Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

24.12.2021

Uns ist ein Kind geboren

 

Endlich ist Weihnachten! Besonders für die Kinder waren die letzten Wochen, voller Vorfreude, auf diesen Tag. Für uns, die wir ein wenig älter sind, war diese Zeit, mit viel zusätzlicher Hektik verbunden, die vermutlich an den Feiertagen kein Ende nimmt. Und doch ist heute der Heilige Abend! Selbst diejenigen, die sonst eine Kirche nicht von innen sehen, gehen an diesem Tage dorthin. Eine innere Stimme zieht uns in die Gemeinschaft der Christen, rund um den Erdenball.

Uns ist ein Kind geboren; das Kind, das Gott Mensch werden ließ, durch seinen Sohn, der für uns in der Krippe lag, vor über zweitausend Jahren. Die unterschiedlichsten Krippendarstellungen aus aller Welt erinnern uns daran. Man kann sie auf Krippenausstellungen alljährlich bewundern. Viele haben sich auch eine eigene Krippe in die Wohnung geholt, ganz nach dem Platz, der uns zur Verfügung steht. Von Krippen, die in einem Stück gefertigt sind, bis hin zu ganzen Krippenlandschaften, ist die Vielfalt kaum zu übertreffen.

Uns ist ein Kind geboren; so steht es im Lukasevangelium. Die Engel verkünden es den Hirten, die sofort zum Stall eilen, um dies Wunder mit eigenen Augen zu sehen. Auch die drei Weisen nehmen einen weiten Weg auf sich, zu diesem Gotteskind hin.

Uns ist ein Kind geboren; auch mancher von uns ist ein Christkind, ein Mensch, der am Heiligen Abend geboren wurde. Ganz gleich, ob er dies Christkind sein, für seinen Lebensweg annimmt oder nicht. Der auf dem Kalender festgesetzte 24. Dezember wird in unserem Land als der Heilige Abend, als der Geburtstag Christi gefeiert. Ziehen wir hin zur Krippe und bringen wir unsere Gaben dar. Bringen wir unser Herz; dem Jesuskind als Geschenk.

 

 

Weihnachtsbotschaft

Hörst du's wispern, hörst du's nahen,

leise zieht die Weihnachtszeit;

ein, in jedes kleine Stübchen,

denn die Christnacht ist nicht weit.

 

Siehst du hell die Sterne leuchten,

in der klaren Winternacht,

sie erinnern immer wieder,

was geschah zur Heil`gen Nacht.

 

Hörst du Weihnachtslieder klingen,

auch zu dir im stillen Heim?

Engel brachten uns die Botschaft,

Friede soll auf Erden sein.

 

Hörst du die Posaunentöne?

Jubel zieht heut durch das Land!

Allen Menschen sei verkündet:

‚Gott hat seinen Sohn gesandt‘.

© Christina Telker

17.12.2021

Einmal durchwärmen bitte

 

In Europa fällt das Weihnachtsfest immer in die Winterzeit. Doch trotz der Kälte des Dezembers, zieht es seit Jahrhunderten Jung und Alt auf den Weihnachtsmarkt. Dieses besondere Flair möchte sich keiner nehmen lassen. Hierfür muss einfach ein wenig Zeit da sein. Allein der Duft, der von den zahlreichen Buden zu uns herüberströmt, ist einzigartig und könnte in keiner Jahreszeit, diesen Reiz auf uns ausüben, als im Advent. Im alten Berlin, war der Weihnachtsmarkt stets über die Weihnachtsfeiertage geöffnet, dies ist heute zurückgegangen und nur noch sehr selten zu finden.

Bedingt durch die Kälte dieser Jahreszeit können wohl die Glühwein- und Punschhändler nicht über Umsatz klagen. Etwas Warmes zu sich zu nehmen, sich von innen her durchwärmen zu lassen, ist uns wichtig. Erst so gestärkt, können wir wieder so richtig, das Geschehen um uns her, genießen.

Die innere Wärme ist wichtig. Im Leben kann diese innere Wärme, durch ein liebes Wort, durch die Liebe zwischen uns Menschen erzeugt werden. Selbst im Sommer kann man innerlich frieren, wenn die Liebe fehlt.

Aus Liebe sandte uns Gott seinen Sohn, legte ihn in die Krippe von Bethlehem. Sandte ihn direkt unter die Ärmsten der Armen, um ihnen seine Liebe ganz nahezubringen. Gottes Liebe erhellt und erwärmt uns von innen her. Sie erleuchtet unser Leben, weil wir wissen, dass wir seine geliebten Kinder sind. Weil wir wissen, dass wir in seiner Liebe stets geborgen sind. In der Krippe wird Gott, Mensch, was kann es größeres geben! Seine Liebe erfasst die ganze Erde, ist für alle da und kennt keine Grenzen.

Geben wir dieser Liebe eine Chance und geben wir sie weiter,

ganz besonders jetzt zur Weihnachtszeit, wo sie oft in Trubel und Hektik übersehen wird. Sei es auch nur ein Lächeln im Vorübergehen.

 

Ein Licht geht auf

Ein Licht geht auf in dieser Welt,

es kommt direkt vom Himmelszelt,

der Stern tut`s allen Menschen kund,

die Botschaft geht von Mund zu Mund.

 

Die Engel kündens auf dem Feld,

der Weihnachtsstern strahlt in die Welt

und lobend preist die ganze Erde,

das Kind, das heut geboren werde.

 

Das Wunder kann man kaum ermessen,

es sprengen auf, der Menschen Ketten,

denn Gottes Lieb besiegt den Tod,

beendet ist der Sünder Not.

 

So ruft es laut zu aller Stunde,

so gebt sie weiter, diese Kunde:

„Gott sandte seinen Sohn zur Erde,

dass alle Welt gerettet werde!“

 

Ja kommt und zündet Kerzen an,

damit ein jeder sehen kann,

der Liebe Licht ist aufgegangen,

gelöset sind des Todes Banden.

© Christina Telker

 

10.12.2021

 

Aufbruch zu Neuem

 

Erinnern wir uns, wie es war als wir uns auf unser erstes Kind vorbereiteten.  Diese neun Monate kamen uns endlos lang vor. Jeden Tag nutzten wir für die Vorbereitung auf den neuen Erdenbürger. Wir strickten Jäckchen, überlegten welchen Namen das Kind wohl tragen sollte. Die Kinderabteilung im Kaufhaus zog uns magisch an. Das Zimmer für den Nachwuchs musste eingerichtet werden. Unendlich viel gab es zu bedenken.

Wie wird das wohl bei Maria gewesen sein? Schon die Empfängnis verlief anders als üblich. Da kommt ein Engel und erklärt ihr, dass sie ein Kind bekommen wird, dass sie Jesus nennen soll. Wie sollte sie ihrem Mann nur diese plötzliche Schwangerschaft erklären. Auch Josef ist erschrocken, bis auch ihm im Traum ein Engel begegnet.

Doch damit allein ist es noch nicht getan. Auch Maria ist voller Aufregung. Sie muss mit einem Vertrauten über das Geschehen reden. So geht sie zu ihrer Verwandten Elisabeth. Immerhin geht es Elisabeth ähnlich wie ihr. Sie erwartet auch gerade ein Kind und das in ihrem hohen Alter. Die Begegnung mit Elisabeth bringt Maria wieder zur Ruhe und schenkt ihr neue Kraft.

Doch dann kommt gerade zum ungünstigsten Zeitpunkt das Schreiben vom Kaiser Augustus. Das Volk wird aufgefordert, sich in seiner Geburtsstadt zu melden, um sich zählen zu lassen. So haben Maria und Josef einen langen, beschwerlichen Weg vor sich, um nach Bethlehem zu kommen. Dieser weite Fußweg und das, in hochschwangerem Zustand. Als sie endlich nach Tagen, das Ziel erreicht haben, finden sie kein Quartier.  Letztendlich ist das einzige, was ihnen bleibt, um überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben, ein Viehstall, mit Ochs und Esel.

Wie wäre das wohl für uns, wo wir doch heute so viel Komfort bei der Entbindung gewöhnt sind? Versuchen wir doch einmal uns in die Lage dieser jungen Frau zu versetzen.

Und doch, trotz all den schwierigen Umständen dieser Schwangerschaft und Geburt bringt Maria nicht nur ihr erstes Kind zur Welt, sondern den Sohn Gottes. Nicht nur ein neues Leben beginnt, sondern auch eine neue Zeitrechnung. Jesus ist geboren, der als erwachsener Mann den Willen seines himmlischen Vaters erfüllt und am Kreuz für unsere Sünden stirbt.

Jubel erschallt auf dem Feld, bei den Hirten. Den Ärmsten, der Armen wird die Botschaft der Rettung zuerst gebracht. Engelchöre verkünden sie. „Halleluja! Jesus ist geboren! Geht und seht selbst!“ Nehmen auch wir diese Botschaft an und freuen uns heute und zu allen Zeiten über diese Menschwerdung Gottes. © Christina Telker

 

3.12.2021

Mit Engelsflügeln

 

Engel begegnen uns in der Weihnachtszeit auf Schritt und Tritt. Wir finden sie als Schaufensterfiguren, als Fensterbilder und ganz besonders in Krippenlandschaften vor. Die Weihnachtzeit ohne Engel ist nicht vorstellbar. Waren sie es doch, die in der biblischen Geschichte um Jesu Geburt gleich mehrmals in Erscheinung traten.  Wir wissen, dass Gott in bestimmten Situationen, den Menschen seine Engel sendet. Ist diese Gewissheit nicht wunderbar?

Nicht nur in der Adventszeit, sondern lebenslang können wir uns auf ihn verlassen. Auch heute noch berichten Menschen von Begegnungen mit Engeln. Nippesfiguren und Ketten sind dazu da, uns an ihrem Anblick zu erfreuen. Gottes Engel sind etwas Anderes, sie sind seine Boten, sie treten nur in ganz besonderen Situationen in Erscheinung.

Aber auch wir Menschen können, symbolisch gesehen, zu Engeln werden für unseren Nächsten im Betrieb oder auf der Straße, indem wir erkennen, wo Hilfe gebraucht wird. Das kann sein, in dem wir bei Mobbing eingreifen oder Einsamen unser Ohr leihen, damit sie sich einmal alles von der Seele reden können. Ein Engel der Nächstenliebe sieht aus wie du und ich. Er taucht unter in der Masse und hat keine besonderen Merkmale. Doch es ist wichtig ihn in der Not zur Seite zu haben. © Christina Telker

 

Dein himmlischer Begleiter

 

Ein Engel klopft an deine Tür,

drum bitte ihn herein.

Dein Herz ist voller Traurigkeit,

er möchte bei dir sein.

 

Lässt du ihn ein, dann öffnet sich,

dein Herz; und ist bereit.

Die Liebe zu empfangen,

in dieser tristen Zeit.

 

Dein Engel dich begleitet,

solange du ihn brauchst,

hat er sein Werk vollendet,

zieht er sich still zurück.

 

Er wartet im Geheimen,

ist immer für dich da.

Gott selbst hat ihn zu dir gesandt

und das ist wunderbar.

© Christina Telker

 

26.11.2021

Sternstunden des Lebens

 

Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens besondere Sternstunden. Diese können ganz unterschiedlicher Art sein. Mal ist es die Zulassung zum Studium, mal die Geburt eines Kindes. Für andere ist es eine Versöhnung, nach einer schweren Zeit oder der Durchbruch auf der Karriereleiter.

Der eine stellt hohe Ansprüche, ein anderer schraubt die seinen herunter. In jedem Fall bringen diese Sternstunden unser Leben zum Leuchten. Dieses Leuchten hält meist bis an Lebensende an, immer dann, wenn wir uns diese Momente in Erinnerung rufen. Es sind unvergessliche Momente.

Wir erfreuen uns am Licht der Sonne, ganz besonders nach trüben Tagen, aber ebenso wichtig ist uns das Leuchten der Sterne bei Nacht. Manch einer schenkt seinem Liebsten sogar einen Stern zum Geburtstag, der dann dauerhaft seinen Namen trägt.

Selbst die drei Weisen aus dem Morgenland; auch Sterndeuter genannt, erkannten an dem Stern über Bethlehem, die Geburt eines neuen Königs und begaben sich auf die Suche. Jeder von uns kennt die Redewendung ‚wenn ein Mensch geboren wird, erscheint ein neuer Stern am Himmel‘.

Sterne haben eine große Bedeutung für unser Leben, Gott setzte sie bei der Schöpfung der Erde, als Lichter der Nacht an den Himmel.

Sterne können uns Hoffnung geben. Wenn ich mich in freier Natur verlaufen habe, könnte ich mich in sternenklarer Nacht an den Sternbildern orientieren und meinen Weg finden. So werden auch die Sternstunden in unserem Leben, eine Art Wegweisung für uns sein, auf dem richtigen Weg zu sein und diesen weiterzugehen.

 

Stern der Hoffnung

 

Dem Stern ist es gleich, ob du schwarz oder weiß,

er leuchtet für dich und für mich.

Er leuchtet für jung und auch für alt,

bringt Hoffnung mit seinem Licht.

 

Er strahlt ins Dunkel, wo Feindschaft und Krieg,

bringt Stille uns, mit seinem Schein.

In tiefster Not, in größtem Leid,

strahlt er in die Herzen hinein.

 

Er grüßt die Verliebten rund um die Welt,

beleuchtet das Glück zu Zwein.

Er grüßt die Mutter mit ihrem Kind,

wenn er schaut, zum Fenster hinein.

 

Wo du einen Stern am Abend siehst,

zeigt er dir Hoffnung an.

Wo immer du wohnst, wo immer du lebst,

Gott hat diesen Stern dir gesandt.

