe ein Nest gefunden!“ Sie jubelte vor Freude. Besonders als sie die Küken entdeckte, konnte sie sich vor Wonne gar nicht fassen. Auch ihre Geschwister kamen herbeigestürmt. „Ist das ein tolles Osterfest, mit lebenden Küken!“, rief Paul ganz begeistert aus. Susi wollte gerade ein besonders schönes Ei aufheben, als es knackte und auch aus diesem Ei ein Küken herausschaute. Das war für die Kinder, das schönste Osterfest, das sie je erlebt hatten. Als die Eltern am Nachmittag zum Spaziergang riefen, waren die Kinder nicht aus dem Haus zu bekommen. „So ein ruhiges Osterfest gab es noch nie“, stellten abends die Eltern fest. Die Kinder kümmerten sich den ganzen Tag um das kleine Federvieh. Sie hatten sehr viel Freude an dem diesjährigen Ostergruß. Später, als aus den Küken fleißige Legehennen geworden waren, hatten Paul, Susi und Lotte immer frische Eier auf dem Frühstückstisch. Mit ihren Hühnchen verband die Kinder eine innige Freundschaft. Hopps beobachtete dies des Öfteren vom Waldrand aus und freute sich über die gelungene Osterüberraschung. (c) Christina Telker

 nest

 

Ein Ostermärchen

 

„Hast du schon dein Nest gefunden?

Meins, das such ich schon seit Stunden.

Heut ist Ostern, glaub es mir,

doch kein Osterhas war hier!“

 

„Komm dann suchen wir zu Zwein,

das kann doch nicht möglich sein!

Vielleicht hast du´s nicht gesehen.

Komm wir wollen suchen gehen!

 

„Paula sieh, da stimmt was nicht,

ob der Has`, der kleine Wicht,

uns dies Jahr nicht hat gefunden

oder hat er Angst vor Hunden?!“

 

„Komm wir laufen hin zum Tann,

schauen uns die Sache an.

Dort soll seine Werkstatt sein,

alle wissen´s Groß und Klein.“

 

„Doch gefunden hat sie keiner!“

meinte lächelnd nun der Heiner.

„Wenn wir ihn im Tann nicht finden,

suchen wir ihn bei den Linden!“

 

Beide laufen in den Wald,

plötzlich ruft der Heiner: „Halt!

Siehst du dort das Wackelohr?

Liebes Häschen komm hervor!“

  

Doch nichts rührt sich, es bleibt still –

Sehen wir, was Häschen will.

„Komm wir schleichen uns heran,

sehen wo man helfen kann.“

 

„Liebe Kinder, hier die Kiepe,

voll mit Ostereiern fein.

Helft mir schnell sie zu verstecken

alle werden dankbar sein.“

 

Häschen was ist dir geschehen,

kannst du selber nicht mehr gehen?

Gerne woll`n wir hilfreich sein,

besuchen schnell die Kinderlein!“

 

„Oh, der Fuchs war hier am Ort.

Seht nur meine Pfote dort!

So kann ich nicht weitergehen,

hab verletzt mir alle Zehen.

 

Bin ihm zwar noch grad entkommen.

Hab auch die Kiepe mitgenommen,

doch verstecken geht nicht mehr,

 darum muß jetzt Hilfe her.

 

„Armes Häschen wart nur hier,

bald sind wieder wir bei dir!

Nehmen dich dann mit nach Haus.

Dort gibt’s einen Hasenschmaus.

 

Grüne Blätter und viel Kohl,

sieh dann fühlst du dich bald wohl.

Auch dein Pfötchen wird verbunden,

das du dir so arg geschunden.

 

Abends dann im Mondenschein,

sitzen sie noch lang zu drein.

Häschen geht es wieder gut

und er fast auch wieder Mut.

 

„Nächstes Jahr, zu Ostern dann,

zeig ich was ein Hase kann,

bring euch bunte Eier fein,

daran sollt ihr euch erfreun“

 

reihe 

Pinselchen

 

Kennt Ihr Pinselchen? Nein? Pinselchen ist ein kleiner Hasenjunge der mit seinem Schwänzchen das Osterfest rettete. Es kommt also gar nicht darauf an, immer genau so zu sein wie die anderen, sondern darauf, zur rechten Zeit, die rettende Idee zu haben. Na dann hört einmal gut zu, was sich im Hasenreich zutrug.

