Drei kleine Worte

 

Mit diesen kleinen Worten ist meist die Liebe gemeint, ist sie doch das Wichtigste in unserem Leben. Doch ebenso kann ich mit ein paar freundlichen Worten meinen Nächsten erfreuen. Sei es im Supermarkt oder beim Aussteigen aus dem Bus. Nur wenige Worte können vernichten und Schmerz zufügen und im Gegensatz einem Menschen Freude schenken und sein Innerstes heilen. Denken wir nur an ein Prüfungsergebnis.  Wie vernichtend oder erfreulich können hier ein paar Worte, in Form des Prüfungsergebnisses sein.

Es gibt viele einsame Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft. Meist geht man auch an Nachbarn nur mit einem kurzen Gruß vorüber, dabei könnten ein paar Worte schon das Klima im Hause verändern. Oftmals stellen wir uns die Frage: „Warum immer ich? Könnte nicht auch der andere auf mich zukommen, wenn er es möchte?“ Gewiß, das könnte er! Doch sind wir nicht als Christen verpflichtet Gottes Liebe und somit ein wenig Freundlichkeit in die Welt zu tragen? Brechen wir uns einen Zacken aus der Krone, wenn wir als erste bereit sind, im Vorübergehen einen freundlichen Gruß auszusprechen? Vielleicht werden wir überrascht sein, was sich aus einem kurzen Satz entwickeln kann.

In einem Mehrfamilienhaus lebten Mieter unterschiedlicher Generationen. Flüchtig und schnell eilten sie aneinander vorüber, wenn sie sich im Hausflur trafen. Keiner hatte dem anderen etwas zu sagen. Eines Tages lud Frau Müller zum 

Kaffee ein. ‚Unser schöner Gemeinschaftsraum steht so ungenutzt, das ist doch eigentlich schade‘, dachte sie bei sich. Sie steckte jedem eine Karte in den Briefkasten und war gespannt, wer ihrer Einladung folgen würde. Sehr erstaunt war sie, als am Samstagnachmittag alle Hausbewohner erschienen. Es wurde ein bunter, harmonischer Nachmittag, bei dessen Ende, einstimmig beschlossen wurde: ‚Das gönnen wir uns in Zukunft öfter einmal!‘ Reihum wollten die Mieter diesen Nachmittag gestalten. Von nun an lief keiner mehr achtlos am anderen vorüber. Für ein freundliches Wort auf dem Treppenabsatz war immer Zeit. Aus dem stillen, kalten Haus, war ein Haus voller Freundlichkeit und Anteilnahme geworden, in dem jeder für jeden da war. (c) Christina Telker