(c) Christina Telker

19.11.2021

Im Herzen tragen

 

Viele Menschen begegnen uns im Laufe unseres Lebens. Von manchen merken wir uns Gesicht und Namen, andere begegnen uns einmal und sind auch genauso schnell wieder vergessen. Dann gibt es Menschen, die begleiten uns über einige Jahre, ob in der Schulzeit, der Ausbildung oder im Berufsleben. Wir wissen nach Jahrzehnten noch ihren Namen und ihr Aussehen. Einige, wenige bleiben in unseren Herzen, es tut uns leid, wenn wir sie aus den Augen verlieren und würden viel dafür geben, noch einmal mit ihnen reden zu können. Desto älter wir werden, umso mehr Menschen aus unserem Umfeld verschwinden für immer aus unserem Blickfeld. Irgendwann lesen wir in der Zeitung eine schwarz umrandete Anzeige und spätestens dann fragen wir uns, warum wir nicht eher den Versuch gemacht haben, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Nach dem endgültigen aus, bleibt uns nichts, als sie auf ihrem letzten Gang zu begleiten. In unseren Herzen werden sie immer weiterleben. Ob es nun liebe Verwandte oder gute Freunde waren, die wir vermissen. Als Christen wissen wir, der Tod ist nicht das Ende. Er ist nur das Tor in Gottes ewiges Reich. Mögen wir auch über ein Wiedersehen im Reiche Gottes denken wie wir wollen, eins wissen wir, für uns Christen gibt es kein endgültiges aus! Wir wissen, wir gehen eines Tages über und in Gottes Reich und werden wie Jesus wieder auferstehen. Für diese Zuversicht können wir Gott nur immer wieder danken. Er selbst wird uns führen. © Christina Telker

12.11.2021

Das kalte Herz

 

Wer kennt nicht dieses Märchen? Wir empören uns jedes Mal aufs Neue, wenn wir uns diesem Märchenfilm ansehen. Wie kann man für Geld seine Liebe, seine Mitmenschen verkaufen. Ja, unser Herz empört sich und weiß ganz genau wie es richtig sein sollte. Aber wie sieht die Realität aus? Lesen wir nicht tagtäglich in den aktuellen Nachrichten von solchen Ungerechtigkeiten. Auch hier empören wir uns beim Lesen der Zeilen. Können es nicht fassen, wie hartherzig die Welt geworden ist. Schauen wir aber einmal in unser eigenes Herz, in einzelne Situationen unseres Lebens. Entdecken wir dort nicht auch ab und zu den ‚Kohlmichel‘ mit seinem kalten Herz? Doch wir wollen es nicht wahrhaben. Gerne vergessen wir oder drängen es in den Hintergrund, wo wir fehlten. Wo wir anderen Leid zufügten durch unser kaltes Herz.

Wir wissen, Gott ist die Liebe. So wie er uns liebt, sollten wir alle unsere Brüder und Schwestern lieben. Einfach ist das nicht, denn da sind sie wieder, die Fehler des anderen, die uns oft genug auf die Palme bringen und dazu beitragen, dass wir die Nächstenliebe aus den Augen verlieren. Schauen wir doch einfach einmal auf unsere eigenen Fehler und auf Jesus, unser großes Vorbild in Menschlichkeit und Nächstenliebe. Vielleicht gelingt es uns, unser Herz nach und nach ein wenig nachgiebiger werden zu lassen, es wieder zu erwärmen. Viele Vorbilder gibt es, auch in der heutigen Zeit. Menschen, die sich aufopfern für andere. Aber so viel wird gar nicht von uns erwartet. Ganz einfach mit dem Herzen sehen, wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. © Christina Telker

 

Was sagt dein Herz

Was sagt dein Herz, wenn es heftig schlägt?

Was sagt es, wenn es sich in dir regt?

Hast du gelernt, auf dein Herz zu schaun?

Kannst du deinem Herzen traun?

 

Was sagt dein Herz, wenn die Gaffer stehn,

am Straßenrand, um zuzusehn?

Was sagt dein Herz, bei Mobbing und Leid?

Siehst du gern weg oder hilfst du bereit;

dem anderen zur Seite zu steht,

auch wenn es gilt dafür einzustehn?

 

Dein Herz sagt dir meist den richtigen Weg,

du brauchst nur drauf hören,

dann weißt du wie's geht.

Nimm dir die Zeit, und nimm dir den Mut,

bereit zum Helfen, dann geht es auch gut.

 

Dein Herz zeigt dir auch, wer über dich wacht,

wer dich beschirmt bei Tag und Nacht.

Gott gab dir den Atem, er gab dir dein Sein,

hör auf dein Herz, du bist nie allein.

© Christina Telker

 

5.11.2021

Du lebst aus der Wurzel

 

Was wäre ein Baum ohne seine Wurzeln? Oftmals überleben die Wurzeln den Baum noch jahrzehntelang. Baumwurzeln, ganz besonders bei manch alten Bäumen, sind etwas Beeindruckendes. Wir stehen und können nur Gottes Schöpfung bewundern. Fehlt einem Baum jedoch die rechte Standfestigkeit aus der Wurzel, kann ein Sturm ihn schnell zu Fall bringen.

Ähnlich ist es bei uns Menschen. Auch wir leben aus unseren Wurzeln. Ein Mensch, der in Kindertagen starke, tragfähige Wurzeln mitbekommen hat, wird es im Leben einmal leichter haben. Selbst dann, wenn manches schiefläuft, kommen wir immer wieder auf unsere Wurzeln zurück und können von unten neu grünen, so wie ein Baum, der neue Triebe aus der Wurzel treibt.

Christen haben ihre Wurzel in Jesus. Er hält und schützt uns in Gefahr. Der heftigste Sturm, kann uns zwar rütteln und schütteln, kann uns ein paar Blessuren beibringen, die Standfestigkeit im Glauben, jedoch nicht erschüttern, wenn wir in Jesus verwurzelt sind. 

Ein Kind weist beim Spaziergang seinen Vater auf eine alte Baumwurzel hin: „Sieh, die neuen Triebe, aus dieser uralten Wurzel!“ „Ja“, antwortete der Vater. „Dort wo der Kern der Wurzel noch lebt, wird die Wurzel stets neue Zweige treiben.“ Voller Staunen steht das Kind vor diesem Wunder. So geht es auch uns, solange wir noch ein Fünkchen Glauben in uns haben, wird keine Macht der Erde die Verbindung zu Gott und seinen Menschen trennen können.

„Ich bin bei euch alle Tage.“ Dieser Bibelvers behält seine Wahrheit und Kraft bis ans Ende der Welt. © Christina Telker

30.10.2021

Reformationstag

 

Alljährlich feiern wir evangelische Christen am 31. Oktober den Reformationstag. An diesem Tag schlugen Studenten Martin Luthers 1517 seine Thesen an die Schloßkirche von Wittenberg. Niemals hätten sie damals mit den Auswirkungen dieser Tat gerechnet. Luthers Ziel war es, die Menschen wachzurütteln und die Missstände der damaligen katholischen Kirche anzuprangern. Noch heute begehen wir in neun Bundesländern diesen Tag als Feiertag. Doch was gibt dieser Tag uns ganz persönlich heute noch? Viele nutzen den Tag, um im benachbarten Bundesland einzukaufen, soweit der 31. Oktober auf einen Wochentag fällt. Wir Christen gehen zur Kirche, um Gottes Wort zu hören und dieses Tages zu gedenken. Interessiert es mich heute noch, was vor mehr als fünfhundert Jahren geschah und die Menschen dieser Zeit aufhorchen ließ? Ja, es interessiert mich, SEHR. Aber noch mehr interessiert mich, warum noch heute nach über 500 Jahren solch eine Teilung in unseren Kirchen möglich ist. Warum haben wir es in fünfhundert Jahren nicht geschafft zur Einheit zu finden, wo wir doch alle an denselben Gott glauben und in der gleichen Bibel lesen? Warum diese Unterschiede, noch heute, in unserem Land, in unseren Gemeinden? Gewiss, man versucht aufeinander zuzugehen und in unserer Gemeinde gelingt dies auch vorzüglich, wie unsere Pastorin beim letzten Bibelkreis sagte. Aber könnten wir nicht weiter sein im Punkte Einigkeit? Ich würde es uns wünschen, dass dieser Weg bald ein gemeinsamer wird, zu Gottes Ehre! © Christina Telker

23.10.2021

Ein Stück vom Glück

 

Wer wünscht sich nicht, ein möglichst großes Stück vom Kuchen des Glücks abzubekommen? Doch, was ist Glück überhaupt? Ist dieser Begriff nicht ebenso vielfältig wie wir Menschen selbst? Was dem eine ein Schmetterling bedeutet, der sich bei einem Spaziergang an einem sonnigen Herbsttag auf der ausgestreckten Hand niederlässt, ist dem anderen erst ein Hauptgewinn im Lotto. Unser Glücksgefühl hängt von der Lebenssituation ab, in der wir uns befinden. Derjenige, der von Kindesbeinen gelernt hat, in Bescheidenheit sein Glück zu finden, wird es meist intensiver genießen können als derjenige, der seine Wünsche in unerreichbare Höhe schraubt.

„Gott nahe zu sein, ist mein Glück“, lesen wir in den Psalmen. So manchem klingt dieser Text noch im Ohr, war es doch die Jahreslosung von 2014. Was kann es schönere geben, als mein Glück in Gott zu finden.

Beim Lesen von Biografien großer Künstler können wir feststellen, wie sie in Bescheidenheit ihr Leben aus Gottes Hand nahmen. Wir können es miterleben, wie groß dieses Glück sein kann. Mit Gott leben, ganz in ihm aufgehen, welch ein Glück. Plötzlich sehen wir die Welt mit anderen Augen. Wir können uns wieder über einen Regenbogen oder einen Sonnenaufgang freuen, weil wir wissen, wir sind ganz in Gott geborgen. Wir sind umfangen von seiner Liebe. Ich liebe Naturaufnahmen und bewundere Menschen, die sich die Zeit nehmen, auf diesen kurzen Moment zu warten, in dem sie solch einen Sonnenaufgang auf einem Foto festhalten können. Geduld und glücklich sein, gehören irgendwie zusammen. Nur wenn wir uns die Zeit nehmen, warten zu können, werden wir so manchen Glücksmoment intensiv erleben. © Christina Telker

16.10.2021

 

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.

1 Sam 7,3

 

Der Prophet Samuel sagt diese Worte dem Volk Israel in einer Zeit, in der es immer wieder von kriegerischen Handlungen bedroht ist. Einfach ist es nicht in solchen Situationen, wenn unser Leben einer Achterbahn gleicht, sich ganz auf Gott zu konzentrieren. Wir sind so abgelenkt von den Geschehnissen um uns herum, die sich täglich aufs neue überschlagen, dass keine Zeit bleibt für Gott. Oder? Gerade wenn wir uns in unserer eigenen Welt kaum noch zurechtfinden, weil wir total überfordert sind, hilf der Blick auf Gott. Hat er uns nicht in jeder Lage seine Hilfe zugesagt?! „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matth. 28, 20) Wieso kommen wir bei solch einer Zusage immer wieder von unserem Ziel ab, unser Herz ganz Gott zuzuwenden? Hier sind wir doch auf der richtigen Seite. Hier ist der einzige Ort, wo unser Herz Ruhe, Frieden und Genesung finden kann.

In der Taufe wurden wir Gottes Kinder. Er gab uns sein Versprechen, stets an unserer Seite zu sein und für uns zu sorgen. Sucht unser Herz Trost, den wir in der Welt nicht finden, wissen wir, wir können uns zu jeder Zeit in die offenen Arme unseres himmlischen Vaters flüchten. ‚Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.‘ Versuchen wir es doch einmal, diesen Worten Samuels zu folgen, die heute wie damals stets aktuell sind. Wir werden feststellen, wir können zur Ruhe kommen und inneren Frieden finden. © Christina Telker

Vertrauen

 Vertrauen

Oh Herr, schenk uns Vertrauen,

zu dir und deiner Kraft,

lass uns den Himmel schauen,

wenn zu uns kommt die Nacht.

 

Die Nacht mit ihren Schatten

und Zweifeln um uns her,

wenn wir nur sehen Dunkelheit

und uns das Herz wird schwer.

 

Du hilfst uns immer weiter,

auch, wenn wir es nicht sehn,

sind unsre Wege vorbestimmt,

du hilfst uns sie zu gehn.

 

Herr schick uns einen Engel,

wenn wir verzweifelt sind,

dass wir das Licht des Morgens sehn,

wenn neu der Tag beginnt.

 (c) Christina Telker

08.10.2021

Sauer eingelegt

 

Kennen sie das auch noch? Wenn die Gurken im Garten heranreiften, hieß es sie rechtzeitig zu ernten, um sie sauer einzulegen. Mit der richtigen Mischung an Gewürzen konnte man sich einen guten Wintervorrat anlegen. Ganz besonders schmackhaft waren auch die Honiggurken.

Wie sieht es jedoch aus, wenn wir sauer sind? Nicht unser übersäuerter Magen, sondern unsere Stimmung, die wir dann auf andere loslassen. Mit unserer schlechten Stimmung erzeugen wir bei unserem Gegenüber mitunter Erschrecken. Man wundert sich über völlig übersteigerte Reaktionen auf eine belanglose Frage. Muss das sein? Können wir unsere Stimmung nicht im Griff haben? Zugegeben, es ist nicht einfach, wenn wir uns gerade mächtig über eine Ungerechtigkeit ärgerten, unseren Frust nicht über dem Nächstbesten auszuschütten. Aber richten wir hiermit nicht noch mehr Unrecht an, da dies meist den Falschen trifft. Unrecht ist nie gut, egal wen es trifft. Dagegen anzugehen ist nicht immer leicht, sich im Griff zuhaben kostet Anstrengung. Trotzdem sollten wir es versuchen.

Auch Jesus setzte sich zu Lebzeiten, auf der Erde, für die Benachteiligten ein, für diejenigen, die Unrecht litten. Trifft es uns wieder einmal, dass wir durch und durch sauer sind, weil wir uns ungerecht behandelt fühlen, versuchen wir doch den Weg in die Einsamkeit zu gehen, uns ein paar Minuten der Stille und des Gebetes zu gönnen, bevor wir anderen Unrecht zufügen, auch wenn dies nur mit unbedachten Worten geschieht, kann es tief kränken. Bereits nach kurzer Zeit bereuen wir es, dann kann es jedoch bereits zu spät sein und eine Freundschaft ist zerbrochen. Jesus ist uns Beispiel. Er war auch nicht immer bester Laune, hat sich auch über so manches geärgert. Denken wir nur daran, wie er die Tische im Tempel umstieß, weil er nicht wollte, dass Gottes Haus entweiht wurde. Manchmal darf man auch seinem Unmut freien Lauf lassen. Doch sollten wir stets daran denken, ob es die richtige Adresse ist, an der wir unseren Frust auslassen.  (c) Christina Telker

01.10.2021

Den größten Teil des Jahres haben wir hinter uns gebracht. Der Herbst ist die Zeit der Reife, der Ernte.

Schon bei der Schöpfung dachte Gott an die Früchte, die Bäume und die Jahreszeiten, so können wir bei Mose lesen: (1. Mose 1,11) Wie Gott bereits am 3. Tag an die Nahrung dachte: Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen, Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Auch Öl wird bereits bei Mose erwähnt. Ebenso von Wein und Bier können wir lesen, wobei der Wein an erster Stelle stand. Ein gutes Wachstum von Getreide ist Grund für Dank und Freude gegenüber Gott, dem Geber aller guten Gaben. Den ewigen Kreislauf des Säens und Erntens kannten auch die Menschen in biblischen Zeiten. Im NT vergleicht Jesus das Reich Gottes mit Weizensaat. Man brauche den Samen nur in die Erde zu legen und schon wachse das Getreide ohne viel Zutun des Menschen. Für Sonne und Regen zur rechten Zeit, sorgt Gott, damit für uns die Nahrung wachsen kann.

