Lutherbibel 1984, © Deutsche Bibelgesellschaft

11.06.2021

Der leere Krug

 

Einem alten Mann begegnete einmal auf seinem Wege ein kleiner Junge. Weit und breit war kein Wasser zu sehen und doch trug der alte Mann einen großen Krug bei sich, das wunderte den Jungen. Er sprach den Mann an und erkundigte sich: „Wohin gehst du mit dem Krug? Ich sehe hier nirgends Wasser, um es zu schöpfen.“ „Das hast du richtig beobachtet“, antwortete der Mann. In diesem Krug sammle ich Sonnenstrahlen, ganz besondere Momente. Momente der Liebe, des Vertrauens, der Freude und wenn ich dann im Winter nicht aus meinem Haus komme, weil der Schnee meine Tür zugeschneit hat, dann öffne ich den Krug und alle Sonnenstrahlen steigen empor. Dann wird es hell in meinem Zimmer und es geht mir wieder gut.“ „Das gefällt mir“, antwortete der Junge. „Das werde ich in Zukunft auch so machen.“ Er ging heim und berichtete seinen Eltern von diesem Erlebnis. In diesem Moment strahlte in allen Herzen der Zuhörer die Sonne.

 

Lieber Vater! Immer wieder füllst du uns auf neue

unsere Hände, unser Leben, wenn wir erschöpft zu dir kommen. Wir danken dir für deine Nähe, für deinen

Beistand und deine Liebe. Amen

 (c) Christina Telker



 

Flügel die mich tragen

 

Immer mehr Senioren sieht man mit Nordic Walking Stöcken laufen. Ärzte raten dazu, sich damit das gehen zu erleichtern, weil man auf beiden Seite gestützt wird. Eine gute Sache. Aber wie wäre es, wir hätten Flügel, wie die Vögel? Wie leicht würde unser Leben sein. In manch schweren Situationen können wir erleben, dass wir uns plötzlich ohne ersichtlichen Grund, viel leichter fühlen. Die Last wurde von unserer Seele genommen.  Wo unsere Kraft nicht mehr reicht, haben wir Gottes Zusage: ‚Ich will euch tragen bis ins Alter‘. 

Danke Vater, dass du bei uns bist, ganz gleich wie heftig der Wind auch weht.

© Christina Telker

 

28.05.2021

 

Herzen im Gleichklang

 

Es ist nicht einfach ein Herz zu finden, mit dem das eigenen im gleichen Takt schlägt. Spätestens nach der ersten Verliebtheit, in der man Fehler des anderen großzügig übersieht, tritt die Verschiedenheit zutage. Oft kommt die Einsicht dann zu spät. Man ist bereits den Schritt in die Ehe gegangen und vielleicht sind sogar Kinder da.

So ging es auch Klaus und Grete.  Nach langen Ehejahren stellten sie fest, dass sie sich nicht mehr ertragen konnten. Die Welt wurde grau und trübe. Kurz vor dem letzten Schritt sandte Gott seinen Engel und brachte beide zum Nachdenken. Es war, als wenn ein Schleier von ihren Augen fiel. Plötzlich erkannten sie den Wert des andere und fanden erneut nach Jahren wieder zueinander.  Es war, als wenn jemand einen Schalter umgelegt hätte. Kein böses Wort fiel mehr. Sie hielten sich eng umschlungen. Ihre Herzen schlugen im Gleichklang. Sie diskutierten so manches Mal über dies und jenes, die Liebe behielt jedoch in jedem Falle klar den Sieg. Aber es war noch ein weiteres Wunder geschehen, beide konnten gemeinsam Gottes Wort lesen. Sie hatten ihr Leben unter sein Wort gestellt und sich ihm anvertraut. Gemeinsam begannen sie den Morgen unter seinem Segen. Von nun an schlugen nicht nur zwei Herzen im Gleichklang, Gottes liebendes Herz war dazu gekommen. Er hielt seine schützende Hand über diese Verbindung. Gott vermag auch heute noch Wunder zu vollbringen, wir müssen ihm nur etwas zutrauen. © Christina Telker

21.05.2021

 

Inneres Brausen

 

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Apostelgeschichte 2, 1-2

Wer schon einmal mit Kreislaufstörungen zu tun hatte, kennt dieses Gefühl, dass sich in uns etwas bewegt. In unserem Innern fahren wir Karussell. Wohl fühlen wir uns nicht, in solchen Momenten. Wie mag erst den Jüngern ergangen sein, als es in ihnen und um sie her, brauste und toste? Als der Heilige Geist über sie kam? Vermutlich konnten sie sich diese Situation nicht erklären, die sie in diesem Moment erlebten. Hinzu kam, dass sie plötzlich in verschiedenen Sprachen reden konnten und diese sogar verstanden! Von nun an konnten sie mit jedem der Umstehenden in ihrer Heimatsprache reden.  Wie verwandelt müssen sich die Jünger in diesem Moment vorgekommen sein. Ja, sie waren es ja auch. Der Geist Gottes war über sie gekommen, wie Jesus es ihnen versprochen hatte. Auch wir kennen diesen Pfingstbefehl: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker!“ Dieser Wunsch Jesu, nicht nur an seine Jünger, sondern auch heute noch an uns, gilt uns allen. Er wird immer aktuell bleiben. Doch sind wir bereit, wie die Jünger damals, auf die Straßen zu gehen und von Jesus zu predigen? Nein, sicher nicht und das wird auch nicht von uns erwartet. Doch dort, wo wir sind, ganz gleich wo, Farbe zu bekennen, zu unserem Glauben zu stehen, darauf kommt es an. Nicht mehr und nicht weniger ist es, was Jesus von uns erwartet. Stehen wir dort, wo es notwendig ist zu unserem himmlischen Vater, dann tragen wir die Pfingstbotschaft in unserem Herzen.

 

 

Du schickst uns deinen Geist

 

Du schickst uns deinen Geist,

damit wir dich verstehen,

du sendest uns dein Wort,

damit wir’s weitergeben.

 

Rund um den Erdenball,

hältst du die Welt in Händen,

dein Wille stets geschieht,

kannst jedes Schicksal wenden.

 

Du schickst uns deinen Geist,

behütest unsern Weg,

wo du der Leitstern bist,

da kann uns nichts geschehn.

 

Dein Segen uns begleitet

vom Anbeginn der Welt,

denn du bist Herr und Schöpfer

von Erd und Himmelszelt.