Milde schien die Frühlingssonne ins Land. Mutter Langohr sonnte sich in der Nähe ihrer Sasse. Vor wenigen Tagen hatte sie fünf kleine Häschen zur Welt gebracht. So winzig waren sie noch, ihre Augen konnten noch nicht das Licht der Sonne sehen. Als die Häsin sich ihre Kinder betrachtete war sie stolz auf ihre fünf. ‚Was habe ich nur für schöne Kinder!‘, dachte sie bei sich. Nur bei einem, der Kleinen, gefiel ihr das Schwänzchen nicht. Vier ihrer Kinder hatten eine prächtige Blume. Bei dem Gescheckten sah diese jedoch eher wie ein Pinsel aus. Lang, spitz und gleichzeitig ein wenig wuschelig. ‚Dich werden die anderen später auslachen, wenn sie größer sind‘, dachte sie traurig. Ändern konnte sie trotz ihrer Liebe zu dem Kleinen nichts daran. Wuschel, Krümel, Fleckchen, Spitzohr und Weißpfötchen nannte Frau Hase ihre Kinder. Jeden Tag wuchsen die Häschen ein kleines Stück. Ihre Augen hatten sich nun bereits geöffnet, so daß sie ihre Umgebung erkunden konnten. Wie kleine Wirbelwinde tollten sie im grünen Gras umher.

Schon nahte der nächste Frühling, auf den die Hasenmutter sie schon langevorbereitet hatte. „In diesem Jahr kommt ihr in die Schule“, sagte sie oft.

Voller Spannung warteten die Hasenkinder auf den Tag, an dem sie Osterhasen werden sollten. Sie übten sich im Erstellen und Mixen der Farben und freuten sich, wenn sie einen besonders schönen Farbton hervorgezaubert hatten. Die Zeit des Übens ging schnell vorüber.

Am nächsten Morgen sollten sie richtige Ostereier bemalen, hatte der Hasenlehrer angekündigt. Die kleinen Hasen konnten vor Aufregung kaum schlafen. An diesem besonderen Tag kam kein Hase zu spät in die Schule. Kein noch so leckeres Kohlblatt konnte die Häschen aufhalten, auf dem Weg zur Schule. Jeder wollte am Abend das schönste Ei bemalt haben. In der Nacht hatten sie sich besonders lustige Muster ausgedacht. Brav saßen sie auf ihren Bänken, als der Lehrer erschien. Traurig blickte seine Miene, als er den Hasenkindern mitteilte: „Ostern fällt in diesem Jahr aus!“ „Warum, weshalb, wieso?“, riefen alle Häschen durcheinander. „Uns sind heute nacht alle Pinsel gestohlen worden“, erklärte der Lehrer. „Wie sollen wir die Eier bemalen, ohne Pinsel?“ Stille herrschte in der Hasenklasse, als eins der Häschen aufstand. „Ich kann ohne Pinsel malen, nur mit meinem Schwänzchen“, bot sich Fleckchen an.  Staunend sahen alle anderen auf den kleinen Hasen. Bisher war ihnen gar nicht aufgefallen, daß Fleckchen eine andere Schwanzform hatte als sie. „Wie stellst du dir das vor?“, wollte nun der Hasenlehrer wissen. Mein Schwänzchen kann malen wie ein Pinsel“, antwortete bescheiden der kleine Hase. Es war ihm peinlich, daß alle anderen Hasen jetzt zu ihm rüber schauten. „Wenn du meinst, werden wir es versuchen“, erklärte sich der Lehrer einverstanden. Nun wurden die Aufgaben verteilt. Einige Häschen sorgten für den Transport der Eier, andere stellten die verschiedenen Farben bereit und Fleckchen malte, malte und malte. Immer wieder tauchte er seine Schwanzspitze in die jeweilige Farbe und dann fuhr er blitzschnell damit über die Eier. Zum Schluß, als er alle bemalt hatte, hüpfte er von Ei zu Ein und versah sie mit bunten Punkten. Matt und erschöpft, aber gleichzeitig glücklich, das Osterfest gerettet zu haben, saß Fleckchen am Ende des Tages auf der Wiese. Fröhlich umtanzten ihn seine Freunde und sangen:

 

Fleckchen färbt die Eier bunt,

habt ihr das gesehen?

Morgen werden sie versteckt

woll’n zu Kindern gehen.