Gehen wir jetzt im Park und im Wald spazieren, finden wir zu unseren Füßen, all das, was der Wald den Tieren für den Winter anbietet. Vom Kind bis ins Alter erfreuen uns Eicheln, Kastanie, Bucheckern und bunte Blätter. Es gibt kaum einen Tag, an dem ich mir nicht etwas von diesen Dingen mit nach Hause nehme. Sei es eine Kastanie oder ein buntes Blatt. Alles, was der Herbst uns beschert, erfreut unser Herz. Gleichzeitig ruft der Herbst aber auch jedes Jahr aufs Neue Erinnerungen wach. Ein jeder von uns hat da seine eigenen Erinnerungen, wenn wir an Erntezeit und Reife denken. Heute, wo wir zu jeder Jahreszeit gefüllte Supermarktregale vorfinden, haben wir die Jahreszeiten, auf unserem Speiseplan, etwas aus dem Gedächtnis verloren. Auch die Garderobe ändert sich. Die Sommersachen werden verstaut und die wärmen Pullover und Jacken hervorgeholt. Auch in dieser Richtung hat sich viel geändert im Laufe unseres Lebens. In unserer Kindheit überwogen selbst gestrickte Pullover und Strümpfe. Wir kannten keine Strumpfhosen und selbst bei Kälte, gingen wir Mädchen in Röcken. Heute steht uns alles in reicher Auswahl zur Verfügung. Doch ist es immer schön, alles fertig zu kaufen. Wie gut schmeckt uns ein selbstgebackener Pflaumenkuchen! Wie schön war es, wenn die Mutter uns die erste Stulle mit dem gerade fertig gewordenen Pflaumenmus bestrich! So war die Herbstzeit in unserer Kindheit eine Zeit der Freude. Äpfel, Birnen und Pflaumen gab es im Garten zu ernten. Für uns war dies leckere Obst fast mit Süßem zu vergleichen. Bonbons oder Schokolade waren Raritäten. Später dann, als unsere eigenen Kinder klein waren, sammelten wir mit ihnen Eicheln und Kastanien beim Waldspaziergang, um mit ihnen gemeinsam zu basteln. Werden wir dann älter, kann uns der Herbst manchmal etwas melancholisch stimmen. Wir trauern dem Sommer nach und vergleichen den Herbst mit der eigenen Lebenszeit. © Christina Telker

 

Erntezeit

 

Die kleine Maus schaut aus dem Loch,

sie spürt, der Herbst bricht an,

da huscht sie schnell aufs Feld hinaus

und sammelt, was sie kann.

 

Der Hamster macht es ebenso,

er trägt so viel er kann,

an Vorrat, in den Bau hinein,

der Winter fängt bald an.

 

Das Eichhörnchen legt so manche Nuss,

nun in Verstecken an,

dann schließt es seinen Kobel zu;

die Winterzeit bricht an.

 

Der Igel hat ein Blätterhaus,

zum Winterschlaf erkoren,

ein Apfel ist sein Leibgericht,

den Peter grad verloren.

 

Wir Menschen sind da besser dran,

zu jeder Jahreszeit,

ist alles da im Überfluss,

nicht nur zur Erntezeit.

© Christina Telker

 

24.09.2021

Das Gute im Leben

 

Wenn uns plötzlich ein Reporter auf der Straße fragen würde: „Was brachte ihnen dieser Monat an Gutem?“ Was würden wir wohl antworten? Vermutlich wären die meisten von uns erst einmal still und müssten nachdenken. Was brachten uns die letzten Wochen, der letzte Monat, die letzten Tage an Gutem?

Zugegeben, es gibt auch Zeiten in unserem Leben, in denen wir den Sonnenstrahl für uns persönlich, vergeblich suchen. Doch betrachten wir uns diese Situation ein paar Jahre später, wird sie vermutlich ganz anders von uns beurteilt werden.

Es gibt viele Dinge, große und kleine, für die wir dankbar sein können, über die wir uns freuen können. Vielleicht habe ich gerade eine Operation gut überstanden. Erinnere ich mich noch an den Schmetterling, der vor ein paar Tagen auf meiner Hand landete, so, dass ich ihn in Ruhe betrachten konnte? Wie schön, war in diesem Jahr der Urlaub, auch wenn ich ihn nur in der Heimat verbrachte. Jeden Tag konnte ich mich über etwas freuen, jeder Tag brachte mir neue Entdeckungen bei meinen Wanderungen. Als meine Enkelin neulich anfragte, ob sie die Herbstferien bei uns verbringen könne, habe ich voll Freude, ja gesagt. Viel Gutes bringt uns das Leben, Gott gab ihm heitere und trübe Tage, damit wir das Danken nicht vergessen. Mit diesem Gedanken im Herzen, würden wir sicher schnell eine Antwort, bei der Umfrage geben können.

 

Wie schön ist doch das Leben

 

Wie schön ist doch das Leben,

lockt mich der Sonne Schein.

Jetzt gilt mein ganzes Streben,

in der Natur zu sein.

 

Die Farbenpracht der Astern,

die Laubfärbung des Baums,

ich gehe meiner Wege

und fass die Schönheit kaum.

 

Der Herbst hat schöne Tage,

voll Farbenpracht und Licht,

dass sich verspielt und heiter,

im Laub der Wälder bricht.

 

Doch kommt auch bald der Winter,

die stille, sanfte Zeit,

wir denken dann zurück,

 an das Erlebte heut.

 

Herr Gott, ich möchte dir danken,

für jede Jahreszeit,

die uns ja stets aufs Neue,

mit Schönheit nur erfreut.

© Christina Telker

17.09.2021

Ein Licht in dunklen Tagen

 

Der Herbst hat nun bereits Einzug gehalten, an der zeitiger einsetzenden Dunkelheit merken wir mehr und mehr, der Sommer rüstet sich zum Abschied. Selbst wenn das Laub erst langsam beginnt sich zu färben und uns sonnendurchflutet grüßt, lässt es sich doch nicht verleugnen, dass das Jahr sich seinem Ende zuneigt. Viele Menschen leiden in diesen Zeiten unter Depressionen, uns fehlt das Licht des Sommers. Psychologen raten die Deckenbeleuchtung einzuschalten, um uns durch künstliches Licht die Seele zu erhellen. Unser Leben kennt Stimmungsschwankungen, so haben viele dieses Gefühl des Lichtmangels irgendwann einmal kennengelernt. Heute ist es einfach, steht uns doch genügend Strom zur Verfügung. Noch unsere Eltern lernten es kennen, mit Strom sparsam umzugehen. In den 1950er Jahren wurde der Strom immer wieder einmal abgeschaltet, damit er für die Betriebe im ausreichenden Maße zur Verfügung stand. Eine Kerze ersetzte dann das Lampenlicht. Wir alle sehnen uns nach Licht. Am wohlsten fühlen wir uns jedoch, wenn unser inneres Licht leuchtet. wenn unsere Gedanken positiv gestimmt sind. Viele Gründe gibt es, die dies verhindern. Sei es Arbeitslosigkeit, Krankheit, zu kleine Löhne und Renten oder ein Kummer in Ehe und Familie. Unsere Gedanken haben dann nicht mehr die Kraft, positiv auf uns zu wirken. Wir befinden uns in einem finsteren Tal. Aus diesem Tal, kommen wir selbst mit dem Licht der Sonne, nicht so einfach heraus, da diese Finsternis in uns ist.  Wir brauchen Menschen, die zu uns stehen, um unsere innere Dunkelheit zu besiegen. Unterschiedliche Angebote gibt es hierfür. Manchem hilft auch das Internet gleichgesinnte zu treffen, um uns mit ihnen auszutauschen.

Die beste Hilfe ist jedoch immer das reale Leben und Gebete die zum Himmel steigen. Gott erhört Gebet und er zeigt uns Auswege. Manchmal ist es ein Mensch, mit dem wir nicht rechneten, der uns ein Stück unseres Lebensweges begleitet. Haben wir Vertrauen und gehen wir den ersten Schritt auf andere zu. In ihrer Gemeinde, in den unterschiedlichsten Kreisen, freut man sich über ihr Erscheinen.

 

Das Licht der Liebe

 

Bring ein Licht in unsere dunklen Herzen,

lass es leuchten, in die Welt hinein,

dass besiegt sind Kummer und auch Schmerzen,

einzig und allein die Liebe zählt.

 

Trag ein Licht zu allen die allein sind,

nimm den Bruder tröstend bei der Hand,

Haß und Streit sei zugedeckt von Liebe,

sei dem Nächsten freundlich zugewandt.

 

So wie Gott, dir seine Hände reichte,

trag die Liebe weiter in die Welt,

sei dem Bruder Hilfe und sein Halt,

so trägst du ein Licht der Liebe weiter,

ja ein Licht für alle, Jung und Alt.

 © Christina Telker

10.09.2021

 

Auf der Suche nach Freundschaft

Vielleicht gehören sie, liebe Leser, zu denjenigen, die einen großen Freundeskreis ihr Eigen nennen. Zu Geburtstagen werden nicht unter dreißig Personen geladen, die Abende sind verplant mit gemeinsamen Essen, ebenso die Wochenenden.

Oder? Gehören sie zu denen, die sich stets nur wundern, wo die anderen die vielen Freunde hernehmen, die sie so einfach aus dem Hut zaubern? Nun, wissen wir alle, Freundschaft ist nicht gleich Freundschaft. So ist es in unserer Zeit zur Gewohnheit geworden, jeden nur halbwegs Bekannten innig zu umarmen, wenn wir ihm über den Weg laufen. Können wir ein paar Minuten erübrigen, fragen wir natürlich auch gleich, ob Zeit ist für eine Tasse Kaffee ist. Aber ist das gleich Freundschaft? Über die sozialen Medien ist es heute leicht, unzählige Freundschaften zu schließen, oft mit Menschen, die man im realen Leben nie zu Gesicht bekommt.

Gehen wir fünfzig oder hundert Jahre zurück, da sah dies noch ganz anders aus. Freundschaften wuchsen sehr langsam; im Laufe eines Lebens zusammen. Man sagte damals, eine gute Freundschaft hält besser, als manche Ehe. Heute sind Menschen, die bei Freundschaften etwas tiefer hinsehen, selten geworden. Geht es uns wirklich einmal schlecht, werden wir schnell erfahren, wie viel Freunde noch an unserer Seite sind.

Einen Freund gibt es jedoch für uns alle, einen, der immer da ist, einen, mit dem ich reden kann, einen, der auch das reale Leben besteht und versteht. Dieser Freund ist Jesus für uns. Er kennt das Leben, mit seinen Höhen und Tiefen und will es mit uns gehen, ganz gleich wie steinig unser Lebensweg auch sein mag. Wir sind nicht allein, er ist stets an unserer Seite und geht mit uns.

Fremder und Freund

Ich kenne dich nicht,

nicht dein Lachen,

nicht deine Trauer

und doch trage ich dich in meinem Herzen.

 

Ich kenne dich nicht,

nicht deine Stimme,

nicht deine Berührung

und doch fühle ich dich in meiner Seele.

 

Ich kenne dich nicht,

weiß nicht, was du tust,

weiß nicht, was du denkst

und doch denke ich oft an dich.

 

Ich kenne dich nicht,

weiß nicht wie du deinen Tag gestaltest,

weiß nicht, was du empfindest

und doch nenne ich dich „Mein Freund“.

 

Ich kenne dich noch nicht,

aber ich fühle;

eines Tages werden wir uns begegnen,

dann werden wir uns erkennen,

dann bist du mein Freund.

© Christina Telker

03.09.2021

 

Die Mode

 

Schauen wir morgens in den Spiegel, sind wir bemüht, möglichst gut auszusehen, bevor wir das Haus verlassen. Dabei muss es jedoch nicht unbedingt die neuste Mode sein, nach der wir uns kleiden. Wie gut, dass heute jeder seinen individuellen Stil entwickeln kann, um sich wohl zu fühlen.

Auch wenn wir mitunter die Mode des Mittelalters attraktiv finden, so möchten wir sie doch nicht unbedingt selbst tragen. Wie unpraktisch wäre sie für unseren Alltag. Beobachten wir die heutige Kleidung, so fühlen wir uns immer wieder in frühere Jahrzehnte zurückversetzt. Wir stellen fest, Modeerscheinungen wiederholen sich. 

Aber müssen wir jede Mode mitmachen? Nur gut, dass es nicht so ist. So wurde es zunehmend zur Mode, nicht mehr, wie noch vor etwa hundert Jahren, zu seinem ‚Ja-Wort‘ bei der Eheschließung zu stehen. Selbstverständlich ist es gut, dass wir Frauen unabhängig geworden sind und unser Leben auch sehr gut alleine bewältigen können. Aber sind wir heute noch bereit nach dem Motto‚ 'in guten wie in schlechten Zeiten‘ zusammenzustehen? Oftmals wird das viel zu anstrengend und Paare laufen bei den kleinsten Schwierigkeiten auseinander. Ist das Liebe? Liebe die wir uns einst geschworen haben?

Würde unser himmlischer Vater uns nicht ein Leben lang unsere Fehler, Schwächen und Verfehlungen vergeben, würde es schlecht für uns aussehen. Versuchen wir doch einmal nach seinem Vorbild zu handeln und der Vergebung und dem Verzeihen einen höheren Stellenwert einzuräumen.  Das Miteinander leben, wäre für uns alle um vieles einfacher. © Christina Telker

 

28.08.2021

Auf Reisen

 

Für die meisten von uns liegt die Urlaubszeit für dieses Jahr hinter uns. Viel Schönes haben wir gesehen. Beim Durchsehen der Urlaubsfotos schwelgen wir in so manchen Erinnerungen. Ob es ein Erholungsurlaub war, stellt sich meist erst in den Wochen nach den Ferien heraus.

Gereist ist man schon vor Jahrtausenden, nur nicht so bequem wie heute. Ob es auf dem Wasserweg war, mit Karawanen oder mit der Kutsche, ja oft ging man sogar weite Strecken zu Fuß. Vielen Menschen waren damals unterwegs mit einem Auftrag. Ob es Handelsreisende waren, Regierende, ja bis hin zu Missionaren. Letzteren war kein Weg zu beschwerlich, kein Weg zu weit, wenn es darum ging Gottes Wort unter die Menschen zu bringen. Unter schwierigsten Bedingungen machten sie sich auf den Weg.  Oftmals ging es an die Substanz und die eigene Gesundheit wurde schwer angegriffen.