(c) Christina Telker

 

15.05.2021

Mutig die Chance ergreifen

 

Mein Sohn kommt von der Schule heim. Heute bekam er Adressen von Betrieben, bei denen er sich bewerben könnte, wenn er ein Auslandspraktikum absolvieren möchte. Schon oft sprachen wir darüber, aber als er mir jetzt diesen Zettel hinhält, wird mir doch etwas mulmig zumute. Was da alles passieren kann, wenn er so mutterseelenallein im Ausland ist, gehen meine Gedanken. Bernd sieht mein nachdenkliches Gesicht und braust gleich auf: „Sag bloß, du hast es dir anders überlegt? Du hattest es mir fest versprochen!“ „Ich weiß“, antworte ich, um ihn zu beruhigen, „aber einfach wird es nicht. Bedenke“, weiter kam ich nicht, weil Bernd mir ins Wort fiel, „Was soll ich bedenken? Alles haben wir besprochen. Ich weiß, du hast Angst, weil ich alleine bin, aber hast du mir nicht von klein auf beigebracht, dass Jesus immer bei uns ist, ganz gleich, wo wir sind. Ich bin also nicht allein!“ Diesem Argument habe ich nichts entgegenzusetzen. Wir umarmen uns und füllen den mitgebrachten Antrag aus. Im Anschluss setzten wir uns gemeinsam hin und legten alles in Gottes Hand. (c) Christina Telker

08.05.2021

Der Regenbogen

 

Mit einer Gruppe von Freunden sitzen wir im Garten und lassen den Sonntag ausklingen. Gemeinsam singen wir Lieder die unsere Herzen bewegen. Alte, schöne Volkslieder, aber vor allem auch Lieder aus unserem Kirchengesangbuch, die wir kennen und lieben. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, sagt ein altes Sprichwort. Gesang öffnet Herz und Seele.

Seit einiger Zeit grollt es in der Ferne, wir werden aufbrechen müssen. Der Himmel zeigt eine schwarze Wolkenwand. In den Wiesen, wo sich unser Garten befindet, hat man einen weiten Blick bis zum Horizont. Die glatte Ebene macht dies möglich. Da, plötzlich erscheint ein Regenbogen am Himmel. Ein Staunen geht durch die Gruppe. So wunderschön und klar sieht man den Regenbogen nicht oft. Die Handys werden gezückt, um diesen Moment festzuhalten im Foto. Da sagt mein Mann in die aufgeregte Gruppe: „Das ist ein Gruß unseres himmlischen Vaters. Ihm hat unser Gesang gefallen.“ Alles wird still und wir finden uns noch einmal zusammen, zum Gebet, mit dem wir den Abend beschließen. Ein Gruß Gottes! Wer sieht denn heute noch den Regenbogen als solch ein Zeichen, wenn wir abgehetzt durch den Tag rennen? Dieser Gedanke ist uns doch meist recht fern. Mehr als ein staunendes „Oh, wie schön!“, kommt uns selten über die Lippen. Dabei haben wir doch die Zusage Gottes, dass er so lange die Erde steht, diesen Bogen als sein Zeichen der Liebe an den Himmel setzen wird. Leider sind wir viel zu oft abgelenkt, um dies wahrzunehmen. Oder zu vergesslich? © Christina Telker

30.04.2021

Der Segen des Telefons

 

Wie schön ist es doch zu jeder Zeit mit seinen Lieben und seinen Freunden verbunden zu sein.  Wir können uns kaum noch vorstellen, wie es gehen sollte ohne diese Möglichkeit der Verbindung.

Doch es gibt Menschen, ganz besonders im Alter, die keinen mehr haben, mit dem sie reden oder telefonieren könnten. So haben einige Kirchengemeinden eine Telefonschleife eingerichtet. Hier rufen sich Beteiligte ältere Menschen mindestens einmal täglich an. So entsteht das Gefühl, nicht allein zu sein. Einsamkeit kann zermürben, kann zu Depressionen führen. Verbunden sein miteinander, mit Gleichgesinnten reden zu können, ist ein Segen für alle Beteiligten, ganz besonders zu Coronazeiten.

 

Himmlischer Vater, du versuchst immer wieder mit uns ins

Gespräch zu kommen, doch wir schalten schnell auf Durchzug

und nehmen dein Gesprächsangebot nicht an.

Öffne unsere Herzen und mache sie bereit für dein Wort.

Amen

 

23.04.2021

 

Die leisen Töne

 

Viele Menschen beschweren sich heute über Lärmbelästigung. Unsere menschliche Psyche kann nur eine gewisse Menge an Lärm unbeschadet ertragen, ohne gesundheitlichen Schaden davon zu tragen. Warum tun wir es uns dann an, daß stets einer den anderen überschreien muß? Vor über 2000 Jahren zog sich Jesus bereits zurück, weil er ab und zu der Stille bedurfte. Er suchte sich dann ein Plätzchen ganz in der Abgeschiedenheit der Natur. Auch uns täte es gut, die leisen Töne wiederzuentdecken und ihnen zu lauschen. Fragen wir uns doch selbst einmal, wann wir das letzte Mal dem Gesang eines Vogels lauschten, wann wir das letzte Mal hörten, wie der Wind durch die Blätter fährt, wenn sie im Herbst zur Erde fallen?

In unserer Jugend legten wir uns ins Gras und sahen in den Himmel. Wir beobachteten, wie die Wolken ziehen, waren mit den Käfern, die sich auf den Gräsern auf und ab bewegten, auf Augenhöhe. Kaum noch einer kommt im späteren Leben noch auf diese Idee.

Gönnen wir uns einmal eine Auszeit und lernen wir unsere näheren Wälder und Wiesen, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt neu zu entdecken.  Wir werden staunen über ihre Vielfalt und wir werden Gottes wunderbare Schöpfung erkennen. Vielleicht genießen wir solch ein Erlebnis am Wochenende einmal gemeinsam.

 (c) Christina Telker

17.04.2021

Nun fängt das schöne Frühjahr an

 

Haben sie heute schon aus dem Fenster geschaut, um den neuen Morgen zu begrüßen? Ist es nicht schön, wie die Morgensonne ins Fenster lacht, um uns einen schönen Guten Morgen zu wünschen? Das Vogelkonzert ist kaum zu übertreffen. Nun aber heraus aus den Federn und den neuen Tag begrüßt! „Oh, heute ist Sonntag", fällt es mir gerade ein. Ich werde den Kaffeetisch heute besonders schön decken und dann meine Lieben wecken. So einen Tag darf man einfach nicht verschlafen.

Gesagt, getan, nach etwa einer Stunde sitzen alle am Frühstückstisch und freuen sich an den frischen Brötchen, der selbst eingekochten Marmelade und dem frischen Ei, von den Hühnern unseres Nachbarn. Lecker! So stelle ich mir den Sonntagmorgen vor.

Nachdem wir uns heute mal so richtig Zeit ließen, auch für ein Gespräch, erfüllen wir uns unseren seit langem geplanten Wunsch und gehen wandern. Wir wollen zum Turm. Gerade jetzt im Frühling durch den erwachenden Wald zu gehen, ist eine besondere Freude.