 

Vom Rande der Wiese her ertönte eine wütende Stimme: „Haben es die Hasen doch geschafft und ich dachte, wenn ich die Pinsel verstecke, fällt Ostern aus!“ „Tja, Meister Reinecke, wieder Pech gehabt! Ostern findet statt, und zwar morgen! Alle unsere Eier sind wunderschön bemalt, dank unseres Pinselchens“, freute sich der Hasenlehrer. Von nun an wurde Fleckchen nur noch Pinselchen gerufen. Dieser Name war ihm immer eine Auszeichnung. (c) Christina Telker

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Sophie beim Osterhasen

Die ersten Schneeglöckchen streckten ihre Halme aus dem noch gefrorenen Erdreich. Sophie freute sich über jeden Sonnenstrahl, sie holte den Roller aus dem Schuppen und begleitete die Mutti zum Einkauf. „Mutti stimmt es, wenn die ersten Blumen blühen kommt der Osterhase?“, fragte sie heute, als sie die Schneeglöckchen entdeckte. „Ganz so stimmt das nicht“, erklärte die Mutter. „Die Schneeglöckchen kommen viel früher als die anderen Blumen aus dem Erdreich. Selbst wenn noch eisige Stürme wehen, strecken sie schon ihr Köpfchen aus der Erde und wollen uns an den Frühling erinnern. Lange dauert es aber nicht mehr, dann kommt wirklich der Osterhase.“ „Siehst du, habe ich also doch recht, bald ist Ostern!“, freute sich Sophie. „Wenn wir nach Hause kommen, lese ich dir eine Geschichte vor“, versprach die Mutti. Das mochte Sophie immer besonders, wenn sich Mutti Zeit nahm, um mit ihr gemeinsam ein Bilderbuch zu betrachten und vorzulesen.

„Mutti, sieh mal, hier habe ich ein Buch vom Osterhasen gefunden, liest du es bitte vor?“, bat die Kleine später zu Hause und stand mit einem Buch vor der Mutter, das sie im Schrank gefunden hatte. Sophie wartete schon mit großer Ungeduld auf das Osterfest. Für sie war Ostern genauso spannend wie Weihnachten. Früh am Morgen war der Frühstückstisch schon besonders schön gedeckt, mit selbstgebackenen Brötchen und einem bunten Osternest auf dem Tisch. Am meisten grübelte Sophie darüber nach, wie es wohl beim Osterhasen sei. Wie er wohl die Eier bemalt? Ihr größter Wunsch war, einmal dabei zu sein, einmal dem Osterhasen über die Schulter, ach nein, über die langen Ohren, zu sehen. ‚Das sind ja Träume, die sowieso nicht in Erfüllung gehen‘, dachte das Mädchen dann auch gleich wieder. All ihre Freunde im Kindergarten hatte sie gefragt, aber keiner von ihnen hatte bisher den Osterhasen bei der Arbeit beobachtet.