In der Apostelgeschichte lesen wir von den Reisen, die Paulus unternahm, um Gottes Wort zu verkündigen. Er reiste über Zypern durch Kleinasien und legte dabei 16000 km zurück. Weder Hunger noch Durst, wie Verfolgung und Krankheit konnten ihn von seinem Ziel abbringen. In späteren Jahrhunderten folgten einige seinem Beispiel, ich brauche da nur an die Herrnhuter Brüdergemeinde denken, von der aus unter schwierigsten Bedingungen Brüder im 18. Jahrhundert mit nur einem Taschengeld im Rucksack aufbrachen in die Mission. Alles was sie zum Leben oder an Reisekosten benötigten, mussten sie sich auf ihren Reisen erst verdienen, indem sie jede Arbeit annahmen, die sich ihnen bot. Das waren keine Urlaubsreisen. Sie sahen es als Auftrag Gottes, seinen Glauben in die Welt zu tragen. Uns wird es heute so leicht gemacht, von unserem himmlischen Vater zu reden und doch werden es immer weniger die es tun. Versuchen wir doch einmal, diesen Menschen zu folgen und Gottes Wort in die Welt zu tragen. Wir brauchen dazu keine beschwerlichen Reisen auf uns zu nehmen, wir brauchen nur reden, wo es angebracht ist.

 

Trag den Glauben in die Welt

 

„Gehet hin in alle Welt“, sagte Jesus einst,

dieser Auftrag war von ihm; als Lebensziel gemeint.

Viele folgten seinem Wort, gaben selbst, ihr Leben,

denn sie folgten ihrem Ziel, das war ihr Bestreben.

 

Ja, das Kreuz von Golgatha, erinnert uns auch heut,

Jesus, kam als Retter, einst in uns`re Welt.

„Tragt den Glauben weiter!“, das war die Mission,

so das alle Welt erkenne, ER ist Gottes Sohn.

 

Jesu Kreuz, sei uns Symbol, heut und alle Tage.

Folgen wir dem Auftrag gern, ja, ganz ohne Frage.

Seine Botschaft tragen wir, in die Welt hinein,

dass ein jeder kann erkennen, Gott ist König, nur allein.

 © Christina Telker

 

 

20.08.2021

 Ja und Amen

 

Als Kind im Elternhaus, hatte Peter gelernt, was die Eltern sagen ist Gesetz. Bestätigte er alles mit einem höflichen ‚Ja‘, dann war man mit ihm zufrieden. Peter wurde größer und kam in die Schule. Selbstverständlich übertrug er das Gelernte des Elternhauses auf die Lehrer. Der Junge war überall gut angesehen und beliebt. „Ist das ein freundliches Kind und so ‚pflegeleicht‘‘‘, waren die Meinungen über Peter. Als der Junge ein Mann wurde und in eine Gruppe von Altersgleichen kam, wurde er oft etwas seltsam angeschaut, bis ein Freund ihn fragte: „Warum sagst du eigentlich zu allen Ja? Es kann doch gar nicht sein, dass du von all dem was du befürwortest, auch wirklich überzeugt bist?“ Peter sah seinen Freund an und meinte: „Nein, natürlich habe ich auch meine eigene Meinung, aber das sagt man doch nicht. Das gehört sich doch nicht.“ Sein Freund schaute ihn an und schüttelte sich vor Lachen. „Was bist du nur für ein seltsames Unikum?“, fragte er seinen Freund. „Hat es dir schon einmal etwas gebracht, überall deine wahre Meinung zu sagen?“, erkundigte sich nun Peter seinerseits. Sein Freund schaute verdutzt. „Nein, das nicht, aber man kann doch nicht alles schlucken!“ Noch lange diskutierten die beiden Jugendlichen über dieses Thema. Nach längerem hin und her sah auch Peter ein, dass man nicht immer und überall; aber dort wo es möglich ist, seine eigene Meinung vertreten sollte, denn nur bei aufrichtigem Meinungsaustausch ist ein gutes Miteinander möglich. Peter dankte seinem Freund. Er hatte gelernt zukünftig nicht überall Ja und Amen zu sagen, sondern nur dort wo er es auch vertreten konnte. © Christina Telker

13.08.2021

Das Gute im Leben

 

Wenn uns plötzlich ein Reporter auf der Straße fragen würde: „Was brachte ihnen dieser Monat an Gutem?“ Was würden wir wohl antworten? Vermutlich wären die meisten von uns erst einmal still und müssten nachdenken. Was brachten uns die letzten Wochen, der letzte Monat?

Zugegeben, es gibt auch Zeiten in unserem Leben, in denen wir den Sonnenstrahl für uns persönlich, vergeblich suchen. Doch betrachten wir uns diese Situation ein paar Jahre später, wird sie vermutlich ganz anders von uns beurteilt werden.

Es gibt viele Dinge, große und kleine, für die wir dankbar sein können, über die wir uns freuen können. Vielleicht habe ich gerade eine Operation gut überstanden. Erinnere ich mich noch an den Schmetterling, der vor ein paar Tagen auf meiner Hand landete, so, dass ich ihn in Ruhe betrachten konnte? Wie schön, war in diesem Jahr der Urlaub, auch wenn ich ihn nur in der Heimat verbrachte.  Jeden Tag konnte ich mich über etwas freuen, jeder Tag brachte mir neue Entdeckungen bei meinen Wanderungen. Als meine Enkelin neulich anfragte, ob sie die Herbstferien bei uns verbringen könne, habe ich voll Freude, ja gesagt. Viel Gutes bringt uns das Leben, Gott gab ihm heitere und trübe Tage, damit wir das Danken nicht vergessen. Mit diesem Gedanken im Herzen, würden wir sicher schnell eine Antwort, bei der Umfrage, geben können. © Christina Telker

06.08.2021

Eine Bitte

 

Eine Bitte auszusprechen wird uns oft sehr schwer. Vielleicht liegt es daran, dass wir das Bitten verlernt haben. In meinen ersten Jahren als Kindergärtnerin, gab es eine kleine Geschichte, über das Wort ‚Bitte‘. Dieser Text verdeutlichte, auf kindliche Weise, wie wertvoll die Worte ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ in unserem Leben sind. Heute meinen wir, wenn der andere nicht von sich aus erkennt, was wir uns wünschen, dann braucht er es auch gar nicht zu geben. Die Bitte ist aus der Mode gekommen. Können wir uns doch jeden Wunsch selbst erfüllen. Vergeben wir uns etwas, wenn wir unseren Nachbarn oder Arbeitskollegen, um Hilfe bitten?

in der Bibel sagt Jesus: „Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich euch geben.“ Warum noch bitten, wenn wir uns selbst alles erfüllen können? Etwas zu erbitten, erzeugt ein Abhängigkeitsverhältnis. Das ist heute unter unserer Würde. ‚Nur gut, dass wir diese Zeiten hinter uns gelassen haben‘, ist die allgemeine Meinung. Aber hat eine gewisse Abhängigkeit nicht auch mit Liebe zu tun? Kann sie nicht auch ein Geben und Nehmen sein. Ich denke da an die Symbiose zwischen Kindern und Eltern oder bei Ehepaaren.

Ja selbst im Supermarkt, an der Kasse, hört es sich ganz anders an, wenn ich den Kunden vor mir frage: „Würden sie mich bitte vorlassen, mein Zug fährt in wenigen Minuten?“, anstatt wütend zu drängeln und darüber zu schimpfen, dass ich wieder einmal meine Bahn nicht bekomme. Vermutlich würde, bei der ersten Variante, mein Vordermann sofort Platz machen. Warum sind wir uns heute zu schade dafür, um etwas zu bitten? Ist es nicht ein Akt der Höflichkeit und Freundlichkeit, dem anderen gegenüber.

„Was ihr bitten werdet, in meinem Namen, das werde ich euch geben“, sagt Jesus. Nehmen wir uns seine Worte als Beispiel und versuchen wir die ‚Bitte‘ neu zu beleben. Manch Lächeln wird es uns danken. Auch Jesus freut sich über unsere Bitten, wenn wir im Gebet zu ihm kommen. © Christina Telker

30.07.2021

20 % Rabatt

 

Ständig flattern uns unzählige Sonderangebote ins Haus. Früher nannte man es Sommerschlussverkauf, heute löst das gesamte Jahr über, ein Angebot das nächste ab. Viele von uns sind regelrechte Schnäppchenjäger. Sie kaufen nur heruntergesetzte Ware. Nicht immer, ist man damit jedoch gut bedient. So manches Mal stellen wir schon sehr bald fest, wie minderwertig doch diese Ware ist. Mit ein paar Euro mehr, hätte man preiswerter eingekauft, denn nun muss man bereits nach kurzer Zeit etwas Neues besorgen. Doch ist das nicht der Sinn der Sache?

Vor einiger Zeit bot ein Zeitungsbote, die Sonntagszeitung vor einem Bahnhof gratis an. Kaum einer wollte sie haben, weil keiner dem Frieden traute. Jeder kennt es; greift man nach der angebotenen Zeitung, folgt auch schon der Satz: „Möchten sie einen Vertrag, ich hätte da ein lukratives Sonderangebot.“ Schon ist man in ein Gespräch verwickelt. Doch hier, bei diesem Zeitungsboten, konnte ich feststellen, er verschenkte die Zeitungen tatsächlich, gratis. Ohne Haken im Nachhinein. Es war kaum zu fassen! Anstatt eines Vertragsangebotes, wünschte er einen schönen Sonntag, beim Überreichen der Zeitung.

Eben solch ein Angebot unterbreitet uns Gott täglich. Völlig gratis bietet er uns seine Liebe an, ohne Hintergedanken und Gegenleistungen. Alles, was es für uns zu bezahlen gab, zahlte Jesus am Kreuz auf Golgatha. Wir brauchen dieses Geschenk nur anzunehmen, das Geschenk der Auferstehung. Seine Liebe allein löscht unsere Schuld. Die einzige Gegenleistung, die er von uns erwartet ist, diese Liebe anzunehmen. (c) Christina Telker

17.07.2021

 

Auf leisen Pfoten

 

Das beliebteste Haustier ist in Deutschland, immer noch die Katze, meint die Statistik. Sicher wird sie recht haben. Ich liebe Hunde und Katzen. Es kommt, genau wie beim Menschen, immer auf den Charakter des jeweiligen Tieres an und wie wir sie erziehen.

Mein erstes Haustier war eine Katze, sie widersprach so allem, was man einer Katze nachsagt. Mutz war eine Mischung aus Hauskatze und Freiläufer. Die Nacht und auch mehrere Stunden des Tages verbrachte sie im Haus, wenn sie ins Freie wollte, gab sie dies durch Miauen zu verstehen und wurde hinausgelassen. Viele werden das von ihrer eigenen Katze kennen.  Aber Mutz hatte auch die Uhr im Kopf, ebenso wie mein späterer Hund. Mutz holte mich täglich von der Schule ab. Er wartete dann am Straßenrand, bis er mich kommen sah. Kann es etwas Schöneres für ein Kind geben, als so empfangen zu werden? Es würde ein Buch füllen, würde ich von diesen Erlebnissen erzählen.

Ebenso ein Schatz war später unser Chico, ein Tibet Spaniel. Man sagt dieser Rasse einen kleinen Sturkopf nach und doch habe ich nie ein so liebenswertes Tier erlebt wie ihn. Er stellte sich ganz auf seine Menschen ein, ohne dass man ihm dies beigebracht hätte.

Ein Kind, das mit einem Tier aufwachsen darf, erhält damit die beste Möglichkeit soziales Verhalten zu lernen. Nicht überall ist Tierhaltung möglich. Die Wohnung ist zu klein oder man ist aus beruflichen Gründen den ganzen Tag außer Haus. Für den, der die Möglichkeit hat, ist ein Leben mit einem Tier, ganz gleich, ob Hund oder Katze, ein großes Geschenk. Tiergeschichten lesen wir immer wieder gerne, um uns daran zu erfreuen. Als ‚Bruder Tier‘ bezeichnete bereits Franziskus die Tiere. Gott hat Mensch und Tier geschaffen und die Tiere der Obhut des Menschen anvertraut. Jetzt liegt es an uns, was wir aus dieser Schöpfung machen. (c) Christina Telker

 

09.07.2021

Bei Sonnenuntergang

 

Gemeinsam unternehmen wir einen Abendspaziergang am Strand entlang. Die Masse der Touristen, die am Tage den Strand bevölkerten hat sich gelegt. Wir lieben diese stillen Abendstunden. Jetzt können wir den langersehnten Sonnenuntergang erleben. Welch ein Anblick, wenn die Sonne im Meer versinkt! Jedes Mal ist es auf Neue ein ganz besonderes Erlebnis. Wir sehen uns an und spüren dasselbe. Gott ist uns ganz nah! Diese Momente der Stille, wenn der laute Tag in die Nacht übergeht, zeigen uns seine Verbundenheit, für die wir dankbar sind.

In der Ferne sehen wir das Licht des Leuchtturms blinken. Ist das nicht ein wunderbares Signal auch für die Verbindung zwischen Gott und uns Menschen? Er, als unser Leuchtturm in all unseren Situationen des Lebens. Er, der uns immer wieder, selbst in stürmigsten Zeiten, den Weg zur Rettung weist. Getröstet und gestärkt wandern wir zu unserem Urlaubsquartier zurück und danken Gott für seine Nähe. © Christina Telker

03.07.2021

Der gute Geist

 

Der gute Geist des Hauses war und ist meist die Mutter. Sie regelt das Leben in der Familie, sorgt für Mann und Kinder, teilweise sogar noch für die pflegebedürftigen Großeltern. Alles wird als ganz selbstverständlich hingenommen. Dort, wo die Familie so ein Juwel besitzt, kann kaum etwas schiefgehen. Wie es der Mutter selbst dabei geht, danach wird selten gefragt. Scheint ihr Schalten und Walten doch eine Selbstverständlichkeit zu sein. Ohne solch einen guten Geist im Hause gibt es schnell Unfrieden und so manches geht zu Bruch. So wie dieser gute Geist gehörte in alten Zeiten auch die Bibel mit ihrem göttlichen Geist und ein christliches Gesangbuch in jedes Haus. Nicht nur in den Bücherschrank, sondern auf den Tisch in der Gebetsecke. Genutzt wurde beides zur täglichen Andacht. Erst wenn die Familie den Tag unter Gottes Segen gestellt hatte und sein Geist gegenwärtig war, konnte der Tag beginnen. Ebenso wurde auch der Abend beschlossen.  Solche Familien sind sehr selten geworden. Rituale sind heute weitgehend unwichtig. Selbst ein gemeinsames Frühstück, wie es noch in den 1970er Jahren selbstverständlich war, findet man nur noch selten. Für die Familie und ganz besonders für unsere Kinder sind und bleiben Rituale wichtig. Sie sind Bausteine fürs Leben, die wir ihnen mit auf den Weg geben. © Christina Telker

 

26.06.2021

Stets mit Bedacht

 

Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.