Als wir unser Ziel fast erreicht haben, die Uhr zeigt die elfte Stunde an, bemerken wir, dass wohl noch einige mehr sich das gleiche Ziel für heute ausgesucht hatten. Im ersten Moment sind wir etwas enttäuscht, denn wir wollten ja eigentlich unter uns sein, aber wir gehen weiter. Jetzt klingen Posaunentöne an unser Ohr. Ich stelle fest, hier oben findet heute ein Waldgottesdienst statt. Nun freue ich mich über all die Menschen dort. Schnell suchen auch wir uns einen Platz und genießen diesen Gottesdienst in freier Natur. Wie schön! Ohne es zu ahnen, hatten wir genau das richtige Ziel gewählt für unseren Sonntagausflug. Frisch gestärkt können wir unsere Wanderung fortsetzen. (c) Christina Telker

 

09.04.2021

 

In Händen halten

Was wir in unseren Händen halten, ist uns ganz besonders nahe. Wir können es fühlen und zu ihm eine Beziehung aufbauen. Blinde können mit ihren Händen ihre Umgebung ertasten, um sich so ein Bild von dem zu machen, was sie umgibt. Halten sich Verliebte an den Händen, sind sie sich innerlich näher. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Ehepartner, die sich mehrmals am Tag berühren, eine stabilere Ehe führen.  Liebkosungen geben unserem Leben Aufschwung, verleihen unserer Seele Kraft. In manchen Orten werden „Kuschelkurse“ angeboten, hierbei handelt es sich um eine Gruppe, die jeweils Paare bildet, die Streicheleinheiten austauschen, jedoch ohne nähere Bindung.

Liebkosungen sind wichtig in unserem Leben, Traurig für den, der darauf verzichten muss. Immer wieder erlebe ich es bei meinen Besuchen in Seniorenheimen, wie sehr sich alte Menschen freuen, wenn sie bei der Begrüßung oder dem Abschied, einmal in den Arm genommen werden.

Unser himmlischer Vater hält uns seit unserer Geburt in seinen Händen. „Ich will euch tragen“, verspricht er uns in der Bibel.  Welch eine Zusage! Für kleine Kinder gibt es kaum etwas Schöneres, als von den Eltern getragen zu werden. Die Nähe der Eltern schenkt ihnen Geborgenheit. Wir sind Gottes Kinder, er selbst ist unser liebevoller Vater. Er tut alles, um uns nahe zu sein. Freuen wir uns über dieses Geschenk und nehmen wir es dankbar an. © Christina Telker

 

Geborgen in Liebe

 

Geborgen in Liebe, ehe wir es ahnen,

am Herz der Mutter ruht es sich gut.

Wenn unser erster Schrei von Leben kündet,

hält sie uns liebevoll in ihrem Arm.

 

Sie denkt für uns, eh wir es können,

sie gibt uns Schutz ihr ganzes Leben lang,

und weil sie auch für unser Leben vorsorgt,

legt sie uns wohlbedacht in Gottes Hand.

 

Er, der uns formte, der uns Leben gab,

nimmt als sein Kind uns an,

hat zu uns „Ja“ gesagt,

er wacht mit seinem Segen über uns,

und leitet unsern Weg zu jeder Stund‘.

 

Wenn wir uns treu an seine Liebe halten,

so ist die beste Freundschaft uns gewiss.

Ja, seine Güte wird uns niemals lassen,

bis wir am Ende seine Hände fassen.

 © Christina Telker

 

 

04,04.2021

Jesus ist auferstanden! Hört Ihr den Ruf? Die Frauen kommen gerade zurück, von Jesu Grabstätte. Eifrig sind sie im Gespräch. Hat man ihnen das Liebsten, was sie hatten gestohlen? Stimmt es, was der Engel gesagt hat oder ist das nur ein Trick, um sie endgültig mundtot zu machen? Sie reden und nehmen den "Gärtner" nicht wahr, der Ihnen entgegenkommt. Jetzt kommt er auch noch auf sie zu und redet sie an! Was soll das? Sie wollen ihre Ruhe haben! Doch als er redet spüren sie, es ist Jesus! Er ist wahrhaftig auferstanden! Jesus fordert sie auf schnell zu den Jüngern zu laufen, um ihnen diese frohe Botschaft zu bringen. Die beiden Frauen möchten jubeln vor Glück, doch die Gefühle in ihrem Innern sind so durcheinander, das sie nicht recht dazu in der Lage sind. Doch da, sie können es kaum glauben, kommen ihnen bereits zwei Jünger entgegen. Sie hatten wohl das Gleiche vor, wollten sich auch noch einmal von ihrem Meister verabschieden und ihm die letzte Ehre erweisen? „Kommt mit!", rufen sie ihnen zu! „Kommt und seht das leere Grab! Jesus ist nicht mehr da!" Jetzt berichten sie von der Begegnung mit dem „Gärtner". Erst jetzt, gemeinsam, begreifen sie, Jesus ist auferstanden! Jetzt hat auch der Jubel über die Auferstehung Platz in ihren Herzen gefunden. Jetzt laufen sie so schnell sie können, um diese Botschaft all seinen Freunden zu bringen. Bis in die Nacht hinein wird diskutiert und beratschlagt, wie es weitergehen wird.

 

Auferstehung

 

Ruft es laut in alle Welt,

lobet Erd und Sternenzelt:

Christus ist erstanden,

von des Todes Banden!

 

Frauen gingen früh zum Grabe,

ehe noch der Tag begann

und sie dachten so beim gehen,

wer den Stein wohl heben kann.

 

Als sie nah und näherkamen,

sahen sie ein'n hellen Schein,

und ein Engel sprach zu ihnen:

„Fried und Freud soll Euer sein!

 

Heute ist der Herr erstanden

geht und sagt es weit und breit,

dass der Tod ist überwunden,

Gottes Sohn hat euch befreit!“

 

Ja sie konnten es kaum fassen,

doch ihr Herz, das wurde froh.

Menschen die es heute hören,

denen geht es ebenso.

