November


Die letzten Blätter falln vom Baum,
die Vögel, sie sind längst im Süden
nur Krähen sieht man hier und dort,
sie haben sich entschieden und sind geblieben.

Das Eichhorn sucht die letzte Nuss,
der Igel baut an seinem Laubquartier.
Frau Meise schaut nach Futter aus
und weil sie's findet, bleibt auch sie gern hier.

Der Mensch, er richtet's sich gemütlich ein,
gern sitzt man wieder bei ein'm Gläschen Wein.
Beim Licht der Kerze träumt man am Kamin,
unsre Gedanken manche Kreise ziehn.

Sie ist so schön, die liebe Herbsteszeit,
die Blätter bunt, die Weihnacht ist nicht weit.
Bald stehen Niklas und das Christkind vor der Tür,
in meinen Träumen sind sie längst schon hier.

© Christina Telker

Gegen Unrecht

 

Du bist gegen Unrecht?

Dann setz dich ein!

Es hilft nichts, zu schimpfen,

im Kämmerlein.

Steh zu dem, der am Boden liegt,

zeig, daß du auf seiner Seite bist.

Gott setzt sich ein, für dich und mich,

er ist stets da, verläßt uns nicht.

Drum zeig es,

als Christ bist du nicht allein,

setzt du dich für die Schwachen ein.

Es ist nicht einfach,

du brauchst viel Mut;

nicht jeder findet dein Handeln gut.

Doch laß dich nicht schrecken,

geh deinen Weg;

selbst wenn es mal ein schmaler Steg.

Gemeinsam und mit Gottes Kraft,

wurden schon große Dinge vollbracht.

© Christina Telker

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365 Engel


Ich wünsch dir einen Engel
für jeden neuen Tag.
Ich wünsch dir einen Engel
der deinen Schlaf bewacht.

Ich wünsch dir einen Engel
der dich am Morgen grüßt,
der dich am Tag begleitet
und immer bei dir ist.

Ich wünsch dir einen Engel
der deine Hand ergreift,
sie hält und niemals losläßt,
auch wenn dein Tag sich neigt.

Ich wünsch dir einen Engel
der dich in Sturm und Not,
mit seinen Fittichen umfängt,
wenn du zu sinken drohst.

Ich wünsch dir einen Engel,
der wie ein Freund dich führt,
mit dem du immer reden kannst,
wenn dich etwas bewegt.

Ich wünsch dir einen Engel
für jeden neuen Tag,
damit du nie allein bist,
ganz gleich was kommen mag.

© Christina Telker

Unerfüllte Wünsche

 

 Ich wünsche mir, mal Freizeit ohne Ende,

 die Pflichten und die Sorgen schieb ich weit.

 Ich wünsche mir, auch Urlaub ohne Grenzen,

 nur dort zu weilen, wo es mir gefällt.

 

Ich wünsche mir, Gesundheit alle Zeiten,

 daß Schmerz und Leid fern von uns allen sei.

Ich wünsche mir, des Nachts nur schöne Träume,

auch mal zu schlafen bis zur Mittagszeit.

 

Ich wünsche mir, im Walde zu spazieren,

zu lauschen still der Vögel Lobgesang.

 Ich wünsch mir, überall nur frohe Lieder,

 ja, von den Bergen Schall das Echo wider.

 

Ich wünsche mir, im Kreise der Familie,

verträumt zu plaudern von vergang'ner Zeit.

Ich wünsch mir, daß sich alle Menschen lieben,

 weit mögen Neid, Zank, Hader, sein und Streit.

 

Ich wünsche mir, für alle Menschen Frieden,

daß keiner abends still ins Kissen weint.

 Ich wünsch mir, Nahrung, stets genug für alle,

 daß Hunger auf der Welt ein Fremdwort sei.

 

Ich wünsche mir, daß einer für den andern;

stets Dasein mag und ihm ein Beistand sei.

Ich wünsche mir, daß alle Welt erkenne,

 daß Gott allein uns Freund und Herrscher sei.