Jakobus 3, 13

Ja, wer ist so klug unter uns, dass er immer mit Bedacht handelt? Wollen wir nicht viel eher rasant mit dem Kopf durch die Wand? Wo kämen wir hin, würden wir mit Sanftmut durch den Tag gehen? Außer, dass wir sehr bald zur Seite gedrängt würden und milde belächelt, über unsere Dummheit. Mehr würde wohl kaum geschehen. Das Radfahrerprinzip ist das da schon eher gefragt. Wer sich nicht durchboxen kann und mit dem Rücken zur Wand steht, hat nichts zu erwarten. Milde fordert die Bibel von uns zu unserem Nächsten und demütiges Verzeihen. Ist das nicht lächerlich? Wo kämen wir hin, würden wir uns so verhalten?

Neulich las ich von einer Frau, die es auch nicht immer leicht hatte mit ihren Kollegen. Am liebsten wäre sie gar nicht erst in den Betrieb gegangen, aber es musste sein. Das änderte sich schlagartig, als sie einen Einfall hatte. Sie nahm zwei Flaschen Wein mit und einen Tonkrug. Mittags lud sie alle Kollegen zu Besprechung ein. Alle kamen und staunten nicht schlecht über den Tonkrug auf dem Schreibtisch. Dann nahm die junge Frau den ersten Schluck aus diesem Krug und reichte diesen weiter mit den Worten: „Zum Wohl!“ Die Kollegen sahen sich an, waren sichtlich verwirrt, taten es ihr jedoch gleich. Von nun an war das Eis gebrochen. Man kam ins Gespräch und lernte sich kennen, ja, man öffnete sich zueinander. Von nun an ging es miteinander anstatt gegeneinander.  Ein ungewöhnlicher Weg und doch von Erfolg gekrönt.

 

Himmlischer Vater, oft sehen wir nicht den Nächsten neben uns,

wir gehen achtlos durch den Tag.

Hilf uns die Menschen neben uns wahrzunehmen,

 hilf uns deinen Wink zu verstehen,

um zu erkennen, wo wir gebraucht werden. Amen

20.06.2021

Was mir Flügel verleiht

 

Frei wie ein Vogel zu fliegen, wünscht sich das nicht ein jeder von uns irgendwann einmal? Zumindest in der Kindheit. Später erkennen wir, dass es nützlich ist mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen und das Leben real zu betrachten. Befinden wir uns auf einer Flugreise, genießen wir den Ausblick, der uns die Möglichkeit bietet die Welt von oben zu betrachten. Über den Dingen zu schweben, eröffnet uns einen anderen Blick. Auch symbolisch gesehen ändert dies manches Mal unsere Denkweise und Einstellung, wenn wir Situationen von oben betrachten.

Jeder Mensch erlebt Sternstunden in seinem Leben. Sie verleihen uns Flügel, so, dass wir über uns hinauswachsen. Wir erkennen, dass wir zu Höchstleistungen fähig sind. Solche Erkenntnis kann auch unser Glaube sein. Immer wieder gibt es Menschen, viele bleiben Namenlos, die sich und ihr Leben ganz in den Dienst für andere stellen. Dabei nehmen sie sich selbst ganz zurück und folgen nur Gottes Auftrag: ‚Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst‘! Vor solchen Menschen werden wir oft bewundern stehen, weil sie Ausnahmen bleiben. Denken wir stellvertretend nur an „Den Arzt von Stalingrad“. Doch auch wir könnten manches Mal mehr, als wir uns selbst zutrauen. Mit Flügeln der Lieben ist vieles möglich. Jedem von uns!

 

Du schenkst uns Kraft

 

Du schenkst uns Kraft, damit wir gehen

und deinem Willen folgsam sind.

Du schenkst und Kraft, um zu bestehen,

wenn wir auf deinen Wegen gehen.

 

Du schenkst uns Mut, dir zu vertrauen,

denn dein Weg wird der rechte sein,

du schenkst uns Mut, auf dich zu bauen,

und auf das rechte Ziel zu schauen.

 

Du schenkst uns Glauben, den wir brauchen,

denn ohne ihn kann gar nichts gehn,

du führst uns, wenn wir dir vertrauen,

ja, du gibst unserem Leben Sinn.

 

So nehmen wir, was du bereithältst,

vertrauensvoll aus deiner Hand.

Du lenkst und führst ja unser Leben,

bis einst, zu dir ins Vaterland.

© Christina Telker 

12.06.2021

Freude am Tanzen

 

Von Musik und der Freude am Tanz berichtet bereits die Bibel. König David liebte die Musik. Er selbst tanzte vor der Bundeslade her, um Gott zu loben.  73 Psalmen und Lieder schrieb er selbst. Er war nicht nur der König Israels, sondern auch ein großer Musiker seiner Zeit.

Die Freude am Tanzen liegt jedoch viel länger zurück. Höhlenmalereien zeigen, dass bereits einige Jahrtausende vor Christus getanzt wurde. Aber auch in deutschen Kirchen gehört der Tanz in manchen Gemeinden bereits in den Gottesdienst. In Heidelberg oder Hannover wurde dies schon praktiziert. Mit Musik und Tanz die Freude und Liebe auszudrücken ist eine Möglichkeit zum Lobe Gottes. Zwar mag uns das noch etwas fremd anmuten und doch sehen wir, dass der Tanz, als Ausdruck der Freude, eine lange Tradition hat. Liebe kann nur Freude hervorrufen und Liebe und Freude ist das, was Gott uns täglich schenken möchte. Jede Mutter singt ihrem Säugling ein Lied vor, wenn sie ihn beruhigen möchte. Wichtiger als die Sprache ist die Melodie, das Singen mit unseren Kindern in den ersten Lebensjahren ist eine schöne Kontaktmöglichkeit. Mit Musik können wir unsagbar viel ausdrücken. Setzt im Gottesdienst die Orgel ein oder die Bläser, geht uns das Herz auf. Kann es etwas Schöneres zum Lobe Gottes geben, als Musik? Sie ist ein Geschenk unseres Schöpfers, um unsere Empfindungen auszudrücken.

 

Musik

 

Musik du große Meisterin

hilfst uns in Freud und Leid,

wenn deine Töne klingen

zu jeder Jahreszeit.

 

Bereits in unsrer Kindheit

erfreust du uns beim Spiel,

wir tanzen und wir singen,

nie wird es uns zu viel.

 

Musik liegt uns im Herzen,

ob Oper oder Jazz,

ein jeder kann sich wählen,

was ihn Gott loben lässt.

 

 

Sie schenkt uns frohe Stunde,

bei Liebe und beim Wein,

sie tröstet uns im Stillen,

wenn wir auch sind allein.

 

Selbst wenn wir dann einst scheiden,

sich unser Leben neigt,

dann stehst du uns zur Seite

und gibst uns das Geleit.

 © Christina Telker

11.06.2021

Der leere Krug

 

Einem alten Mann begegnete einmal auf seinem Wege ein kleiner Junge. Weit und breit war kein Wasser zu sehen und doch trug der alte Mann einen großen Krug bei sich, das wunderte den Jungen. Er sprach den Mann an und erkundigte sich: „Wohin gehst du mit dem Krug? Ich sehe hier nirgends Wasser, um es zu schöpfen.“ „Das hast du richtig beobachtet“, antwortete der Mann. In diesem Krug sammle ich Sonnenstrahlen, ganz besondere Momente. Momente der Liebe, des Vertrauens, der Freude und wenn ich dann im Winter nicht aus meinem Haus komme, weil der Schnee meine Tür zugeschneit hat, dann öffne ich den Krug und alle Sonnenstrahlen steigen empor. Dann wird es hell in meinem Zimmer und es geht mir wieder gut.“ „Das gefällt mir“, antwortete der Junge. „Das werde ich in Zukunft auch so machen.“ Er ging heim und berichtete seinen Eltern von diesem Erlebnis. In diesem Moment strahlte in allen Herzen der Zuhörer die Sonne.

 

Lieber Vater! Immer wieder füllst du uns auf neue

unsere Hände, unser Leben, wenn wir erschöpft zu dir kommen. Wir danken dir für deine Nähe, für deinen

Beistand und deine Liebe. Amen

 (c) Christina Telker



 

Flügel die mich tragen

 

Immer mehr Senioren sieht man mit Nordic Walking Stöcken laufen. Ärzte raten dazu, sich damit das gehen zu erleichtern, weil man auf beiden Seite gestützt wird. Eine gute Sache. Aber wie wäre es, wir hätten Flügel, wie die Vögel? Wie leicht würde unser Leben sein. In manch schweren Situationen können wir erleben, dass wir uns plötzlich ohne ersichtlichen Grund, viel leichter fühlen. Die Last wurde von unserer Seele genommen.  Wo unsere Kraft nicht mehr reicht, haben wir Gottes Zusage: ‚Ich will euch tragen bis ins Alter‘. 

Danke Vater, dass du bei uns bist, ganz gleich wie heftig der Wind auch weht.

© Christina Telker

 

28.05.2021

 

Herzen im Gleichklang

 

Es ist nicht einfach ein Herz zu finden, mit dem das eigenen im gleichen Takt schlägt. Spätestens nach der ersten Verliebtheit, in der man Fehler des anderen großzügig übersieht, tritt die Verschiedenheit zutage. Oft kommt die Einsicht dann zu spät. Man ist bereits den Schritt in die Ehe gegangen und vielleicht sind sogar Kinder da.

So ging es auch Klaus und Grete.  Nach langen Ehejahren stellten sie fest, dass sie sich nicht mehr ertragen konnten. Die Welt wurde grau und trübe. Kurz vor dem letzten Schritt sandte Gott seinen Engel und brachte beide zum Nachdenken. Es war, als wenn ein Schleier von ihren Augen fiel. Plötzlich erkannten sie den Wert des andere und fanden erneut nach Jahren wieder zueinander.  Es war, als wenn jemand einen Schalter umgelegt hätte. Kein böses Wort fiel mehr. Sie hielten sich eng umschlungen. Ihre Herzen schlugen im Gleichklang. Sie diskutierten so manches Mal über dies und jenes, die Liebe behielt jedoch in jedem Falle klar den Sieg. Aber es war noch ein weiteres Wunder geschehen, beide konnten gemeinsam Gottes Wort lesen. Sie hatten ihr Leben unter sein Wort gestellt und sich ihm anvertraut. Gemeinsam begannen sie den Morgen unter seinem Segen. Von nun an schlugen nicht nur zwei Herzen im Gleichklang, Gottes liebendes Herz war dazu gekommen. Er hielt seine schützende Hand über diese Verbindung. Gott vermag auch heute noch Wunder zu vollbringen, wir müssen ihm nur etwas zutrauen. © Christina Telker

21.05.2021

 

Inneres Brausen

 

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Apostelgeschichte 2, 1-2

Wer schon einmal mit Kreislaufstörungen zu tun hatte, kennt dieses Gefühl, dass sich in uns etwas bewegt. In unserem Innern fahren wir Karussell. Wohl fühlen wir uns nicht, in solchen Momenten. Wie mag erst den Jüngern ergangen sein, als es in ihnen und um sie her, brauste und toste? Als der Heilige Geist über sie kam? Vermutlich konnten sie sich diese Situation nicht erklären, die sie in diesem Moment erlebten. Hinzu kam, dass sie plötzlich in verschiedenen Sprachen reden konnten und diese sogar verstanden! Von nun an konnten sie mit jedem der Umstehenden in ihrer Heimatsprache reden.  Wie verwandelt müssen sich die Jünger in diesem Moment vorgekommen sein. Ja, sie waren es ja auch. Der Geist Gottes war über sie gekommen, wie Jesus es ihnen versprochen hatte. Auch wir kennen diesen Pfingstbefehl: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker!“ Dieser Wunsch Jesu, nicht nur an seine Jünger, sondern auch heute noch an uns, gilt uns allen. Er wird immer aktuell bleiben. Doch sind wir bereit, wie die Jünger damals, auf die Straßen zu gehen und von Jesus zu predigen? Nein, sicher nicht und das wird auch nicht von uns erwartet. Doch dort, wo wir sind, ganz gleich wo, Farbe zu bekennen, zu unserem Glauben zu stehen, darauf kommt es an. Nicht mehr und nicht weniger ist es, was Jesus von uns erwartet. Stehen wir dort, wo es notwendig ist zu unserem himmlischen Vater, dann tragen wir die Pfingstbotschaft in unserem Herzen.

 

 

Du schickst uns deinen Geist

 

Du schickst uns deinen Geist,

damit wir dich verstehen,

du sendest uns dein Wort,

damit wir’s weitergeben.

 

Rund um den Erdenball,

hältst du die Welt in Händen,

dein Wille stets geschieht,

kannst jedes Schicksal wenden.

 

Du schickst uns deinen Geist,

behütest unsern Weg,

wo du der Leitstern bist,

da kann uns nichts geschehn.

 

Dein Segen uns begleitet

vom Anbeginn der Welt,

denn du bist Herr und Schöpfer

von Erd und Himmelszelt.

(c) Christina Telker

 

15.05.2021

Mutig die Chance ergreifen

 

Mein Sohn kommt von der Schule heim. Heute bekam er Adressen von Betrieben, bei denen er sich bewerben könnte, wenn er ein Auslandspraktikum absolvieren möchte. Schon oft sprachen wir darüber, aber als er mir jetzt diesen Zettel hinhält, wird mir doch etwas mulmig zumute. Was da alles passieren kann, wenn er so mutterseelenallein im Ausland ist, gehen meine Gedanken. Bernd sieht mein nachdenkliches Gesicht und braust gleich auf: „Sag bloß, du hast es dir anders überlegt? Du hattest es mir fest versprochen!“ „Ich weiß“, antworte ich, um ihn zu beruhigen, „aber einfach wird es nicht. Bedenke“, weiter kam ich nicht, weil Bernd mir ins Wort fiel, „Was soll ich bedenken? Alles haben wir besprochen. Ich weiß, du hast Angst, weil ich alleine bin, aber hast du mir nicht von klein auf beigebracht, dass Jesus immer bei uns ist, ganz gleich, wo wir sind. Ich bin also nicht allein!“ Diesem Argument habe ich nichts entgegenzusetzen. Wir umarmen uns und füllen den mitgebrachten Antrag aus. Im Anschluss setzten wir uns gemeinsam hin und legten alles in Gottes Hand. (c) Christina Telker

08.05.2021

Der Regenbogen

 

Mit einer Gruppe von Freunden sitzen wir im Garten und lassen den Sonntag ausklingen. Gemeinsam singen wir Lieder die unsere Herzen bewegen. Alte, schöne Volkslieder, aber vor allem auch Lieder aus unserem Kirchengesangbuch, die wir kennen und lieben. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, sagt ein altes Sprichwort. Gesang öffnet Herz und Seele.