 (c) Christina Telker

03.03.2021 Karsamstag

Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.  Daniel 9, 18

Das tägliche Gebet ist den meisten von uns zum Bedürfnis in unserem Tagesablauf geworden. Daniel geht es jedoch um eine bestimmte Sache, für die er Gott anruft. Er betont, dass er auf Gottes Barmherzigkeit vertraut. Daniel sieht ein düsteres Bild vor sich und fleht Gott an, ihm und seinem Volke gnädig zu sein. Die Geschichte von Daniel finden wir im Alten Testament. Wie gut sind wir doch dran, die wir Jesus kennen. Er hat uns durch seinen Tod am Kreuz und die Auferstehung, die Vergebung Gottes errungen und den Tod besiegt. Gott hat uns vergeben, all unsere Verfehlungen und Sünden sind ausgelöscht. Wann auch immer wir zu ihm kommen im Gebet, sind wir angenommen, als seine geliebten Kinder. „Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich euch geben!“, verspricht uns Jesus im Johannesbrief 14. Welch ein Versprechen! Sind wir uns überhaupt klar darüber, was Jesus für uns getan hat? Oftmals scheint uns Gottes Welt zu groß und so weit entfern, um sie mit unserem Verstand fassen zu können. Gehen wir ins Gebet, nicht nur sonntags im Gottesdienst, und erbitten wir immer neu seine Gnade für uns und unsere Mitmenschen. Es gibt so viel Leid in der Welt, dass wir Gott immer wieder vor die Füße legen sollten. Doch vergessen wir auch nicht das Danken, es

ist lebenswichtig. Gott hat uns viel geschenkt und schenkt es uns täglich neu durch seine Güte. (c) Christina Telker

01.04.2021

Karfreitag

Dein persönliches Kreuz

 

Wie stolz war ich, als ich zu meinem sechsten Geburtstag von meiner Mutter eine Kette geschenkt bekam. Diese kleine Kette zeigte im Anhänger einen Anker, ein Kreuz und ein Herz. Meine Mutter sagte mir dann die Worte: „Glaube, Hoffnung, Liebe diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Es gab keinen Tag, an dem ich diese Kette nicht getragen hätte.

Auch wenn die Liebe unser ganzes Leben durchdringt, von unserem ersten bis zum letzten Atemzug, so war das Kreuz doch das, was stets die größte Bedeutung für mich hatte. Noch heute befinden sich mehrere Kreuzketten in meinem Schmuckkästchen, die ich sehr gerne trage.  Nicht nur als Schmuck, sondern in erster Linie der Bedeutung wegen. Das Kreuz ist zwar ein besonderer Schmuck für uns Christen, aber nicht, weil es aus Gold, Holz oder Bernstein ist, sondern weil es für uns die enge Verbindung zu Jesus widerspiegelt.

Jeder Lebensweg trägt sein eigenes Kreuz. Kaum einem von uns ist es möglich nur freudestrahlend durchs Leben zu gehen. Bei dem einen ist es die Gesundheit, die ihm immer wieder Steine in den Weg legt, manchmal riesige Brocken. Bei einem anderen sind es die Finanzen oder die Liebe, die immer wieder Enttäuschungen bringen, trotz allem guten Willen.  Doch ganz gleich, wie unser Lebenskreuz ausfällt, wir müssen es tragen. Ganz allein sind wir dann auf uns gestellt. Oder etwa nicht?  War da nicht eine Zusage unseres himmlischen Vaters? ‚Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt enden!‘ Er ist immer für uns da und hilft uns, unser Kreuz zu tragen. (c) Christina Telker

26.03.2021

 

Der Kern der Sache

 

Sind wir uns einer Sache nicht ganz sicher, ist es oft nicht einfach auf den Kern zu kommen. Gerne reden wir dann, ‚wie die Katze um den heißen Brei‘, wie man so sagt. Solange wir uns nicht festlegen, kann man uns später nicht zur Verantwortung ziehen. Nicht viele Menschen gibt es, die offen und in jeder Situation fest zu ihrer Meinung stehen, selbst auf die Gefahr hin, sich damit selbst zu schaden. Wie war das damals mit Petrus? Hatte er nicht empört zu Jesus gesagt, ‚Ich werde dich nie verleugnen! Ich stehe zu dir, ganz gleich was auch kommt!‘ Und dann? Eine kurze Zeit später, als er fürchtet selbst gefangengenommen zu werden, verleugnet er Jesus gleich dreimal hintereinander.

Was ist hier der Kern der Sache? Jesus wird im Stall in der Krippe geboren. Als kleines, hilfloses Kind, liefert Gott seinen Sohn uns Menschen aus, um uns seine Liebe damit zu erweisen.  Wie schwer wird ihm dieser Schritt gefallen sein. Würden wir Eltern doch alles tun, um unsere Kinder vor Gefahr zu bewahren.  Gott liefert seinen Sohn an uns Menschen aus! Wie unverständlich! Doch was erkennen wir noch bei dieser Geste Gottes? Er liebt uns Menschen, mit all unserer Sünde, wie seine Kinder. Jesus kommt in diese Welt, lernt alle Höhen und Tiefen unseres menschlichen Lebens kennen, von der Geburt bis zum Tod. Ja bis zum Tod am Kreuz! Dieser grausame, gewaltsame Tod ist notwendig, um zur Auferstehung zu führen. Durch Jesu Auferstehung sind wir erlöst! Durch seinen Tod und die folgende Auferstehung ist uns der Weg in den Himmel freigekämpft. Wir brauchen nichts dafür tun, als diese grenzenlose Liebe anzunehmen und „Ja“ zu ihm zu sagen. Welch ein einmaliges, großes Geschenk seiner Vaterliebe! © Christina Telker

19.03.2021

Spuren hinterlassen

 

Bewundernd stehen wir vor Bauwerken vergangener Jahrhunderte. Seien es nun die Pyramiden des alten Ägyptens oder tausend Jahre alte Kathedralen. Wir können es kaum fassen, wie die Menschen vergangener Zeiten mit einfachsten Mitteln, diese Kunstwerke schufen.

Ebenso ist es bei Gemälden alter Meister. Wie sind diese Menschen, ohne unsere heutige Technik, hierzu in der Lage gewesen! Bewundern und andächtiges staunen ist das, was uns bleibt. In diesen Momenten kommen wir uns oft ganz klein vor.

Ja, unser Leben haben wir recht gut gemeistert. Wir haben eine Familie, auf die wir stolz sind, wir sind in unserem Berufsleben schnell aufgestiegen und mit unserem Posten zufrieden. Aber was hinterlassen wir der Nachwelt?  Was bewundern anderen an uns, wenn wir es recht betrachten? Kommt es immer darauf an, der Größte und der Schönste zu sein oder gibt es da noch mehr?

Denken wir nur an Mutter Theresa oder den bekannten Mediziner Albert Schweitzer und die vielen Ungenannten. Sie dachten zuallererst an ihre Mitmenschen und taten alles, um ihnen zu helfen. Auch durch Nächstenliebe, die jedem von uns, ohne Einsatz finanzieller Mittel möglich ist, können wir Spuren hinterlassen. Sicher nicht für Jahrhunderte, wie bei Bauwerke oder anderen Kunstwerken, jedoch in den Herzen unserer Mitmenschen. Auch Gott schaut uns ins Herz! 

