Begeistert kommt Elke von der Kinderstunde nach Hause. „Mutti, am Sonntag feiern wir Erntedankfest!“, jubelt die Kleine. Frau Allner hatte mit den Kindern über das Thema gesprochen. „Ich weiß“, gibt die Mutter zur Antwort, „Ich habe auch schon so einiges vorbereitet.“ „Tatsächlich? Zeig!“ Elke steckt noch voller Aufregung über all das, was sie soeben in der Kinderstunde hörte. Gerne nimmt die Mutter ihr Mädchen an die Hand und geht mit ihr in die Speisekammer. „Schau her! Was hier in diesem Regal steht, ist alles für das Erntedankfest in der Kirche gedacht. Du siehst, ich war nicht untätig.“ Elke staunt. Sie sieht Fläschchen mit Kräuteröl, Marmeladen der verschiedensten Sorten. Freudig umarmt sie die Mutter. Dann überlegt sie und spricht: „Ich wollte aber auch etwas machen, das habe ich Frau Allner versprochen.“  „Das kannst du auch. Gerne backe ich am Samstag ein paar Kekse mit dir. Hübsch verpackt, werden sie sicher ihren Käufer auf dem Erntedankmarkt finden.“ Elke ist begeistert.

Am Sonntag erscheint Elke, mit ihren Eltern, mit einem großen Korb mit Erntegaben in der Kirche. Schnell richten sie alles freundlich auf dem Tisch an, der für diese Zwecke bereitgestellt ist. Nach dem Gottesdienst bleiben alle gemeinsam noch zum Kirchenkaffee da. Viele Menschen haben die schönsten Leckereien gebacken. Auch Elkes Kekse stehen auf einem Teller des Tisches.

Gefüllt mit Eindrücken geht Elke stumm mit den Eltern nach Hause. Nach dem Mittagessen macht der Vater den Vorschlag nach Grünberg zum Erntemarkt zu fahren. „Da kannst du sehen, wie man Brot bäckt und Äpfel zu Most verarbeitet“, erklärt er seiner Tochter.  Voller Vorfreude steigt Elke ins Auto. „Wie schön, dass Gott uns jedes Jahr soviel an Früchten schenkt“, sagt sie leise vor sich hin. „Das finde ich auch“, bestätigen die Eltern die Worte ihrer Tochter. © Christina Telker

 

 

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