Seit einiger Zeit grollt es in der Ferne, wir werden aufbrechen müssen. Der Himmel zeigt eine schwarze Wolkenwand. In den Wiesen, wo sich unser Garten befindet, hat man einen weiten Blick bis zum Horizont. Die glatte Ebene macht dies möglich. Da, plötzlich erscheint ein Regenbogen am Himmel. Ein Staunen geht durch die Gruppe. So wunderschön und klar sieht man den Regenbogen nicht oft. Die Handys werden gezückt, um diesen Moment festzuhalten im Foto. Da sagt mein Mann in die aufgeregte Gruppe: „Das ist ein Gruß unseres himmlischen Vaters. Ihm hat unser Gesang gefallen.“ Alles wird still und wir finden uns noch einmal zusammen, zum Gebet, mit dem wir den Abend beschließen. Ein Gruß Gottes! Wer sieht denn heute noch den Regenbogen als solch ein Zeichen, wenn wir abgehetzt durch den Tag rennen? Dieser Gedanke ist uns doch meist recht fern. Mehr als ein staunendes „Oh, wie schön!“, kommt uns selten über die Lippen. Dabei haben wir doch die Zusage Gottes, dass er so lange die Erde steht, diesen Bogen als sein Zeichen der Liebe an den Himmel setzen wird. Leider sind wir viel zu oft abgelenkt, um dies wahrzunehmen. Oder zu vergesslich? © Christina Telker

30.04.2021

Der Segen des Telefons

 

Wie schön ist es doch zu jeder Zeit mit seinen Lieben und seinen Freunden verbunden zu sein.  Wir können uns kaum noch vorstellen, wie es gehen sollte ohne diese Möglichkeit der Verbindung.

Doch es gibt Menschen, ganz besonders im Alter, die keinen mehr haben, mit dem sie reden oder telefonieren könnten. So haben einige Kirchengemeinden eine Telefonschleife eingerichtet. Hier rufen sich Beteiligte ältere Menschen mindestens einmal täglich an. So entsteht das Gefühl, nicht allein zu sein. Einsamkeit kann zermürben, kann zu Depressionen führen. Verbunden sein miteinander, mit Gleichgesinnten reden zu können, ist ein Segen für alle Beteiligten, ganz besonders zu Coronazeiten.

 

Himmlischer Vater, du versuchst immer wieder mit uns ins

Gespräch zu kommen, doch wir schalten schnell auf Durchzug

und nehmen dein Gesprächsangebot nicht an.

Öffne unsere Herzen und mache sie bereit für dein Wort.

Amen

 

23.04.2021

 

Die leisen Töne

 

Viele Menschen beschweren sich heute über Lärmbelästigung. Unsere menschliche Psyche kann nur eine gewisse Menge an Lärm unbeschadet ertragen, ohne gesundheitlichen Schaden davon zu tragen. Warum tun wir es uns dann an, daß stets einer den anderen überschreien muß? Vor über 2000 Jahren zog sich Jesus bereits zurück, weil er ab und zu der Stille bedurfte. Er suchte sich dann ein Plätzchen ganz in der Abgeschiedenheit der Natur. Auch uns täte es gut, die leisen Töne wiederzuentdecken und ihnen zu lauschen. Fragen wir uns doch selbst einmal, wann wir das letzte Mal dem Gesang eines Vogels lauschten, wann wir das letzte Mal hörten, wie der Wind durch die Blätter fährt, wenn sie im Herbst zur Erde fallen?

In unserer Jugend legten wir uns ins Gras und sahen in den Himmel. Wir beobachteten, wie die Wolken ziehen, waren mit den Käfern, die sich auf den Gräsern auf und ab bewegten, auf Augenhöhe. Kaum noch einer kommt im späteren Leben noch auf diese Idee.

Gönnen wir uns einmal eine Auszeit und lernen wir unsere näheren Wälder und Wiesen, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt neu zu entdecken.  Wir werden staunen über ihre Vielfalt und wir werden Gottes wunderbare Schöpfung erkennen. Vielleicht genießen wir solch ein Erlebnis am Wochenende einmal gemeinsam.

 (c) Christina Telker

17.04.2021

Nun fängt das schöne Frühjahr an

 

Haben sie heute schon aus dem Fenster geschaut, um den neuen Morgen zu begrüßen? Ist es nicht schön, wie die Morgensonne ins Fenster lacht, um uns einen schönen Guten Morgen zu wünschen? Das Vogelkonzert ist kaum zu übertreffen. Nun aber heraus aus den Federn und den neuen Tag begrüßt! „Oh, heute ist Sonntag", fällt es mir gerade ein. Ich werde den Kaffeetisch heute besonders schön decken und dann meine Lieben wecken. So einen Tag darf man einfach nicht verschlafen.

Gesagt, getan, nach etwa einer Stunde sitzen alle am Frühstückstisch und freuen sich an den frischen Brötchen, der selbst eingekochten Marmelade und dem frischen Ei, von den Hühnern unseres Nachbarn. Lecker! So stelle ich mir den Sonntagmorgen vor.

Nachdem wir uns heute mal so richtig Zeit ließen, auch für ein Gespräch, erfüllen wir uns unseren seit langem geplanten Wunsch und gehen wandern. Wir wollen zum Turm. Gerade jetzt im Frühling durch den erwachenden Wald zu gehen, ist eine besondere Freude.

Als wir unser Ziel fast erreicht haben, die Uhr zeigt die elfte Stunde an, bemerken wir, dass wohl noch einige mehr sich das gleiche Ziel für heute ausgesucht hatten. Im ersten Moment sind wir etwas enttäuscht, denn wir wollten ja eigentlich unter uns sein, aber wir gehen weiter. Jetzt klingen Posaunentöne an unser Ohr. Ich stelle fest, hier oben findet heute ein Waldgottesdienst statt. Nun freue ich mich über all die Menschen dort. Schnell suchen auch wir uns einen Platz und genießen diesen Gottesdienst in freier Natur. Wie schön! Ohne es zu ahnen, hatten wir genau das richtige Ziel gewählt für unseren Sonntagausflug. Frisch gestärkt können wir unsere Wanderung fortsetzen. (c) Christina Telker

 

09.04.2021

 

In Händen halten

Was wir in unseren Händen halten, ist uns ganz besonders nahe. Wir können es fühlen und zu ihm eine Beziehung aufbauen. Blinde können mit ihren Händen ihre Umgebung ertasten, um sich so ein Bild von dem zu machen, was sie umgibt. Halten sich Verliebte an den Händen, sind sie sich innerlich näher. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Ehepartner, die sich mehrmals am Tag berühren, eine stabilere Ehe führen.  Liebkosungen geben unserem Leben Aufschwung, verleihen unserer Seele Kraft. In manchen Orten werden „Kuschelkurse“ angeboten, hierbei handelt es sich um eine Gruppe, die jeweils Paare bildet, die Streicheleinheiten austauschen, jedoch ohne nähere Bindung.

Liebkosungen sind wichtig in unserem Leben, Traurig für den, der darauf verzichten muss. Immer wieder erlebe ich es bei meinen Besuchen in Seniorenheimen, wie sehr sich alte Menschen freuen, wenn sie bei der Begrüßung oder dem Abschied, einmal in den Arm genommen werden.

Unser himmlischer Vater hält uns seit unserer Geburt in seinen Händen. „Ich will euch tragen“, verspricht er uns in der Bibel.  Welch eine Zusage! Für kleine Kinder gibt es kaum etwas Schöneres, als von den Eltern getragen zu werden. Die Nähe der Eltern schenkt ihnen Geborgenheit. Wir sind Gottes Kinder, er selbst ist unser liebevoller Vater. Er tut alles, um uns nahe zu sein. Freuen wir uns über dieses Geschenk und nehmen wir es dankbar an. © Christina Telker

 

Geborgen in Liebe

 

Geborgen in Liebe, ehe wir es ahnen,

am Herz der Mutter ruht es sich gut.

Wenn unser erster Schrei von Leben kündet,

hält sie uns liebevoll in ihrem Arm.

 

Sie denkt für uns, eh wir es können,

sie gibt uns Schutz ihr ganzes Leben lang,

und weil sie auch für unser Leben vorsorgt,

legt sie uns wohlbedacht in Gottes Hand.

 

Er, der uns formte, der uns Leben gab,

nimmt als sein Kind uns an,

hat zu uns „Ja“ gesagt,

er wacht mit seinem Segen über uns,

und leitet unsern Weg zu jeder Stund‘.

 

Wenn wir uns treu an seine Liebe halten,

so ist die beste Freundschaft uns gewiss.

Ja, seine Güte wird uns niemals lassen,

bis wir am Ende seine Hände fassen.

 © Christina Telker

 

 

04,04.2021

Jesus ist auferstanden! Hört Ihr den Ruf? Die Frauen kommen gerade zurück, von Jesu Grabstätte. Eifrig sind sie im Gespräch. Hat man ihnen das Liebsten, was sie hatten gestohlen? Stimmt es, was der Engel gesagt hat oder ist das nur ein Trick, um sie endgültig mundtot zu machen? Sie reden und nehmen den "Gärtner" nicht wahr, der Ihnen entgegenkommt. Jetzt kommt er auch noch auf sie zu und redet sie an! Was soll das? Sie wollen ihre Ruhe haben! Doch als er redet spüren sie, es ist Jesus! Er ist wahrhaftig auferstanden! Jesus fordert sie auf schnell zu den Jüngern zu laufen, um ihnen diese frohe Botschaft zu bringen. Die beiden Frauen möchten jubeln vor Glück, doch die Gefühle in ihrem Innern sind so durcheinander, das sie nicht recht dazu in der Lage sind. Doch da, sie können es kaum glauben, kommen ihnen bereits zwei Jünger entgegen. Sie hatten wohl das Gleiche vor, wollten sich auch noch einmal von ihrem Meister verabschieden und ihm die letzte Ehre erweisen? „Kommt mit!", rufen sie ihnen zu! „Kommt und seht das leere Grab! Jesus ist nicht mehr da!" Jetzt berichten sie von der Begegnung mit dem „Gärtner". Erst jetzt, gemeinsam, begreifen sie, Jesus ist auferstanden! Jetzt hat auch der Jubel über die Auferstehung Platz in ihren Herzen gefunden. Jetzt laufen sie so schnell sie können, um diese Botschaft all seinen Freunden zu bringen. Bis in die Nacht hinein wird diskutiert und beratschlagt, wie es weitergehen wird.

 

Auferstehung

 

Ruft es laut in alle Welt,

lobet Erd und Sternenzelt:

Christus ist erstanden,

von des Todes Banden!

 

Frauen gingen früh zum Grabe,

ehe noch der Tag begann

und sie dachten so beim gehen,

wer den Stein wohl heben kann.

 

Als sie nah und näherkamen,

sahen sie ein'n hellen Schein,

und ein Engel sprach zu ihnen:

„Fried und Freud soll Euer sein!

 

Heute ist der Herr erstanden

geht und sagt es weit und breit,

dass der Tod ist überwunden,

Gottes Sohn hat euch befreit!“

 

Ja sie konnten es kaum fassen,

doch ihr Herz, das wurde froh.

Menschen die es heute hören,

denen geht es ebenso.

 (c) Christina Telker

03.03.2021 Karsamstag

Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.  Daniel 9, 18

Das tägliche Gebet ist den meisten von uns zum Bedürfnis in unserem Tagesablauf geworden. Daniel geht es jedoch um eine bestimmte Sache, für die er Gott anruft. Er betont, dass er auf Gottes Barmherzigkeit vertraut. Daniel sieht ein düsteres Bild vor sich und fleht Gott an, ihm und seinem Volke gnädig zu sein. Die Geschichte von Daniel finden wir im Alten Testament. Wie gut sind wir doch dran, die wir Jesus kennen. Er hat uns durch seinen Tod am Kreuz und die Auferstehung, die Vergebung Gottes errungen und den Tod besiegt. Gott hat uns vergeben, all unsere Verfehlungen und Sünden sind ausgelöscht. Wann auch immer wir zu ihm kommen im Gebet, sind wir angenommen, als seine geliebten Kinder. „Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich euch geben!“, verspricht uns Jesus im Johannesbrief 14. Welch ein Versprechen! Sind wir uns überhaupt klar darüber, was Jesus für uns getan hat? Oftmals scheint uns Gottes Welt zu groß und so weit entfern, um sie mit unserem Verstand fassen zu können. Gehen wir ins Gebet, nicht nur sonntags im Gottesdienst, und erbitten wir immer neu seine Gnade für uns und unsere Mitmenschen. Es gibt so viel Leid in der Welt, dass wir Gott immer wieder vor die Füße legen sollten. Doch vergessen wir auch nicht das Danken, es

ist lebenswichtig. Gott hat uns viel geschenkt und schenkt es uns täglich neu durch seine Güte. (c) Christina Telker

01.04.2021

Karfreitag

Dein persönliches Kreuz

 

Wie stolz war ich, als ich zu meinem sechsten Geburtstag von meiner Mutter eine Kette geschenkt bekam. Diese kleine Kette zeigte im Anhänger einen Anker, ein Kreuz und ein Herz. Meine Mutter sagte mir dann die Worte: „Glaube, Hoffnung, Liebe diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Es gab keinen Tag, an dem ich diese Kette nicht getragen hätte.

Auch wenn die Liebe unser ganzes Leben durchdringt, von unserem ersten bis zum letzten Atemzug, so war das Kreuz doch das, was stets die größte Bedeutung für mich hatte. Noch heute befinden sich mehrere Kreuzketten in meinem Schmuckkästchen, die ich sehr gerne trage.  Nicht nur als Schmuck, sondern in erster Linie der Bedeutung wegen. Das Kreuz ist zwar ein besonderer Schmuck für uns Christen, aber nicht, weil es aus Gold, Holz oder Bernstein ist, sondern weil es für uns die enge Verbindung zu Jesus widerspiegelt.

Jeder Lebensweg trägt sein eigenes Kreuz. Kaum einem von uns ist es möglich nur freudestrahlend durchs Leben zu gehen. Bei dem einen ist es die Gesundheit, die ihm immer wieder Steine in den Weg legt, manchmal riesige Brocken. Bei einem anderen sind es die Finanzen oder die Liebe, die immer wieder Enttäuschungen bringen, trotz allem guten Willen.  Doch ganz gleich, wie unser Lebenskreuz ausfällt, wir müssen es tragen. Ganz allein sind wir dann auf uns gestellt. Oder etwa nicht?  War da nicht eine Zusage unseres himmlischen Vaters? ‚Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt enden!‘ Er ist immer für uns da und hilft uns, unser Kreuz zu tragen. (c) Christina Telker

26.03.2021

 

Der Kern der Sache

 

Sind wir uns einer Sache nicht ganz sicher, ist es oft nicht einfach auf den Kern zu kommen. Gerne reden wir dann, ‚wie die Katze um den heißen Brei‘, wie man so sagt. Solange wir uns nicht festlegen, kann man uns später nicht zur Verantwortung ziehen. Nicht viele Menschen gibt es, die offen und in jeder Situation fest zu ihrer Meinung stehen, selbst auf die Gefahr hin, sich damit selbst zu schaden. Wie war das damals mit Petrus? Hatte er nicht empört zu Jesus gesagt, ‚Ich werde dich nie verleugnen! Ich stehe zu dir, ganz gleich was auch kommt!‘ Und dann? Eine kurze Zeit später, als er fürchtet selbst gefangengenommen zu werden, verleugnet er Jesus gleich dreimal hintereinander.