Baumeister vergangener Jahrhunderte schufen ihre Werke zum Lobe Gottes. Sie schufen sie oft unter unsäglichen Entbehrungen, nie mit dem Gedanken berühmt zu werden, sondern einzig aus dem Grunde, mit ihrem Werk auf Gott und seine Schöpfung hinzuweisen. Jeder von uns kann dazu beitragen Gottes Lob in die Welt zu tragen. Beginnen wir im Kleinen, direkt vor unserer Haustür oder in der Familie. Wir werden immer Möglichkeiten finden.

 

 

Mein Weg

 

Ich gehe meinen Weg, mein Gott, von dir geführt.

Es ist mein Glaubensweg, wo du, Herr, mich berührst.

Du reichst mir deine Hand, wo Klüfte mich bedrohn,

du trägst mich auch, mein Gott, wo meine Füße ruhn.

Wenn ich nicht weiterkann, dann bist du für mich da.

Ich gehe meinen Weg, durch jegliche Gefahr;

denn du Herr bist ja da!

© Christina Telker

12.03.2021

Wie die alten sungen, so zwitschern auch die jungen

 

Kaum noch einer kennt heute diese Redewendung. Noch vor ein paar Jahrzehnten gehörte sie zur Tagesordnung. Doch wie sah es mit der Realität aus? Werden nicht zu jeder Zeit, in jedem Jahrhundert die jungen ihren Weg gegangen sein und nicht so gesungen haben wie die alten? Und doch wäre es nicht verkehrt, so einiges von unseren Vorfahren zu übernehmen. Gewiss, wir wollen es besser machen, möchten die Welt verändern, sehen oft nur die Fehler, die die Generationen vor uns machten. Aber hinterließen sie uns nicht auch viel Wissen und Erfahrung? Dinge die wir benötigen für unser Leben, die Lebenswichtig für uns sind. So können wir auf manches aufbauen. Ohne diese Werte, die uns hinterlassen werden, wären viele Wege, die wir gehen gar nicht möglich. Unsere ersten Hangriffe und Worte übernahmen wir von Eltern und Großeltern. Sie legten hierfür den Grundstein.

So ist es auch in unserem Glauben. Ein guter Grundstock aus dem Elternhaus kann uns hilfreich sein. Sehen wir uns in anderen Kulturen um, wo Großfamilien noch zur Tagesordnung gehören.  Lange schon ist dies bei uns nicht mehr der Fall. Ob wir damit wirklich besser leben, stets unseren eigenen, unabhängigen Weg zu gehen, wird sich in ein paar Jahrhunderten zeigen.  Was wir jedoch einmal in unserer Kindheit hörtet, hat sich in unser Gedächtnis eingebrannt. So auch der Glaube, der im Elternhaus in uns gelegt wurde. Wir werden ihn nie ganz vergessen. Selbst wenn wir uns über Jahrzehnte davon abkapseln, kommt irgendwann der Tag, an dem wir uns daran erinnern und dankbar sind für dieses Erbe.

Es tut so gut mit dir zu reden,

weil ich es weiß, dass du verstehst.

Du möchtest immer mit mir gehen,

begleitest meinen Lebensweg.

Ich ruf dich an, du wartest ja auf mich.

Dafür danke ich dir, Herr. Amen

© Christina Telker

05.03.2021

 

Unterwegs mit Gott

 

In den 1950er Jahren erlebte ich meine Kindheit in der Bibelschule Malche. Dort berichteten ab und zu Missionare von ihrer Arbeit. Für mich waren diese Vorträge stets sehr spannend. Diese Menschen stellten ihr eigenes Leben hintenan. Sie waren mit Begeisterung im Namen Gottes unterwegs, seine Botschaft in die Teile der Erde zu tragen, wo man noch nichts vom ihm wusste, war ihre Aufgabe.  Diese Reisen waren nicht ungefährlich. Es gab manches Abenteuer zu bestehen. Oft ging es auch gesundheitlich sehr an die Substanz.  Ich bewunderte diese Menschen. Als ich richtig lesen konnte, las ich sehr gerne Bücher über Missionsarbeit. Mein Wunsch war damals, ebenso mutig zu werden, um diesen Dienst antreten zu können. Das Leben spielte anders.

Ein jeder von uns kennt den Herrnhutstern, der in der Adventszeit unsere Wohnungen erhellt. Aber kennen wir auch die Geschichte der Brüdergemeinde? Ihre Gründungsgeschichte ist ein Abenteuerroman. Für diese Menschen war und ist es wichtig, Gottes Wort in die Welt zu tragen. Ihre Losungen, die wir in fast jedem christlichen Hause finden, werden alljährlich in mehr als einhundert Länder geliefert.  

Doch müssen wir Helden sein, um Gottes Wort in die Welt zu tragen? Gibt es nicht, um uns her, genügend Möglichkeiten für ihn tätig zu werden? Sehen wir uns um in unserem Alltag, so werden wir immer wieder Möglichkeiten finden von unserem Glauben zu erzählen oder Jesu Liebe zu unseren Mitmenschen zu tragen. Immer wieder sind es die kleinen Dinge des Lebens, die uns überall die Möglichkeiten geben uns für unseren Glauben einzusetzen. Suchen wir nach neuen Wegen. © Christina Telker

 

Immer wieder gibt es Menschen,

die ihr Leben ganz dir widmen,

um dein Wort weiterzutragen.

Schenke auch uns den Mut,

zu reden, wo wir gebraucht werden.

Mache uns furchtlos für dich und den Glauben

Amen

27.02.2021

Bunte Vielfalt

 