(c) Christina Telker

Gott schenkt dir seinen Segen

 

Gott schenkt dir seinen Segen,

er führt dich durch den Tag,

er ist bei dir, wo du auch gehst,

begleitet deine Nacht.

 

Gott schenkt dir seinen Segen,

schenkt dir Geborgenheit,

den Mantel seiner Vaterliebe,

hält er für dich bereit.

 

Gott schenkt dir seinen Segen,

wenn du von Herzen liebst,

und dich, so ganz im Glauben,

auch ihm zu eigen gibst.

© Christina Telker

Was sagt dein Herz

 

Was sagt dein Herz, wenn es heftig schlägt?

Was sagt es, wenn es sich in dir regt?

Hast du gelernt, auf dein Herz zu schaun?

Kannst du deinem Herzen traun?

 

Was sagt dein Herz, wenn die Gaffer stehn,

am Straßenrand, um zuzusehn?

Was sagt dein Herz, bei Mobbing und Leid?

Siehst du gern weg oder hilfst du bereit;

dem anderen zur Seite zu steht,

auch wenn es gilt dafür einzustehn?

 

Dein Herz sagt dir meist den richtigen Weg,

du brauchst nur drauf hören,

dann weißt du wie`s geht.

Nimm dir die Zeit und nimm dir den Mut,

bereit zum Helfen, dann geht es auch gut.

 

Dein Herz zeigt dir auch, wer über dich wacht,

wer dich beschirmt bei Tag und Nacht.

Gott gab dir den Atem, er gab dir dein Sein,

hör auf dein Herz, du bist nie allein.

© Christina Telker

Gewitter


Die Luft ist schwer geladen,
Hitze erträgt man kaum.
Dort kommt ein Baum ins Schwingen,
der Wind braust mächtig auf.

Die Wolken werden dunkler,
sie bauschen schwarz sich auf,
die ersten Tropfen fallen,
schon bricht der Himmel auf.

Das Wasser rinnt in Strömen,
wer kann; den zieht's ins Haus,
der Sturm spielt mit den Blättern,
das Wetter tobt sich aus.

Wenn dann die Wolken ziehen,
der Himmel klart sich auf,
dann zieht im Schein der Sonne,
ein Regenbogen auf.

© Christina Telker

Ab in den Urlaub

 

Der Sommer lädt zur träumen ein,

mit frohem Sinn und Sonnenschein,

geht es hinaus in die Natur,

hier finden wir stets Gottes Spur.

 

Wir wandern hoch in Bergeshöhn,

des Adlers Ruf erschallt,

die Freiheit ist hier grenzenlos,

Herr, dein ist unsre Welt.

 

Wir tauchen in das tiefste Meer,

und können es kaum fassen,

all das was uns zu Füßen liegt,

hast du, oh Herr, erschaffen.

 

Wir liegen still im grünen Gras

und schaun zum Himmel auf,

in unsern Herzen wird es still,

wir sind dir, Herr, ganz nah.

 

Oh Herr, mein Gott, ich danke dir,

du schenkst uns diese Erde,

wir freuen uns an ihrem Klang,

bewundern deine Werke.

© Christina Telker

Die Bank im Park

 

Ich sitze auf meiner Bank,

genieße den Sonnenschein.

Einen Garten den hab ich nicht,

doch Gottes Schöpfung ist mein.

 

Ich lausche dem Lied der Vögel,

sehe die Blumen blühn,

freu mich am rauschen des Baches,

spür wie die Lüfte, sanft wehn.

 

Ich höre die Bienen summen,

freu mich am Schmetterling,

an den vielen Blüten am Wegrand;

wenn ich wandre still dahin.

 

Die Enten, im Wasser, sie spielen;

voll Lust und Lebensfreud,

die Sonne scheint über allem,

zur schönen Frühlingszeit.