Was ist hier der Kern der Sache? Jesus wird im Stall in der Krippe geboren. Als kleines, hilfloses Kind, liefert Gott seinen Sohn uns Menschen aus, um uns seine Liebe damit zu erweisen.  Wie schwer wird ihm dieser Schritt gefallen sein. Würden wir Eltern doch alles tun, um unsere Kinder vor Gefahr zu bewahren.  Gott liefert seinen Sohn an uns Menschen aus! Wie unverständlich! Doch was erkennen wir noch bei dieser Geste Gottes? Er liebt uns Menschen, mit all unserer Sünde, wie seine Kinder. Jesus kommt in diese Welt, lernt alle Höhen und Tiefen unseres menschlichen Lebens kennen, von der Geburt bis zum Tod. Ja bis zum Tod am Kreuz! Dieser grausame, gewaltsame Tod ist notwendig, um zur Auferstehung zu führen. Durch Jesu Auferstehung sind wir erlöst! Durch seinen Tod und die folgende Auferstehung ist uns der Weg in den Himmel freigekämpft. Wir brauchen nichts dafür tun, als diese grenzenlose Liebe anzunehmen und „Ja“ zu ihm zu sagen. Welch ein einmaliges, großes Geschenk seiner Vaterliebe! © Christina Telker

19.03.2021

Spuren hinterlassen

 

Bewundernd stehen wir vor Bauwerken vergangener Jahrhunderte. Seien es nun die Pyramiden des alten Ägyptens oder tausend Jahre alte Kathedralen. Wir können es kaum fassen, wie die Menschen vergangener Zeiten mit einfachsten Mitteln, diese Kunstwerke schufen.

Ebenso ist es bei Gemälden alter Meister. Wie sind diese Menschen, ohne unsere heutige Technik, hierzu in der Lage gewesen! Bewundern und andächtiges staunen ist das, was uns bleibt. In diesen Momenten kommen wir uns oft ganz klein vor.

Ja, unser Leben haben wir recht gut gemeistert. Wir haben eine Familie, auf die wir stolz sind, wir sind in unserem Berufsleben schnell aufgestiegen und mit unserem Posten zufrieden. Aber was hinterlassen wir der Nachwelt?  Was bewundern anderen an uns, wenn wir es recht betrachten? Kommt es immer darauf an, der Größte und der Schönste zu sein oder gibt es da noch mehr?

Denken wir nur an Mutter Theresa oder den bekannten Mediziner Albert Schweitzer und die vielen Ungenannten. Sie dachten zuallererst an ihre Mitmenschen und taten alles, um ihnen zu helfen. Auch durch Nächstenliebe, die jedem von uns, ohne Einsatz finanzieller Mittel möglich ist, können wir Spuren hinterlassen. Sicher nicht für Jahrhunderte, wie bei Bauwerke oder anderen Kunstwerken, jedoch in den Herzen unserer Mitmenschen. Auch Gott schaut uns ins Herz! 

Baumeister vergangener Jahrhunderte schufen ihre Werke zum Lobe Gottes. Sie schufen sie oft unter unsäglichen Entbehrungen, nie mit dem Gedanken berühmt zu werden, sondern einzig aus dem Grunde, mit ihrem Werk auf Gott und seine Schöpfung hinzuweisen. Jeder von uns kann dazu beitragen Gottes Lob in die Welt zu tragen. Beginnen wir im Kleinen, direkt vor unserer Haustür oder in der Familie. Wir werden immer Möglichkeiten finden.

 

 

Mein Weg

 

Ich gehe meinen Weg, mein Gott, von dir geführt.

Es ist mein Glaubensweg, wo du, Herr, mich berührst.

Du reichst mir deine Hand, wo Klüfte mich bedrohn,

du trägst mich auch, mein Gott, wo meine Füße ruhn.

Wenn ich nicht weiterkann, dann bist du für mich da.

Ich gehe meinen Weg, durch jegliche Gefahr;

denn du Herr bist ja da!

© Christina Telker

12.03.2021

Wie die alten sungen, so zwitschern auch die jungen

 

Kaum noch einer kennt heute diese Redewendung. Noch vor ein paar Jahrzehnten gehörte sie zur Tagesordnung. Doch wie sah es mit der Realität aus? Werden nicht zu jeder Zeit, in jedem Jahrhundert die jungen ihren Weg gegangen sein und nicht so gesungen haben wie die alten? Und doch wäre es nicht verkehrt, so einiges von unseren Vorfahren zu übernehmen. Gewiss, wir wollen es besser machen, möchten die Welt verändern, sehen oft nur die Fehler, die die Generationen vor uns machten. Aber hinterließen sie uns nicht auch viel Wissen und Erfahrung? Dinge die wir benötigen für unser Leben, die Lebenswichtig für uns sind. So können wir auf manches aufbauen. Ohne diese Werte, die uns hinterlassen werden, wären viele Wege, die wir gehen gar nicht möglich. Unsere ersten Hangriffe und Worte übernahmen wir von Eltern und Großeltern. Sie legten hierfür den Grundstein.

So ist es auch in unserem Glauben. Ein guter Grundstock aus dem Elternhaus kann uns hilfreich sein. Sehen wir uns in anderen Kulturen um, wo Großfamilien noch zur Tagesordnung gehören.  Lange schon ist dies bei uns nicht mehr der Fall. Ob wir damit wirklich besser leben, stets unseren eigenen, unabhängigen Weg zu gehen, wird sich in ein paar Jahrhunderten zeigen.  Was wir jedoch einmal in unserer Kindheit hörtet, hat sich in unser Gedächtnis eingebrannt. So auch der Glaube, der im Elternhaus in uns gelegt wurde. Wir werden ihn nie ganz vergessen. Selbst wenn wir uns über Jahrzehnte davon abkapseln, kommt irgendwann der Tag, an dem wir uns daran erinnern und dankbar sind für dieses Erbe.

Es tut so gut mit dir zu reden,

weil ich es weiß, dass du verstehst.

Du möchtest immer mit mir gehen,

begleitest meinen Lebensweg.

Ich ruf dich an, du wartest ja auf mich.

Dafür danke ich dir, Herr. Amen

© Christina Telker

05.03.2021

 

Unterwegs mit Gott

 

In den 1950er Jahren erlebte ich meine Kindheit in der Bibelschule Malche. Dort berichteten ab und zu Missionare von ihrer Arbeit. Für mich waren diese Vorträge stets sehr spannend. Diese Menschen stellten ihr eigenes Leben hintenan. Sie waren mit Begeisterung im Namen Gottes unterwegs, seine Botschaft in die Teile der Erde zu tragen, wo man noch nichts vom ihm wusste, war ihre Aufgabe.  Diese Reisen waren nicht ungefährlich. Es gab manches Abenteuer zu bestehen. Oft ging es auch gesundheitlich sehr an die Substanz.  Ich bewunderte diese Menschen. Als ich richtig lesen konnte, las ich sehr gerne Bücher über Missionsarbeit. Mein Wunsch war damals, ebenso mutig zu werden, um diesen Dienst antreten zu können. Das Leben spielte anders.

Ein jeder von uns kennt den Herrnhutstern, der in der Adventszeit unsere Wohnungen erhellt. Aber kennen wir auch die Geschichte der Brüdergemeinde? Ihre Gründungsgeschichte ist ein Abenteuerroman. Für diese Menschen war und ist es wichtig, Gottes Wort in die Welt zu tragen. Ihre Losungen, die wir in fast jedem christlichen Hause finden, werden alljährlich in mehr als einhundert Länder geliefert.  

Doch müssen wir Helden sein, um Gottes Wort in die Welt zu tragen? Gibt es nicht, um uns her, genügend Möglichkeiten für ihn tätig zu werden? Sehen wir uns um in unserem Alltag, so werden wir immer wieder Möglichkeiten finden von unserem Glauben zu erzählen oder Jesu Liebe zu unseren Mitmenschen zu tragen. Immer wieder sind es die kleinen Dinge des Lebens, die uns überall die Möglichkeiten geben uns für unseren Glauben einzusetzen. Suchen wir nach neuen Wegen. © Christina Telker

 

Immer wieder gibt es Menschen,

die ihr Leben ganz dir widmen,

um dein Wort weiterzutragen.

Schenke auch uns den Mut,

zu reden, wo wir gebraucht werden.

Mache uns furchtlos für dich und den Glauben

Amen

27.02.2021

Bunte Vielfalt

 

Endlich ist der Frühling eingezogen, Jutta und Hans zieht es mit aller Macht in ihren Garten. Längst liegen die Samentüten bereit. Bereits im Januar träumten sie gemeinsam davon, wie sie sich ihren neuen Garten einrichten würden. Auf dem Papier sind längst die Beete angeordnet. „Es soll das ganze Jahr über blühen“, war Juttas Wunsch, dem ihr Mann gerne zustimmte. So hatten sie sich belesen und letztendlich den Samen bestellt. Immer wieder sahen sie sich voll Freude ihren Plan an. „Ob es so wohl auch gelingen würde?“, fragte sich die junge Frau manches Mal. Endlich konnte es losgehen, die ersten Beeten durften angelegt werden. Gewiss einiges musste noch bis in den Mai hinein warten, bis auch die letzten Nachtfröste verschwunden waren, aber wichtig war beiden erst einmal anzufangen. Nach Feierabend war Hans immer wieder zum Garten gefahren, um vorzuarbeiten und die Erde umzugraben. Heute wollten sie gemeinsam dem Garten den ersten Schliff verpassen. Jutta konnte es kaum noch erwarten, die ersten Anzeichen junger Triebe zu entdecken. Bei ihrem ersten Rundgang stellte sie fest, dass in einer Ecke bereits Krokusse blühen. „Oh, wie schön!“, dachte sie, „sogar ohne mein Zutun blüht es bereits.“  Einige Wochen weiter zeigte sich ihr Garten wie ein bunter Teppich. Die junge Frau jubelte vor Freude, als sie das sah. Doch dann wurde sie nachdenklich und meinte zu Hans: „Muss es nicht Gott ähnlich gegangen sein, als er die Welt erschuf? Eine bunte Vielfalt breitete sich vor ihm aus. Wie wunderschön! Wir Menschen aber taten alles, um diese schöne Vielfalt der Natur zu zerstören. Wollen wir in unserem kleinen Stück Erde darauf achten, dass sich hier die Natur gut entwickeln kann? Nicht nur unsere Blumen, die ich bisher nach Schönheit und Farbe aussuchte. Nein, wir werden, Gräser am Rande des Gartens anpflanzen und ein Insektenhotel einrichten.  Stell dir vor, wenn sich in ein paar Jahren Libellen und Schmetterlinge hier einfinden würden, wäre das nicht schön? Wie naturverbunden könnten unsere Kinder später aufwachsen!“ Hans hatte seiner Frau zugehört und war ihren Gedanken gefolgt. „Du hast wie immer die besten Ideen“, stimmte er zu, nahm sie in den Arm und sie träumten von der Zukunft, in der ihre Kinder in einem kleinen Gartenparadies vier Jahreszeiten bewusst erleben konnten. Jetzt setzten sie sich erst einmal hin zu einer Tasse Kaffee und genossen den Anblick ihres kleinen Paradieses. © Christina Telker

 

7 Wochen ohne,

Ablenkung und Stress,

Zeit, um auszuspannen,

und Zeit zum Gebet.

 

7 Wochen ohne,

heißt besinnlich denken,

andern Menschen und auch mir,

diese Zeit zu schenken.

 

7 Wochen ohne,

verzichten auf Genuss,

nicht alle Tage leben;

aus dem Überfluss.

 

7 Wochen ohne,

heißt an die Umwelt denken,

mein Denken und mein Tun,

der Natur zu schenken.

(c) Christina Telker

Aus meinem Jahreskalender für Frauen vom St. Benno Verlag

23.02.2021

Gedanken zur Fastenzeit

Wie uns hinlänglich bekannt ist, befinden wir uns bis Ostern in der Fastenzeit. So fand ich am letzten Sonntag, den o.g. Artikel. Hört sich gut an, dachte ich so bei mir. Aber schaffen wir das auch? Wie wäre es, würden wir mit ein oder 2 Vorschlägen beginnen?

Viele Möglichkeiten werden uns in diesen Tagen angeboten, um einmal zum Nachdenken zu kommen. Allgemein bekannt ist uns die Aktion "7-Wochen-ohne". In diesem Jahr, hat sich die Lübecker Gemeinde etwas überlegt, das vielleicht auch Ihr Interesse weckt. Es ist ein Fastenforum entstanden, wo es nicht schaden kann, einmal hineinzuschauen.

Fasten-Forum

18.02.2021

 Hoffnungsschimmer

Manchmal ist es schwer einen Hoffnungsschimmer am Horizont zu sehen. Ähnlich wie ein Sonnenaufgang schenkt er uns einen offenen Blick und ein Hochgefühl. Doch es gibt Zeiten, in denen wir meinen, alles würde schiefgehen. Da ist kein Licht, das uns Mut macht und uns hoffen lässt.  Doch plötzlich, wie aus dem Nichts heraus ändert sich alles und unser Leben bekommt wieder einen Sinn! Dies kann nach schweren Trennungen der Fall sein, aber auch nach einer längeren Krankheitsphase, die uns runterdrückte. Oftmals sind es die kleinen Dinge am Rande des Lebens, die uns wieder Kraft geben. Wir finden eine längst vergessene Freundin wieder, können sogar Kontakt mit ihr aufnehmen und staunen, wie gut wir uns nach all den Jahren immer noch verstehen.

Die Tochter, die lange nichts von sich hören ließ, ruft an und berichtet von ihrem Nachwuchs. Es gibt wieder eine Aufgabe. Das Leben bekommt wieder Sinn.

Doch es gibt auch die Möglichkeit, sich solch eine Aufgabe gezielt zu suchen. Zahlreiche Vereine brauchen Unterstützung. Sie werden freudig empfangen, wenn sie ihre ehrenamtliche Hilfe anbieten. Plötzlich lernen sie neue Menschen kennen, vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit neue Freundschaften zu knüpfen. 