Endlich ist der Frühling eingezogen, Jutta und Hans zieht es mit aller Macht in ihren Garten. Längst liegen die Samentüten bereit. Bereits im Januar träumten sie gemeinsam davon, wie sie sich ihren neuen Garten einrichten würden. Auf dem Papier sind längst die Beete angeordnet. „Es soll das ganze Jahr über blühen“, war Juttas Wunsch, dem ihr Mann gerne zustimmte. So hatten sie sich belesen und letztendlich den Samen bestellt. Immer wieder sahen sie sich voll Freude ihren Plan an. „Ob es so wohl auch gelingen würde?“, fragte sich die junge Frau manches Mal. Endlich konnte es losgehen, die ersten Beeten durften angelegt werden. Gewiss einiges musste noch bis in den Mai hinein warten, bis auch die letzten Nachtfröste verschwunden waren, aber wichtig war beiden erst einmal anzufangen. Nach Feierabend war Hans immer wieder zum Garten gefahren, um vorzuarbeiten und die Erde umzugraben. Heute wollten sie gemeinsam dem Garten den ersten Schliff verpassen. Jutta konnte es kaum noch erwarten, die ersten Anzeichen junger Triebe zu entdecken. Bei ihrem ersten Rundgang stellte sie fest, dass in einer Ecke bereits Krokusse blühen. „Oh, wie schön!“, dachte sie, „sogar ohne mein Zutun blüht es bereits.“  Einige Wochen weiter zeigte sich ihr Garten wie ein bunter Teppich. Die junge Frau jubelte vor Freude, als sie das sah. Doch dann wurde sie nachdenklich und meinte zu Hans: „Muss es nicht Gott ähnlich gegangen sein, als er die Welt erschuf? Eine bunte Vielfalt breitete sich vor ihm aus. Wie wunderschön! Wir Menschen aber taten alles, um diese schöne Vielfalt der Natur zu zerstören. Wollen wir in unserem kleinen Stück Erde darauf achten, dass sich hier die Natur gut entwickeln kann? Nicht nur unsere Blumen, die ich bisher nach Schönheit und Farbe aussuchte. Nein, wir werden, Gräser am Rande des Gartens anpflanzen und ein Insektenhotel einrichten.  Stell dir vor, wenn sich in ein paar Jahren Libellen und Schmetterlinge hier einfinden würden, wäre das nicht schön? Wie naturverbunden könnten unsere Kinder später aufwachsen!“ Hans hatte seiner Frau zugehört und war ihren Gedanken gefolgt. „Du hast wie immer die besten Ideen“, stimmte er zu, nahm sie in den Arm und sie träumten von der Zukunft, in der ihre Kinder in einem kleinen Gartenparadies vier Jahreszeiten bewusst erleben konnten. Jetzt setzten sie sich erst einmal hin zu einer Tasse Kaffee und genossen den Anblick ihres kleinen Paradieses. © Christina Telker

 

7 Wochen ohne,

Ablenkung und Stress,

Zeit, um auszuspannen,

und Zeit zum Gebet.

 

7 Wochen ohne,

heißt besinnlich denken,

andern Menschen und auch mir,

diese Zeit zu schenken.

 

7 Wochen ohne,

verzichten auf Genuss,

nicht alle Tage leben;

aus dem Überfluss.

 

7 Wochen ohne,

heißt an die Umwelt denken,

mein Denken und mein Tun,

der Natur zu schenken.

(c) Christina Telker

Aus meinem Jahreskalender für Frauen vom St. Benno Verlag

23.02.2021

Gedanken zur Fastenzeit

Wie uns hinlänglich bekannt ist, befinden wir uns bis Ostern in der Fastenzeit. So fand ich am letzten Sonntag, den o.g. Artikel. Hört sich gut an, dachte ich so bei mir. Aber schaffen wir das auch? Wie wäre es, würden wir mit ein oder 2 Vorschlägen beginnen?

Viele Möglichkeiten werden uns in diesen Tagen angeboten, um einmal zum Nachdenken zu kommen. Allgemein bekannt ist uns die Aktion "7-Wochen-ohne". In diesem Jahr, hat sich die Lübecker Gemeinde etwas überlegt, das vielleicht auch Ihr Interesse weckt. Es ist ein Fastenforum entstanden, wo es nicht schaden kann, einmal hineinzuschauen.

Fasten-Forum

18.02.2021

 Hoffnungsschimmer

Manchmal ist es schwer einen Hoffnungsschimmer am Horizont zu sehen. Ähnlich wie ein Sonnenaufgang schenkt er uns einen offenen Blick und ein Hochgefühl. Doch es gibt Zeiten, in denen wir meinen, alles würde schiefgehen. Da ist kein Licht, das uns Mut macht und uns hoffen lässt.  Doch plötzlich, wie aus dem Nichts heraus ändert sich alles und unser Leben bekommt wieder einen Sinn! Dies kann nach schweren Trennungen der Fall sein, aber auch nach einer längeren Krankheitsphase, die uns runterdrückte. Oftmals sind es die kleinen Dinge am Rande des Lebens, die uns wieder Kraft geben. Wir finden eine längst vergessene Freundin wieder, können sogar Kontakt mit ihr aufnehmen und staunen, wie gut wir uns nach all den Jahren immer noch verstehen.

Die Tochter, die lange nichts von sich hören ließ, ruft an und berichtet von ihrem Nachwuchs. Es gibt wieder eine Aufgabe. Das Leben bekommt wieder Sinn.

Doch es gibt auch die Möglichkeit, sich solch eine Aufgabe gezielt zu suchen. Zahlreiche Vereine brauchen Unterstützung. Sie werden freudig empfangen, wenn sie ihre ehrenamtliche Hilfe anbieten. Plötzlich lernen sie neue Menschen kennen, vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit neue Freundschaften zu knüpfen. 

Gott ist für uns da. Jederzeit erreichbar, wartet er nur darauf, dass wir uns an ihn wenden. Gönnen wir uns ein paar Minuten der Stille, in denen wir zu uns selbst finden und wir werden staunen. Da ist ein Hoffnungsschimmel, der uns neue Wege eröffnet! Versuchen wir mit Gott zu reden, er wartet nur darauf. (c) Christina Telker

12.02.2021

Die Sprache der Blumen

 

Gewiss, im Februar gibt es noch nicht viel Blumen, die uns im Freien begegnen und doch blüht es das ganze Jahr für uns. Vielleicht liegt es an uns und unseren Erwartungen, dass wir die Blumen nur nicht sehen. Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit uns im Winter mit Blumen zu umgeben, wir holen sie uns ganz einfach ins Zimmer. Wie herrlich sieht es doch aus, wenn es auf meiner Blumenbank in den unterschiedlichsten Farben blüht. Da kann es ruhig draußen trübe sein, ein Blick auf diese blühende Pracht lässt mein Herz leuchten. Jeden Tag gehe ich zu jeder einzelnen und rede mit ihr. Lobe sie für ihre prachtvolle Blüte.  Mein Weihnachtsstern erfreut mich seit Monaten. Er hat sogar neue Blätter bekommen und steht nun seit 2 Monaten in voller Blüte. Ich kann ihn nur bewundern für seine Ausdauer. Oder denken wir an die Vielfalt der Alpenveilchen und Azaleen, die uns gerade in der trüben Jahreszeit Herzenswärme ins Haus bringen. Sie brauchen alle unsere Aufmerksamkeit. Wir müssen uns um sie kümmern, wenn wir von ihnen eine prachtvolle Blüte erwarten. Doch gerade diese Pflege unserer Schützlinge hilft auch uns. Sie bringt Sonne in unser Leben. Der Blick zur Blumenbank, das Betrachten einzelner Blüten, schenkt uns Freude. Ganz besonders auch die Liebe wird nicht nur von einer Rose in die Welt getragen. Nein, jede einzelne Blüte bringt uns eine Botschaft, Sie erzählt uns von Gottes Liebe, von seiner Schöpfung, in der er für uns Menschen immer wieder neu sichtbar wird. (c) Christina Telker

06.02.2021

Schneekristalle

 

Heute geht es in den Urlaub! Als Single hatte ich über die Feiertage Dienst. Endlich kommt jetzt die ersehnte Ruhepause. Der Koffer steht gepackt und wartet auf die Abholung. Schon lange mühe ich mich nicht mehr mit dem Gepäck ab. Für mich beginnt der Urlaub an der eigenen Haustür. Ich habe mir auch kein Skigebiet ausgesucht, das um diese Jahreszeit übervölkert ist von Touristen. Nein, ich möchte einfach nur ausspannen, die Natur genießen. So fahre ich in die Lüneburger Heide. 