Weil ihr das Buch, das Mutti gerade vorgelesen hatte, so gut gefiel, nahm sie es heute mit ins Bett. Noch einmal betrachtete sie die Bilder. Bevor sie es auf den Nachttisch legte und einschlief. In der Nacht hatte Sophie einen Traum. Ein Häslein aus ihrem Bilderbuch, wurde lebendig, kam zu ihr ins Bett und stupste sie an. „Hallo Sophie, du wolltest doch immer uns Osterhasen bei der Arbeit zusehen, komm mit!“ Sofort war Sophie bei der Sache, sprang so schnell wie noch nie in ihre Sachen und folgte dem Häschen. Draußen war es dunkel, der Mond spendete seinen goldenen Schein. Als Sophie mit dem Häschen aus der Haustür trat, wartete dort schon eine Kutsche. Sie hatte die Form eines halben Eies und sah wunderschön aus, nur war sie viel zu klein, um die beiden Fahrgäste aufzunehmen. Gerade überlegte Sophie noch, wie sie wohl in diese winzige Kutsche kommen könnte, als plötzlich eine Blumenfee vor ihr stand und ihren Zauberstab in die Höhe hielt. Im Nu erhielt Sophie die passende Größe, um in die Kutsche zu steigen. In Windeseile erhob sich die Kutsche in die Lüfte und landete wenige Minuten später im Osterhasenland. Mit offenem Mund staunte die Kleine die Wunder an, die sich ihr darboten. ‚Hier ist es ja sooo schön!‘, dachte sie noch, als schon ein Hasenkind auf sie zu kam, um sie willkommen zu heißen. „Es war doch dein Wunsch einmal bei uns zu sein. Heute soll dein Wunsch erfüllt werden“, sprach der kleine Hase das Mädchen an. „Ich bin Hoppel und freue mich darauf dich durch unser Reich zu führen.“ „Hallo Hoppel, ich kann es noch gar nicht fassen.“ Sophie sah sich nun etwas genauer um. Überall blühten Frühlingsblumen in den schönsten Farben. In ihrem Garten sah es noch lange nicht so bunt aus. Kleine Küken liefen auf der Wiese umher. Von ihnen war Sophie besonders begeistert. „Wie kommen die kleinen Küken hierher?“, erkundigte sie sich verwundert. „Wir müssen lange Zeit vor Ostern die Eier sammeln, die uns die Hühner zur Verfügung stellen, da passiert es schon einmal, daß ein Küken aus dem Ei schlüpft“, berichtete Hoppel „Und was macht ihr mit den Küken?“, wollte Sophie nun weiterwissen. „Einige bleiben bei uns und helfen dann im kommenden Jahr, Eier für das Fest, zu legen, andere setzen wir auch mal aufs Körbchen, wenn wir die Eier verstecken. Die Kinder freuen sich ganz besonders darüber.“ „Das finde ich toll, auch ich würde mich über so ein Küken freuen!“, strahlte Sophie den Hasen an. „Nun wollen wir uns aber das Osterland ansehen, sonst ist die Nacht vorüber und du mußt wieder nach Hause.“ Sophie wurde erst jetzt daran erinnert, daß diese traumhaft schöne Zeit so schnell zu Ende gehen würde. Nun machte sie sich mit Hoppel auf den Weg, durchs Hasenland. „Bevor wir losgehen, schenke ich dir ein Ei, das kannst du auf dem Wege bemalen, wenn wir alle Häuser besucht haben, wird dein Ei hübsch bunt sein.“ Ganz vorsichtig trug Sophie ihr Ei und war mächtig stolz darauf mit dem Hasen durch das Osterland zu spazieren. Alle Häuser im Hasenland hatten die Form eines Eies und waren buntbemalt. „Wo habt ihr nur all die schönen Farben her?“, wollte Sophie wissen, die bereits angefangen hatte ihr Ei zu bemalen. „Du siehst die frischen Blumen in Fülle hier, sie spenden uns die Farben. Natürlich muß man auch verstehen die Farben zu mischen. Dies richtig zu verstehen ist ein altes Osterhasengeheimnis.“ Sophie kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Nun näherten sie sich schon dem Ende des Hasenreiches. Im Osten zeigte sich schon das erste Morgengrauen, es wurde höchste Zeit sich zu verabschieden. Sophies Ei war bunt bemalt, sie nahm es als Erinnerung mit. Schnell stieg sie in die Kutsche und los ging der Rückflug, wie auf Elfenflügeln. 

Wenig später kam auch schon die Mutti ins Zimmer, um ihre Kleine zu wecken. Sophie schaute verwundert um sich und sah auf ihrem Nachttisch ein buntes Ei liegen. Hatte sie dies Ei wirklich heute nacht bemalt oder war es nur ein Traum? (c) Christina Telker

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Wie Hoppel Schokoladeneier legte

 

Wißt ihr, daß die Osterhasen einen besonders guten Draht zu Vater Mond haben? Jedes Jahr im Frühling warten die Hasen auf den Neumond, um ihm ihre Ostereier in aller Farbenpracht zu präsentieren. Aber auch Vater Mond liebt die Osterhasen und freut sich in jedem Jahr auf die Fülle an gefärbten Eiern. Doch in diesem Jahr gab es keine Eier. Als das Vater Mond sah, kam ihm eine Idee. Trällernd vor Freude sprang Hoppel durch den Wald. Immer wieder sang er vor sich hin:      

„Ich kann den Frühling spüren,

der Frühling ist schon da,

wir färben heute Eier,

das ist so wunderbar!“

Das erste Mal sollte auch er am heutigen Abend im Hasenland beim großen Ostereierfärben dabei sein. Das war für alle Hasen in jedem Jahr ein ganz besonderes Fest. Schon sah er seine Freunde von weitem, das spornte ihn an, noch etwas schneller sein Ziel zu erreichen, ein paar Sprünge und er war bei den anderen angekommen. „Wo nimmst du nur deine gute Laune her?“, sprach verwundert Vater Lampe. „Ich darf heute abend das erste Mal Eier bemalen!“, erinnerte Hoppel, schon längst nicht mehr so fröhlich, aus Furcht Vater Lampe könnte es sich noch einmal anders überlegt haben. „Das wird ja nun nichts“, meinte jetzt der alte Hase. Man sah ihm seine Traurigkeit an. „Warum nicht, in zwei Tagen ist doch Ostern?“, wagte Hoppel zu fragen. „Heute früh, im Morgengrauen, als ich bei der Henne Gack war, erzählte sie mir, daß Bauer Krüger sie erwischt hatte. Das gesamte Nest mit den gesammelten Eiern beschlagnahmte er und drohte der Henne an, daß ihre Tage gezählt seien.“ Traurig blickte Hoppel vor sich hin. „Das dürfen wir doch nicht zulassen! Wir müssen Gack retten“, rief er empört.