Gott ist für uns da. Jederzeit erreichbar, wartet er nur darauf, dass wir uns an ihn wenden. Gönnen wir uns ein paar Minuten der Stille, in denen wir zu uns selbst finden und wir werden staunen. Da ist ein Hoffnungsschimmel, der uns neue Wege eröffnet! Versuchen wir mit Gott zu reden, er wartet nur darauf. (c) Christina Telker

12.02.2021

Die Sprache der Blumen

 

Gewiss, im Februar gibt es noch nicht viel Blumen, die uns im Freien begegnen und doch blüht es das ganze Jahr für uns. Vielleicht liegt es an uns und unseren Erwartungen, dass wir die Blumen nur nicht sehen. Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit uns im Winter mit Blumen zu umgeben, wir holen sie uns ganz einfach ins Zimmer. Wie herrlich sieht es doch aus, wenn es auf meiner Blumenbank in den unterschiedlichsten Farben blüht. Da kann es ruhig draußen trübe sein, ein Blick auf diese blühende Pracht lässt mein Herz leuchten. Jeden Tag gehe ich zu jeder einzelnen und rede mit ihr. Lobe sie für ihre prachtvolle Blüte.  Mein Weihnachtsstern erfreut mich seit Monaten. Er hat sogar neue Blätter bekommen und steht nun seit 2 Monaten in voller Blüte. Ich kann ihn nur bewundern für seine Ausdauer. Oder denken wir an die Vielfalt der Alpenveilchen und Azaleen, die uns gerade in der trüben Jahreszeit Herzenswärme ins Haus bringen. Sie brauchen alle unsere Aufmerksamkeit. Wir müssen uns um sie kümmern, wenn wir von ihnen eine prachtvolle Blüte erwarten. Doch gerade diese Pflege unserer Schützlinge hilft auch uns. Sie bringt Sonne in unser Leben. Der Blick zur Blumenbank, das Betrachten einzelner Blüten, schenkt uns Freude. Ganz besonders auch die Liebe wird nicht nur von einer Rose in die Welt getragen. Nein, jede einzelne Blüte bringt uns eine Botschaft, Sie erzählt uns von Gottes Liebe, von seiner Schöpfung, in der er für uns Menschen immer wieder neu sichtbar wird. (c) Christina Telker

06.02.2021

Schneekristalle

 

Heute geht es in den Urlaub! Als Single hatte ich über die Feiertage Dienst. Endlich kommt jetzt die ersehnte Ruhepause. Der Koffer steht gepackt und wartet auf die Abholung. Schon lange mühe ich mich nicht mehr mit dem Gepäck ab. Für mich beginnt der Urlaub an der eigenen Haustür. Ich habe mir auch kein Skigebiet ausgesucht, das um diese Jahreszeit übervölkert ist von Touristen. Nein, ich möchte einfach nur ausspannen, die Natur genießen. So fahre ich in die Lüneburger Heide. 

Das Fenster meines Feriendomizils, bei einem privaten Vermieter, gibt den Blick direkt auf die schneebedeckten Felder frei. Ich kann es kaum erwarten nach dem Frühstück zu meiner ersten Wanderung zu starten. Unberührte Natur begrüßt mich, als ich aus der Tür trete. Die Sonne meint es heute gut und lässt einen Teppich von Schneekristallen schimmern. Es glitzert wie überall. Seit meiner Kindheit habe ich solch einen Anblick nicht mehr zu Gesicht bekommen. Verlaufen kann ich mich nicht. Meine Spuren sind die einzigen hier im unberührten Schnee. Ab und zu sehe ich Krähen fliegen. An manchen Stellen haben sie kleine Muster, mit ihren Füßen, in den Schneeteppich gewebt. Mich packen Kindheitserinnerungen und ich lege mich in den Schnee, um einen Engel als Muster zu hinterlassen. Auch wenn ihn vermutlich niemand sieht, bereitet es mir Freude, mich für einen kurzen Moment wie ein Kind zu fühlen. Ich denke zurück, wie ich damals mit meinem Vater durch die Felder lief und er mir die Natur erklärte. So manches von dem Wissen, das er weitergeben wollte, blieb hängen. Ich muss selbst staunen.

In der Ferne sehe ich eine Gruppe von Rehen. Schnell hole ich mein kleines Fernrohr heraus und genieße diesen Anblick. Stille und Natur, ein Geschenk, dass uns Städtern nicht allzu oft zuteil wird.  Leider ist die Entfernung zu weit, um diese Erinnerung mit meiner kleinen Kamera festzuhalten. Also werde ich mich bescheiden müsse, die Erinnerung in meinem Inneren zu bewahren. Langsam spüre ich, wie die Kälte in mir aufsteigt. So wende ich mich zum Gehen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, sage ich mir und der ganze Urlaub liegt noch vor mir. Jetzt freue ich mich auf einen heißen Tee und meine Urlaubslektüre, die ich mir mitgenommen habe. Nach einer Ruhepause werde ich mir das kleine Dorf ansehen, um eine Möglichkeit zur Einkehr zu finden, die meinen Magen füllt.

Ich genieße diese Momente der Besinnlichkeit, in der mich kein Autolärm und kein Fernseher ablenken. Als ich gerade mein Buch zur Seite legen will, klopft es und meine Wirtin lädt mich zum Mittag ein. Kann es einem besser gehen? Von ihr bekomme ich, beim Essen, gleich ein paar Tipps für die nächsten Tage und freue mich auf meinen nächsten Ausflug. Am Abend im Bett, denke ich an all das erlebte zurück und danke Gott für die wunderschönen Momente und für diesen Urlaub in der Stille, wo ich ihm ganz nahe sein darf. © Christina Telker

29.01.2021

 

Die Kraft der Liebe

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1 Johannes 4:16

 

Wie groß ist Ihre Liebe? Hält sie Stürmen, ja Orkanen des Lebens stand? Können sie verzeihen, wenn die Wellen über Ihnen zusammenschlagen, weil sie gedemütigt oder betrogen wurden? Jesus sagt uns wie oft im Leben wir vergeben und verzeihen sollten. Wir fühlen uns überfordert und meinen, das geht doch gar nicht. Soll ich wirklich so oft vergeben?

Es gibt Ehepaare, die meinen nicht mehr weiter miteinander leben zu können. Jede Kleinigkeit am Partner reibt sie auf. Man redet kaum noch miteinander, empfindet jedes Wort doppelt schwer, bis man sich endlich einen Ruck gibt und sich trennt. Endlich ein neues Leben, ein Leben, dass ich mir frei gestalten kann, ganz nach meinen eigenen Vorstellungen und Wünschen, ohne ständige Reibereien!

Doch nach der Trennung geschieht ein Wunder. In der Gewissheit ihrer Freiheit kommen sich die beiden wieder näher und plötzlich legt einer den Schalter um und ihre Liebe strahlt heller und schöner als je zuvor. Die beiden sind zwar noch immer die gleichen Menschen, aber in ihrem Innern ist etwas geschehen. Gott selbst hat eingegriffen.  Von nun an sind beide unzertrennlich. Nie hätten sie dieses Wunder für möglich gehalten und es hält an und trägt sie über alle neuen Hindernisse hinweg.

Gott ist die Liebe! Er macht Liebe und Verzeihen möglich. Wenn wir seine Liebe annehmen für unser Leben, ist es gar nicht mehr schwer dem anderen zu verzeihen und ihn von Herzen zu lieben.

 

Himmlischer Vater, ich danke dir,

dass du immer ein offenes Ohr für mich hast.

Ich danke dir, dass ich mit all meinen Sorgen

zu dir kommen darf.

Danke, dass du mein Freund bist. Amen

 © Christina Telker

 22.01.2021

Das Leben spüren

 

Fünf Sinne sind uns für unser Leben gegeben, mit denen wir das Leben wahrnehmen können. Wir sind reich an Empfindungen. Viel stürmt an nur einem Tage auf uns ein, dass wir zu verarbeiten haben und das uns berührt. Nicht alles können wir so weit an uns herankommenlassen, dass es uns unter die Haut geht. Ein jeder Körper besitzt hierfür eine Schutzvorrichtung, eine innere Wand, die uns schützt und das ist gut so.

Doch wie ist es mit der Nächstenliebe? Zeigen wir nur dort echte Empfindungen wo es um unsere engsten Freunde und die Familie geht? Tagtäglich geschieht unfassbares Leid auf unserer Welt. Gehören wir zu denen, die sich stundenlang empören könnten, über die Ungerechtigkeit im kleinen und in der Welt oder legen wir selbst Hand mit an und erweisen uns als Christen, so wie es Jesus von uns erwartet? Sehen wir uns um, in unserer Stadt, in unserer Gemeinde. Es gibt zahlreiche Aufgaben, die auf uns warten.

Sich hinter verschlossenen Türen aufzuregen bringt nichts. Reden wir mit, erheben wir unsere Stimme für die Gerechtigkeit! Es kommt nicht darauf an große Reden zu schwingen, hilfreich ist, im Kleinen zu wirken. Helfen wir dort wo wir gebraucht werden. Lassen wir unseren Nachbarn, unsere Nächsten im Betrieb oder in der Gemeinde spüren, dass wir da sind und ihm zur Seite stehen, ohne viel Worte zu machen, wenn sie uns brauchen. Das ist ein großer Schritt an Menschlichkeit und Nächstenliebe.  Gehen wir mit offenen Augen durch den Tag und wir werden spüren, wo wir zufassen sollten. Jesus erwartet von uns, dass wir uns für unsere Mitmenschen einsetzen, so wie auch er sich für uns einsetzt. © Christina Telker

16.01.2021

 

Eine Frage des Mutes

 

Immer wieder kommen wir in unserem Leben in Situationen, die uns Mut abverlangen. Einzuschreiten, wenn jemand Hilfe braucht, wäre eine Möglichkeit unseren Mut unter Beweis zu stellen. Aber selbst ein Telefonat, dass Hilfe herbeiruft, kann schon Mut erfordern.  Manchmal geht es jedoch auch um anderen Dinge, wie um unsere Gesinnung.

Zu Zeiten der DDR brauchten Christen Mut, um ihren Glauben öffentlich zu bekennen. Jugendlichen konnte dies, den Weg aufs Gymnasium verbauen. Es gibt heute noch 50 Länder, in denen Menschen viel Mut beweisen müssen, wenn sie ihren Glauben leben möchten. Über 600 Millionen Christen leben in diesen Ländern. Harte Strafen warten oft auf diejenigen, die sich zu ihrem christlichen Glauben bekennen. Wie gut haben wir es doch, dürfen wir uns doch frei zu Jesus und unserem christlichen Glauben bekennen.

Bereits der preußische König Friedrich der II. setzte sich für Glaubensfreiheit ein. Auch wenn wir heute alle Möglichkeiten haben frei zu reden, fällt es so manch einem von uns immer noch schwer. Selbst in unserer Zeit kann es immer noch geschehen, dass wir verlacht werden, wenn wir im Betrieb oder in Schulen und Vereinen über unseren Glauben reden würden. Gerne gehen wir dann den Weg des geringsten Widerstandes und schweigen einfach, wenn das Thema aufkommt. Wie wäre es jedoch, wenn Gott zu uns schweigen würde?

Er wird immer zu uns stehen, so wie er es in der Taufe versprach. Versuchen wir dies dankbar anzunehmen und künftig auch zu ihm zu stehen. Selbst, wenn es einmal etwas schwierig wird. © Christina Telker

 

 09.01.2021

Vertrauenssache

 

Das neue Jahr hat gerade seine Tore für uns geöffnet, noch liegt es unberührt vor uns. Wie gut wäre es, wir würden diese kommende Zeit mit einer großen Portion Vertrauen beginnen.  Nicht immer ist dies einfach. Gerade das Vertrauen wird oft im Leben enttäuscht. Manches Mal hinterlässt solch eine Enttäuschung tiefe Wunden, ein anderes Mal, nur Wut und Zorn und doch, wäre eine Welt ohne Vertrauen, eine traurige Welt.

‚Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser‘, sagt ein altes Sprichwort. Doch ist es dann noch Vertrauen, wenn wir es zuvor kontrollieren müssen? Es ist oft schwer die richtige Entscheidung zu treffen. Wir können mit zu wenig oder gar keinem Vertrauen Menschen schwer vor den Kopf stoßen.

Fragen wir unser Herz, das ist immer der beste Weg. Greifen wir auf Erfahrungen zurück, die wir bereits machen konnten und versuchen wir immer positiv zu denken. Doch wenn es geht, entscheiden wir uns immer für den Weg des Vertrauens.

Gott vertraut uns auch. Er vertraut uns immer wieder, auch wenn wir ihn noch so oft enttäuschten. Es gibt Situationen, die wir uns selbst nie verzeihen können. Gott verzeiht immer und er reicht uns stets aufs Neue die Hand, im festen Vertrauen. Nur Liebe macht Vertrauen möglich. Gott liebt uns, seine Kinder, ganz uneingeschränkt ohne jedes Wenn und Aber. Versuchen wir einen kleinen Teil, dieses großen Vertrauens, das uns entgegengebracht wird, an unsere Nächsten weiterzugeben. Es wäre ein guter Schritt ins neue Jahr. © Christina Telker

 

1.1.2021

Neubeginn

 

In jedem Jahr wagen wir einen Neubeginn. Es bleibt uns ja auch gar nichts anderes übrig, wird er uns doch vom Kalender weltweit vorgeschrieben. Doch haben wir uns schon einmal Gedanken darübergemacht, wie oft wir im Leben neu beginnen? Der erste Tag in einer Kindereinrichtung, die Einschulung, der Beginn der Lehre und später der Wechsel in einen anderen Betrieb, ein Umzug, vielleicht sogar in eine fremde Stadt. Immer wieder heißt es neu zu beginnen. Nicht immer werden wir gefragt, ob es uns recht ist. So manches Mal können wir gar nicht anders, wenn wir unsere Arbeit behalten wollen. Der eine liebt öfter einmal einen Wechsel, ein anderer hält am Altbewährten gerne fest. Es gäbe noch eine Menge an Möglichkeiten aufzuzählen.

Aber wie ist es mit unserem Glaubensleben? Gibt es dort nur einen Neubeginn? Ich denke, das ist wohl eher die Minderheit unter uns Christen, die ihr Leben ohne Glaubenszweifel meistert. Immer aufs Neue kommen wir zu Gott, mit der Bitte um Vergebung. Nicht nur einmal im Leben ändert sich unsere Lebenseinstellung. In der Kindheit oder Jugend denken wir anders als im Alter. Lebenserfahrung kommt hinzu, die dieses Umdenken bewirkt. Manche von uns finden durch schwere Situationen erst recht zu unserem himmlischen Vater, andere wieder brauchen längere Zeit, weil sie den Sinn der jeweiligen Situation nicht erkennen. Wie oft wir auch Zweifeln in unserem Leben, können wir doch darauf bauen; Gott liebt uns, er verzeiht uns. Für einen Neubeginn sind wir unserem himmlischen Vater stets willkommen! (c) Christina Telker

 

Jeder Mensch hat einen Engel an seiner Seite,

auch, wenn wir ihn oft nicht erkennen.

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