Das Fenster meines Feriendomizils, bei einem privaten Vermieter, gibt den Blick direkt auf die schneebedeckten Felder frei. Ich kann es kaum erwarten nach dem Frühstück zu meiner ersten Wanderung zu starten. Unberührte Natur begrüßt mich, als ich aus der Tür trete. Die Sonne meint es heute gut und lässt einen Teppich von Schneekristallen schimmern. Es glitzert wie überall. Seit meiner Kindheit habe ich solch einen Anblick nicht mehr zu Gesicht bekommen. Verlaufen kann ich mich nicht. Meine Spuren sind die einzigen hier im unberührten Schnee. Ab und zu sehe ich Krähen fliegen. An manchen Stellen haben sie kleine Muster, mit ihren Füßen, in den Schneeteppich gewebt. Mich packen Kindheitserinnerungen und ich lege mich in den Schnee, um einen Engel als Muster zu hinterlassen. Auch wenn ihn vermutlich niemand sieht, bereitet es mir Freude, mich für einen kurzen Moment wie ein Kind zu fühlen. Ich denke zurück, wie ich damals mit meinem Vater durch die Felder lief und er mir die Natur erklärte. So manches von dem Wissen, das er weitergeben wollte, blieb hängen. Ich muss selbst staunen.

In der Ferne sehe ich eine Gruppe von Rehen. Schnell hole ich mein kleines Fernrohr heraus und genieße diesen Anblick. Stille und Natur, ein Geschenk, dass uns Städtern nicht allzu oft zuteil wird.  Leider ist die Entfernung zu weit, um diese Erinnerung mit meiner kleinen Kamera festzuhalten. Also werde ich mich bescheiden müsse, die Erinnerung in meinem Inneren zu bewahren. Langsam spüre ich, wie die Kälte in mir aufsteigt. So wende ich mich zum Gehen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, sage ich mir und der ganze Urlaub liegt noch vor mir. Jetzt freue ich mich auf einen heißen Tee und meine Urlaubslektüre, die ich mir mitgenommen habe. Nach einer Ruhepause werde ich mir das kleine Dorf ansehen, um eine Möglichkeit zur Einkehr zu finden, die meinen Magen füllt.

Ich genieße diese Momente der Besinnlichkeit, in der mich kein Autolärm und kein Fernseher ablenken. Als ich gerade mein Buch zur Seite legen will, klopft es und meine Wirtin lädt mich zum Mittag ein. Kann es einem besser gehen? Von ihr bekomme ich, beim Essen, gleich ein paar Tipps für die nächsten Tage und freue mich auf meinen nächsten Ausflug. Am Abend im Bett, denke ich an all das erlebte zurück und danke Gott für die wunderschönen Momente und für diesen Urlaub in der Stille, wo ich ihm ganz nahe sein darf. © Christina Telker

29.01.2021

 

Die Kraft der Liebe

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1 Johannes 4:16

 

Wie groß ist Ihre Liebe? Hält sie Stürmen, ja Orkanen des Lebens stand? Können sie verzeihen, wenn die Wellen über Ihnen zusammenschlagen, weil sie gedemütigt oder betrogen wurden? Jesus sagt uns wie oft im Leben wir vergeben und verzeihen sollten. Wir fühlen uns überfordert und meinen, das geht doch gar nicht. Soll ich wirklich so oft vergeben?

Es gibt Ehepaare, die meinen nicht mehr weiter miteinander leben zu können. Jede Kleinigkeit am Partner reibt sie auf. Man redet kaum noch miteinander, empfindet jedes Wort doppelt schwer, bis man sich endlich einen Ruck gibt und sich trennt. Endlich ein neues Leben, ein Leben, dass ich mir frei gestalten kann, ganz nach meinen eigenen Vorstellungen und Wünschen, ohne ständige Reibereien!

Doch nach der Trennung geschieht ein Wunder. In der Gewissheit ihrer Freiheit kommen sich die beiden wieder näher und plötzlich legt einer den Schalter um und ihre Liebe strahlt heller und schöner als je zuvor. Die beiden sind zwar noch immer die gleichen Menschen, aber in ihrem Innern ist etwas geschehen. Gott selbst hat eingegriffen.  Von nun an sind beide unzertrennlich. Nie hätten sie dieses Wunder für möglich gehalten und es hält an und trägt sie über alle neuen Hindernisse hinweg.

Gott ist die Liebe! Er macht Liebe und Verzeihen möglich. Wenn wir seine Liebe annehmen für unser Leben, ist es gar nicht mehr schwer dem anderen zu verzeihen und ihn von Herzen zu lieben.

 

Himmlischer Vater, ich danke dir,

dass du immer ein offenes Ohr für mich hast.

Ich danke dir, dass ich mit all meinen Sorgen

zu dir kommen darf.

Danke, dass du mein Freund bist. Amen

 © Christina Telker

 22.01.2021

Das Leben spüren

 

Fünf Sinne sind uns für unser Leben gegeben, mit denen wir das Leben wahrnehmen können. Wir sind reich an Empfindungen. Viel stürmt an nur einem Tage auf uns ein, dass wir zu verarbeiten haben und das uns berührt. Nicht alles können wir so weit an uns herankommenlassen, dass es uns unter die Haut geht. Ein jeder Körper besitzt hierfür eine Schutzvorrichtung, eine innere Wand, die uns schützt und das ist gut so.

Doch wie ist es mit der Nächstenliebe? Zeigen wir nur dort echte Empfindungen wo es um unsere engsten Freunde und die Familie geht? Tagtäglich geschieht unfassbares Leid auf unserer Welt. Gehören wir zu denen, die sich stundenlang empören könnten, über die Ungerechtigkeit im kleinen und in der Welt oder legen wir selbst Hand mit an und erweisen uns als Christen, so wie es Jesus von uns erwartet? Sehen wir uns um, in unserer Stadt, in unserer Gemeinde. Es gibt zahlreiche Aufgaben, die auf uns warten.