© Christina Telker

 

Herr, wir brauchen dich

So manches Mal sieht es so aus,
als bräuchten wir dich nicht.
Wir tun als hätten wir die Welt,
ja ganz allein im Griff.

Doch wozu sind wir fähig?
Nichts rührt sich ohne dich.
Wir können nichts bewegen,
wenn du uns läßt im Stich.

Du lässt die Wolken regnen,
du stellst der Sonne Lauf.
Du führst uns durch das Leben,
teilst deinen Segen aus.

Ja, ohne dich, oh Herr,
sind wir ein Halm im Wind,
der schnell zu Staub zerfällt,
weil wir so hilflos sind.


Wir brauchen dich, oh Herr!
Wir können nichts allein,
denn nur an deiner Hand,
kann Leben gut gedeihn.

© Christina Telker

Der Lenz ist da

 

Der Lenz ist da, hast du ihn schon gesehn?

Der Wind, er trieb ihn her von Bergeshöhn.

Es sprießet dort, wo es nur sprießen kann,

der Frühling, er zog ein in unser Land.

 

Der Lenz ist da, hörst du das Jubilieren?

Die Vögel singen es mit jedem Lied.

Sie freuen sich, der Winter ist vorüber,

sogar der Storch er kehrte schon zurück.

 

Der Lenz ist da, ja selbst die Hecken grünen!

Die Freude lebt und webt in der Natur.

Laß auch in dir die Lebensgeister wecken

und laß dich nicht von rauen Stürmen schrecken.

 

Der Lenz ist da, drum woll`n wir fröhlich sein,

sieh nur, es lacht der helle Sonnenschein!

Es blüht in allen Farben in der Heide,

die Bienen summen um die alte Weide.

© Christina Telker

Februar

 

Schon manche kalten Tage sind vorbeigezogen,

längst ist in uns die Sehnsucht nach dem ersten grün.

Die graue, triste Welt ist zum Erbarmen,

wir möchten wieder Blumen blühen sehn.

 

Leis! Hörst du dort den Vogel in den Zweigen?

Er kündet uns, der Frühling ist nicht weit,

er möchte uns ein Hoffnungszeichen zeigen,

bald ist die Welt zu neuem grün bereit.

 

Komm, schau und lausch des Vogels Tönen,

folg ihm und du wirst sehn, wovon er singt!

Dicht unterm Schnee blüht schon das erste Glöckchen,

sein läuten tief ins Herz dir dringt.

 

Ja, nicht mehr lang, dann wird die bunte Welt,

dich neu erfreuen; so frisch hingestellt.

Die Blumen dann in allen Farben blühn,

wenn erst die kalten Winde westwärts ziehn.

 

Dann ist die Welt bereit für neues Leben,

dann sprießt es, überall wo`s sprießen kann,

wir müssen ihm ein wenig Zeit noch geben,

dann spannt der Frühling neu sein buntes Band.

© Christina Telker

 

An der Schwelle

 

Und wieder stehn wir an des Jahres Schwelle,

es war recht buntgemischt, von allem was.

Wir blicken hoffnungsvoll nun auf das Neue

und bitten Gott, er schenke uns die Kraft.

 

Ein Mosaik hab ich für dich erstellt,

in dem sich meine Wünsche für dich finden.

Ob`s dir gefällt? Wir werden es ja sehn,

entscheiden tut der Herr, ja letzten Endes.

 

In Rot hab ich dir eingepackt,

ein Herz voll rechter Liebe.

In Grün, die Hoffnung für dies Jahr,

die dich begleiten möge.

 

Das Gelb der Sonne, für das Licht im Leben,

mög Gott dir immer seinen Segen geben.

Das Blau des Himmels, an manch schönem Tag,

das Weiß, der Schäfchenwolken, dich erfreuen mag.

 

Ein bunter Reigen, wird mein Mosaik,

es soll dir Freude schenken, jeden neuen Tag.

So kannst du immer wieder kleine Wunder sehn,

die unser Vater läßt für dich geschen.

© Christina Telker