„Wie willst du das denn machen?“, mischte sich jetzt Langohr in die Unterhaltung. „Vater Lampe muß morgen früh noch einmal zu der Henne gehen und sie mit ins Hasenland bringen, dann lebt sie bei uns“, schlug Hoppel vor. Mehr Sorgen machte er sich jedoch noch, um das verlorene Osterfest. Was würde werden, wenn die Kinder am Ostermorgen durch Wald, Flur und Gärten streiften und nicht ein Osterei finden würden, das ist richtig schlimm, dachte er bei sich. Die Stimmung im Hasenland war auf dem Tiefpunkt.

Am Abend schlich sich Hoppel auf die Waldlichtung, er wollte auf den Mond warten, der jedes Jahr in dieser Nacht ins Hasenland hinunterschaute. Das allerschönste Ei wählte er dann aus, versah es mit einem Mondstrahl und verwandelte es in ein Zauberei. Das war eine ganz besondere Auszeichnung. Lange musste Hoppel in dieser Nacht warten, immer trauriger wurde er, denn die Wolken zogen so dicht am Himmel entlang, daß der gute, alte Mond nicht hindurchschauen konnte. Endlich, dort…, eine kleine Wolkenlücke und schon sah Vater Mond auf die Erde. Gleich entdeckte er, das so traurig auf der Wiese sitzende Häschen. „Was machst du denn hier? Solltest du nicht deinen Freunden beim Eier färben helfen?“, fragte er den kleinen. „Gerade deshalb bin ich ja hierhergekommen und warte seit Stunden auf dich“, antwortete der kleine Hase. „Was ist geschehen, kann ich euch helfen?“ Der Mond wurde neugierig. „Du hast doch die Kraft jedes Jahr ein Ei mit deinem Mondstrahl in ein Zauberei zu verwandeln. In diesem Jahr haben wir keine Eier.“ Nun erzählte Hoppel dem Mond, was geschehen war. „Du bist unsere letzte Hoffnung, wenn dir nichts einfällt, gibt es in diesem Jahr zum Osterfest keine Eier“, endete Hoppel seinen Bericht.

Eine Weile überlegte der alte Mond, dann sprach er: „Ich habe eine Idee! Du schließt jetzt die Augen und ich lasse meinen Zauberstrahl auf dich fallen.“ Hoppel war sofort bewußt, daß er nun von Vater Mond zu etwas ganz Besonderem auserwählt wurde. Ganz stille saß er auf der Waldwiese mit geschlossenen Augen. Ein Frösteln lief über sein Hasenfell, wie eine Gänsehaut. Schon sprach der alte Mond ihn an: „Du bist nun ausersehen das Osterfest zu retten, mit meinem Zauberstrahl habe ich es möglich gemacht, daß du ab sofort Schokoladeneier legen kannst. Geh schnell zu deinen Freunden und strenge dich an beim Eierlegen, dann ist das Osterfest gerettet. Was meinst du, wie die Kinder staunen werden, wenn sie anstatt farbiger Eier in diesem Jahr Schokoladeneier in ihren Nestern finden.“ „Danke, lieber Mond! Danke!“, rief Hoppel noch, als er schon in großen Sprüngen dem Hasenland zu eilte. Voll Freude teilte er Vater Lampe die gute Nachricht noch in derselben Nacht mit und machte sich sogleich ans Werk.

Bald füllte sich Korb um Korb. Kleine und größere Eier legte der fleißige Hoppel. Große Freude und Staunen herrschte an diesem Morgen im Hasenland. Als am Ostermorgen alle Eier versteckt waren, beobachteten die Häschen, aus sicherer Entfernung, die suchenden Kinder. Das war ein Jubel! Wo sie auch hinsahen, alle Kinder freuten sich über die Schokoladeneier. Noch lange dankten die Hasen Vater Mond für diese rettende Idee. Von nun an gab es zu jedem Osterfest gefärbte Eier von Henne Gack, die die Hasen zu sich geholt hatten und Schokoladeneier, die der brave Hoppel legte. (c) Christina Telker