Sich hinter verschlossenen Türen aufzuregen bringt nichts. Reden wir mit, erheben wir unsere Stimme für die Gerechtigkeit! Es kommt nicht darauf an große Reden zu schwingen, hilfreich ist, im Kleinen zu wirken. Helfen wir dort wo wir gebraucht werden. Lassen wir unseren Nachbarn, unsere Nächsten im Betrieb oder in der Gemeinde spüren, dass wir da sind und ihm zur Seite stehen, ohne viel Worte zu machen, wenn sie uns brauchen. Das ist ein großer Schritt an Menschlichkeit und Nächstenliebe.  Gehen wir mit offenen Augen durch den Tag und wir werden spüren, wo wir zufassen sollten. Jesus erwartet von uns, dass wir uns für unsere Mitmenschen einsetzen, so wie auch er sich für uns einsetzt. © Christina Telker

16.01.2021

 

Eine Frage des Mutes

 

Immer wieder kommen wir in unserem Leben in Situationen, die uns Mut abverlangen. Einzuschreiten, wenn jemand Hilfe braucht, wäre eine Möglichkeit unseren Mut unter Beweis zu stellen. Aber selbst ein Telefonat, dass Hilfe herbeiruft, kann schon Mut erfordern.  Manchmal geht es jedoch auch um anderen Dinge, wie um unsere Gesinnung.

Zu Zeiten der DDR brauchten Christen Mut, um ihren Glauben öffentlich zu bekennen. Jugendlichen konnte dies, den Weg aufs Gymnasium verbauen. Es gibt heute noch 50 Länder, in denen Menschen viel Mut beweisen müssen, wenn sie ihren Glauben leben möchten. Über 600 Millionen Christen leben in diesen Ländern. Harte Strafen warten oft auf diejenigen, die sich zu ihrem christlichen Glauben bekennen. Wie gut haben wir es doch, dürfen wir uns doch frei zu Jesus und unserem christlichen Glauben bekennen.

Bereits der preußische König Friedrich der II. setzte sich für Glaubensfreiheit ein. Auch wenn wir heute alle Möglichkeiten haben frei zu reden, fällt es so manch einem von uns immer noch schwer. Selbst in unserer Zeit kann es immer noch geschehen, dass wir verlacht werden, wenn wir im Betrieb oder in Schulen und Vereinen über unseren Glauben reden würden. Gerne gehen wir dann den Weg des geringsten Widerstandes und schweigen einfach, wenn das Thema aufkommt. Wie wäre es jedoch, wenn Gott zu uns schweigen würde?

Er wird immer zu uns stehen, so wie er es in der Taufe versprach. Versuchen wir dies dankbar anzunehmen und künftig auch zu ihm zu stehen. Selbst, wenn es einmal etwas schwierig wird. © Christina Telker

 

 09.01.2021

Vertrauenssache

 

Das neue Jahr hat gerade seine Tore für uns geöffnet, noch liegt es unberührt vor uns. Wie gut wäre es, wir würden diese kommende Zeit mit einer großen Portion Vertrauen beginnen.  Nicht immer ist dies einfach. Gerade das Vertrauen wird oft im Leben enttäuscht. Manches Mal hinterlässt solch eine Enttäuschung tiefe Wunden, ein anderes Mal, nur Wut und Zorn und doch, wäre eine Welt ohne Vertrauen, eine traurige Welt.

‚Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser‘, sagt ein altes Sprichwort. Doch ist es dann noch Vertrauen, wenn wir es zuvor kontrollieren müssen? Es ist oft schwer die richtige Entscheidung zu treffen. Wir können mit zu wenig oder gar keinem Vertrauen Menschen schwer vor den Kopf stoßen.

Fragen wir unser Herz, das ist immer der beste Weg. Greifen wir auf Erfahrungen zurück, die wir bereits machen konnten und versuchen wir immer positiv zu denken. Doch wenn es geht, entscheiden wir uns immer für den Weg des Vertrauens.

Gott vertraut uns auch. Er vertraut uns immer wieder, auch wenn wir ihn noch so oft enttäuschten. Es gibt Situationen, die wir uns selbst nie verzeihen können. Gott verzeiht immer und er reicht uns stets aufs Neue die Hand, im festen Vertrauen. Nur Liebe macht Vertrauen möglich. Gott liebt uns, seine Kinder, ganz uneingeschränkt ohne jedes Wenn und Aber. Versuchen wir einen kleinen Teil, dieses großen Vertrauens, das uns entgegengebracht wird, an unsere Nächsten weiterzugeben. Es wäre ein guter Schritt ins neue Jahr. © Christina Telker

 

1.1.2021

Neubeginn

 

In jedem Jahr wagen wir einen Neubeginn. Es bleibt uns ja auch gar nichts anderes übrig, wird er uns doch vom Kalender weltweit vorgeschrieben. Doch haben wir uns schon einmal Gedanken darübergemacht, wie oft wir im Leben neu beginnen? Der erste Tag in einer Kindereinrichtung, die Einschulung, der Beginn der Lehre und später der Wechsel in einen anderen Betrieb, ein Umzug, vielleicht sogar in eine fremde Stadt. Immer wieder heißt es neu zu beginnen. Nicht immer werden wir gefragt, ob es uns recht ist. So manches Mal können wir gar nicht anders, wenn wir unsere Arbeit behalten wollen. Der eine liebt öfter einmal einen Wechsel, ein anderer hält am Altbewährten gerne fest. Es gäbe noch eine Menge an Möglichkeiten aufzuzählen.

Aber wie ist es mit unserem Glaubensleben? Gibt es dort nur einen Neubeginn? Ich denke, das ist wohl eher die Minderheit unter uns Christen, die ihr Leben ohne Glaubenszweifel meistert. Immer aufs Neue kommen wir zu Gott, mit der Bitte um Vergebung. Nicht nur einmal im Leben ändert sich unsere Lebenseinstellung. In der Kindheit oder Jugend denken wir anders als im Alter. Lebenserfahrung kommt hinzu, die dieses Umdenken bewirkt. Manche von uns finden durch schwere Situationen erst recht zu unserem himmlischen Vater, andere wieder brauchen längere Zeit, weil sie den Sinn der jeweiligen Situation nicht erkennen. Wie oft wir auch Zweifeln in unserem Leben, können wir doch darauf bauen; Gott liebt uns, er verzeiht uns. Für einen Neubeginn sind wir unserem himmlischen Vater stets willkommen! (c) Christina Telker

 

Jeder Mensch hat einen Engel an seiner Seite,

auch, wenn wir ihn oft nicht erkennen.

Garten der Poesie [-cartcount]